Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Flugsicherung Langen baut Low Energy Office mit Erdwärmesondenanlage

09.10.2000


Deutsche Flugsicherung Langen baut Low Energy Office mit Erdwärmesondenanlage
6. Geothermische Fachtagung Trends - Perspektiven - Herausforderungen

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) realisiert in Langen für 1200 Mitarbeiter einen Verwaltungskomplex mit dem Anspruch an ein "low energy office" Gebäude. Die Kälte- und Wärmegewinnung erfolgt mittels 154 Erdwärmesonden. Geheizt und gekühlt wird über Thermoaktive Decken (TAD) im 3-Leiter-System. Dieses Projekt ist eines der neuen Vorhaben, die während der 6. Geothermischen Fachtagung in Herne vorgestellt werden wird.

Denn moderne geothermische Systeme und richtungsweisende architektonische Entwürfe und Gebäudekonzeptionen sind Partner, die sich ausgezeichnet ergänzen und Planern, Architekten und Bauherren ein weites Feld an Handlungsspielräumen eröffnen.

Die Deutsche Flugsicherung hatte bereits in den Wettbewerbsunterlagen festgehalten, dass sie ein zugleich wirtschaftliches aber auch ökologisch nachhaltiges Bürogebäude errichten lassen möchte. Der von den Architekten KSP Engel und Zimmermann aus entwickelte Entwurf überzeugte die Auftraggeberin hinsichtlich dieser Punkte und auch die optimale Nutzung des Tageslichts durch eine besondere, fingerartige Gebäudeanordnung.

In der Schweiz verfügt man bereits über eine längere Tradition in der Gestaltung von low energy office (LEO) Konzepten. Der LEO Zielwert für den Elektrizitäts- und Wärmeenergiebedarf eines Gebäudes beträgt q00 kWh/m2a. Dies entspricht einer Energieeinsparung gegenüber einem konventionellen Bürobau von 35%. So lag es erst einmal nahe, ein Schweizer Büro, in diesem Fall das Züricher Ingenieurbüro Amstein + Waltert mit der Erstellung des technischen Pflichtenheftes zu beauftragen.

Eine zentrale Stelle in diesem Konzept nimmt die Erdwärmesondenanlage ein. Mit ihr wird die Grundlast der Gebäudeheizung und -kühlung betrieben. Das geothermische System besteht aus 154 Erdwärmesonden von je 70 m Tiefe. In die Bohrungen wurden Doppel - U - Sondenrohre eingebaut, bei denen jeweils 4 Polyethylen-Rohre am Fuß so verbunden werden, dass zwei u-förmige Schlaufen entstehen.

Im Sommer wird das aus der Erdwärmesondenanlage kommende kalte Wasser direkt zum Kühlen der Betondecken genutzt. Es erwärmt sich dabei und wird anschließend wieder durch die Erdwärmesonden gepumpt, wo es die Wärme an das Erdreich abgeben kann. Durch diese Zirkulation erwärmt sich der Untergrund langsam. Diese Wärme wird im Winter wieder entzogen und über Wärmepumpen zum Heizen genutzt.

Die 154 Sonden erbringen eine Heizleistung von 330 kW und 340 kW im Kühlfall. Dadurch können 75% des Kälteenergiebedarfs und während der Heizperiode 70% des Wärmeenergiebedarfs erzeugt werden.

Zur Auslegung der Erdwärmesondenanlage wurden Berechnungen mit der von den Universitäten Gießen (Hessen) und Lund (Schweden) gemeinsam entwickelten Software "Earth Energy Designer" durchgeführt. Damit kann der Temperaturverlauf des Wärmeträgers in Abhängigkeit von Untergrundparametern und Leistungskurven berechnet werden.

Als Basis für eine genaue Berechnung wurden die Untergrundparameter mittels Probebohrung (Grundag AG, Gossau, Schweiz) und mobilem Thermal Response Test (UBeG, Wetzlar) ausgemessen.

Die Erdwärmesonden/Wärmepumpenanlage stellt trotz der höheren Investitionskosten, im Vergleich zu einer konventionellen Wärme- und Kälteerzeugung die wirtschaftlichste Lösung dar. Die jährliche Rendite auf das eingesetzte Kapital für die Erdwärmesondenanlage beträgt 16%.

Eine ausführliche Darstellung des Projektes und weitere Informationen zur Geothermie allgemein oder zur 6. Geothermischen Fachtagung finden Sie auf der Homepage der Geothermischen Vereinigung www.geothermie.de.

Bei dieser Gelegenheit möchten wir Sie noch einmal herzlich zur Pressekonferenz am 18.10.00, 12:30 Uhr in der Akademie Mont Cenis in Herne und zur Teilnahme an der 6. Geothermischen Fachtagung einladen. Näheres dazu finden Sie (einschließlich Online-Anmeldeformularen) ebenfalls auf unserer Homepage

Geothermische Vereinigung
Gartenstr. 36, D-49744 Geeste, Tel.: 0 5907 545, Fax.: 0 5907 7379
E-Mail Geothermische-Vereinigung@t-online.de,
oder im Internet: www.geothermie.de.

Werner Bussmann | idw

Weitere Berichte zu: Erdwärmesondenanlage Flugsicherung Geothermisch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät
21.09.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Der Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle
19.09.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften