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Schmelzendes Eis könnte Vulkanaktivität steigern

04.04.2008
Britische Forscher zeichnen gefährliches Szenario

Die Klimaerwärmung könnte nicht nur die Polkappen zum Schmelzen bringen, sondern auch Magma. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Universitäten von Island und Leeds im Wissenschaftsmagazin Geophysical Letters.

Besonders dramatisch ist die Situation auf der europäischen Insel Island. Der dortige Gletscher Vatnajökull schmilzt jährlich um fünf Kubikkilometer. Die Forscher haben nun berechnet was das für die darunter liegende Erdkruste und das Magma bedeutet.

Die schmelzende Eisschicht nimmt den Druck, der auf dem Gestein und den darunter liegenden Schichten lagert, rapide weg. Das sorge dafür, dass mindestens 1,4 Kubikkilometer Gestein seit 1890 geschmolzen sind. In Island gibt es einige aktive Vulkane, die von Gletschereis bedeckt sind. Die letzte große Eruption gab es 1996 in Gjalp, davor gab es eine solche 1938. Carolina Pagli von der University of Leeds und ihr Kollege Freysteinn Sigmundsson von der Universität Island haben nun aber errechnet, dass das zusätzliche Magma, das durch das Abschmilzen der Eisschicht entsteht, solche Eruptionen häufiger werden lassen könnten. Eine genaue Vorhersage in welchen Zeitabständen diese Eruptionen stattfinden, sei allerdings nicht möglich, da die Menge und der Zeitraum des aufsteigenden Magmas unbekannt sei, schreiben die Forscher, die auch betonen, dass man die Forschungsergebnisse in Island nicht auf die gesamte Erde umlegen könne.

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Der Vatnajökull bilde in verschiedener Hinsicht eine Ausnahme, da er auf einer Grenzlinie zweier Platten der Erdkruste liegt. Diese Konfiguration sorgt dafür, dass der abnehmende Druck durch das Eis sehr wohl zu großräumigen Veränderungen führt. Dass das schmelzende Eis Auswirkungen auf den Vulkanismus hat, meint auch der Forscher Bill McGuire vom University College London http://www.ucl.ac.uk , der nicht an der Studie mitgearbeitet hat. Wenn sich die Menge des Eises verringert, nimmt auch die geologische Spannung in der Kruste ab und das führt leichter zu Eruptionen.

Pagli schätzt, dass von diesen Veränderungen beispielsweise die Vulkane in Alaska, auf den Aleuten und der Mount Erebus in der Antarktis betroffen sein werden. Die Veränderungen der Drücke könnten aber auch an bisher unbekannten Orten zu Eruptionen führen. "Wir glauben, dass die Gjalp Eruption auf diese Art zustande gekommen ist", führt Pagli aus. Die Magma ist an einer ungewöhnlichen Stelle aus der Erde gedrungen - nämlich zwischen zwei Vulkanen. Der Grund dafür war die Verschiebung der Spannung." Auch McGuire sieht in der neuen Studie die Theorie bestätigt. Rein physikalisch sei das Ergebnis nachvollziehbar. Nach Ansicht des britischen Forschers, der mit seinem Team unter anderem auch die Wirkung des steigenden Meeresspiegels auf den Vulkanismus untersucht, werde die Klimaerwärmung zu vermehrten vulkanischen Aktivitäten führen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.agu.org
http://www.leeds.ac.uk
http://www2.hi.is

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