Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Regiopole als Wachstumsräume außerhalb der Metropolregionen?

23.01.2008
Gehören die mittelgroße Städte außerhalb von Metropolregionen zu den Verlierern hinsichtlich ihren Entwicklungsperspektiven? Diese Frage stellten sich Bayreuther Wirtschaftsgeographen und Regionalplaner und luden den Kasseler Professor Jürgen Aring zu einem Werkstattgespräch ein. Der sieht in peripheren Raumen die "kleinen Großen", nämlich sog. Regiopole als Impulsgeber für regionale Entwicklung an.

Seit Mitte der 1990er Jahre wird über das raumordnerische Konstrukt "Europäische Metropolregion" in regional- und stadtentwicklungspolitischen Diskussionen beraten. Auch Stadt und Landkreis Bayreuth gehören der Champions League der europäischen Wirtschaftsregionen seit den Anfängen der Europäischen Metropolregion Nürnberg im Jahr 2005 an.

Wer derzeit allerdings in größere, außerhalb der Metropolregion gelegene Städte wie Regensburg, Würzburg, Erfurt oder Cottbus kommt und dort mit Politikern und Planern über regionale Entwicklungsperspektiven spricht, der trifft neben demonstrativen Optimismus oft auch auf eine große Unsicherheit. Zum Teil ist die wirtschaftliche Lage enorm schwierig, aber auch bei ordentlichen Wirtschafts- und Arbeitsmarktdaten in Stadt und Region scheint die angemessene Strategie für die Zukunft ungewiss.

Die tatsächliche oder zumindest gefühlte Herausbildung von Metropolregionen auf der einen Seite erzeugt eine relativ einfache Wahrnehmung andererseits: Mitglieder von Metropolregionen sind potenzielle Gewinner im regionalen Strukturwandel, andere Städte und Regionen sind es eben nicht. Diese Einsicht wiegt besonders schwer, wenn die Verantwortlichen in Nullsummenspielen mit einfachen Verteilungslogiken denken. Ein Aufstieg auf der einen Seite muss dann einen Niedergang auf der anderen Seite nach sich ziehen. Selbst wenn man einer solchen einfachen Umverteilungslogik nicht folgt, bleibt die Erfahrung tiefgreifender Umbrüche.

Da die erzeugte räumliche Restrukturierung offensichtlich auch außerhalb der Metropolen Handlungsbedarf generiert, hatte der Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie und Regionalplanung zu einem Kolloquium zum Thema "Regiopole als neues räumliches Entwicklungskonzept" an die Universität Bayreuth eingeladen. Der Referent, Professor Jürgen Aring von der Universität Kassel, gehört zur deutschen Forschungsfront was die Diskussion um Regiopole anbelangt. Er stellte sich offen der Frage, ob es denn nicht auch Wachstumsräume außerhalb von Metropolregionen gibt. Die Idee der Regiopolen beschreibt dabei zunächst im Wesentlichen das Thema regionaler Positionierung nach außen auch für Räume abseits der Metropolregionen.

Aring bezeichnet Regiopole als die "kleinen Großen", die eine wesentliche Rolle als Netzknoten und Entwicklungspole in eher peripheren Räumen spielen. Städte dieser Kategorie haben im Durchschnitt etwa 100.000 bis 300.000 Einwohner und sind Standort einer Hochschule oder Fachhochschule.

Weiterhin zeichnet diese Städte aus, dass sie weit außerhalb der engeren metropolitanen Verflechungsräume liegen. Ihre wesentliche Funktion liege schließlich darin, Impulsgeber regionaler Entwicklung auch in nicht-metropolitanen Räumen zu sein und im Sinne einer Verantwortungsgemeinschaft neue Aufgaben durch eine regionale Selbstorganisation zu lösen.

(Rosi Ruidisch)

Jürgen Abel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de/

Weitere Berichte zu: Metropolregion Regiopole Wachstumsraum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Januskopf des südasiatischen Monsuns
15.06.2018 | Max-Planck-Institut für Chemie

nachricht Was das Eis der West-Antarktis vor 10.000 Jahren gerettet hat, wird ihr heute nicht helfen
14.06.2018 | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Abwehrmechanismus gegen Sauerstoffradikale entdeckt

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umwandlung von nicht-neuronalen Zellen in Nervenzellen

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Im Fußballfieber: Rittal Cup verspricht Spannung und Spaß

18.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics