Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Studie: Erderwärmung auf höchstem Niveau seit 2000 Jahren

03.09.2003


Die Autoren der umfangreichsten Studie, die jemals in der Klimageschichte durchgeführt wurde, sind zu dem Schluss gekommen, dass die Erde nun wärmer ist als je zuvor in den letzten 2000 Jahren.



Professor Philip Jones von der Abteilung für Klimaforschung der Universität von East Anglia im Vereinigten Königreich ist Koautor der Forschungsstudie. Er ist der Auffassung, dass die Ergebnisse der Argumentation Gewicht verleihen, dass menschliche Aktivitäten für den Anstieg der Temperaturen verantwortlich sind.

... mehr zu:
»Erdklima »Erdtemperatur »Grönland


"Es ist auf keine andere Weise zu erklären. Es ist eine Reaktion auf die Bildung von Treibhausgasen in der Atmosphäre", so Professor Jones.

Um dies mit Sicherheit behaupten zu können, mussten Professor Jones und sein Kollege Professor Michael Mann von der Universität von in den USA sich ein genaues Bild des Erdklimas in den letzten zwei Jahrtausenden machen.

Sie analysierten Temperaturdaten, die bis zu 1000 Jahre zurück reichen. Um jedoch eine Vorstellung vom Erdklima vor dieser Zeit zu bekommen, mussten sie nach Anhaltspunkten suchen, die sich aus Eisbohrkernen und aus der Vegetation, die bis heute überlebt hat, ergeben.

Sie schauten sich die Stämme uralter Bäume aus verschiedenen Teilen der Welt an. Durch die Messung der Dicke der jährlichen Wachstumsringe, die durch das Klima bestimmt werden, waren sie in der Lage, sich ein genaues Bild der Temperaturen und Bedingungen im Laufe der Geschichte zu machen.

Ein weiterer entscheidender Beweis wurde durch Luftblasen, die sich tief in Eisformationen in Grönland und der Antarktis bilden, erbracht. Sie wiesen alle auf dieselbe Schlussfolgerung hin.

"Was wir herausgefunden haben ist, dass es zu keinem Zeitpunkt in diesen zwei Jahrtausenden wärmer war als jetzt. Von 1980 bis heute ist ganz klar die wärmste Periode in den letzten 2000 Jahren", gab Professor Jones bekannt.

Die Wissenschaftler stellten auch fest, dass es in der Vergangenheit wahrscheinlich war, dass die Erdtemperatur pro Jahrhundert um etwa 0,2 Grad Celsius schwankte. Seit 1980 jedoch zeichneten die Forscher einen Anstieg der Erdtemperatur um mindestens die gleiche Höhe auf.

Schließlich versuchten Jones und Mann, Behauptungen zu widerlegen, dass die Erde in der Vergangenheit sehr viel wärmer war. Diese stützen sich auf Anekdoten, dass im nördlichen Großbritannien vor 1000 Jahren Weinberge gediehen und dass die Wikinger Island verließen, um in Grönland ein wärmeres Klima zu finden.

Derzeit gibt es mehr produzierende Weinberge in Großbritannien als zu irgendeiner Zeit in der Vergangenheit, so die Autoren. Die Wikinger verließen Island auf der Suche nach Land, nicht nach wärmerem Wetter. Über die Gründe der globalen Erwärmung mag es noch viel zu diskutieren geben, doch die Beweise, dass es die globale Erwärmung gibt, sind nunmehr erdrückend.

| cn
Weitere Informationen:
http://dbs.cordis.lu/cgi-bin/srchidadb?CALLER=NHP_DE_NEWS&ACTION=D&SESSION=&RCN=EN_RCN_ID:20824&TBL=DE_NEWS

Weitere Berichte zu: Erdklima Erdtemperatur Grönland

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Was ist krebserregend am Erionit?
13.01.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Drohnen im Einsatz für die Korallenriffforschung
10.01.2017 | Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie