Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Berge beschleunigen die Artenbildung

28.09.2009
Evolution schneller zu Zeiten der Plattenbewegung

Die Erhebung von Bergen im Zuge der Plattenverschiebungen könnte ein wichtiger Motor der Artenbildung gewesen sein. Zu diesem Schluss kommen US-amerikanische Forscher, die Fossilien aus Berg- und Tieflandregionen der USA im Zeitalter des Miozäns verglichen haben.

Dabei wurde sichtbar, dass ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Gebirgs- und Artenbildung besteht. "Die wichtigsten Zeiten der Ausprägung neuer Arten gehen direkt mit den Hauptmomenten der großen Plattenverschiebungen einher", betont Studienleiterin Catherine Badgley, Paläontologin der University of Michigan. Die Forschung wurde vergangene Woche beim Jahrestreffen der Wirbeltier-Paläontologen im englischen Bristol präsentiert.

Im Gebirge gibt es auch heute eine höhere Artenvielfalt als in anderen Regionen. Das geht darauf zurück, dass Berge auf einem vergleichsweise kleinen geografischen Gebiet eine Vielzahl unterschiedlicher Voraussetzungen für Leben bieten. In einem Berggebiet der Größe von zehn Quadratkilometern kann es etwa zugleich Wälder, Almwiesen und Felslandschaften geben, wobei häufig jede Umgebung ganz unterschiedliche Temperaturen, Niederschläge und Vegetationsmerkmale aufweist. In einem Stück Flachland der gleichen Größenordnung gibt es hingegen meist nur einen einzigen Lebensraum. Bisher nahm man an, dass Berge den Tier- und Pflanzenarten vor allem als Unterschlupf dienen, wenn sie aus ihrem natürlichen Lebensraum im Flachland verdrängt werden.

Die aktuelle Forschung zeichnet ein neues Bild der Berge. Untersucht wurde die Häufigkeit der Artenbildung im Gebirge und Tiefland sowie der Artenreichtum, wobei fossile Funde der Rocky Mountains mit denen der Great Plains aus der Zeit vor 23 Mio. Jahren bis vor fünf Mio. Jahren verglichen wurden. Die Wissenschaftler entdeckten dabei Schübe der Artenbildung, die nur in den Bergen rund um die Zeiten der tektonischen Aktivität geschahen.

Während der tektonisch inaktiven Phase war die Entstehung der Arten im Flachland und Bergland hingegen gleichmäßig langsam. Die Entfaltung der Berge dürfte bestimmte Tiere von anderen Gruppen ihrer Art in niedrigeren Regionen isoliert haben, vermuten die Wissenschaftler. Durch die Anpassung an den veränderten Lebensraum könnten sich neue Gruppen mit neuen Merkmalen gebildet haben, die sich von denen der ursprünglichen Art unterschieden.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.vertpaleo.org
http://www.umich.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Neue Einblicke in das 2004 Sumatra-Erdbeben
14.11.2017 | Technische Universität München

nachricht Folgen des Klimawandels: Oder warum wird das Wasser unter Borkum überwacht?
14.11.2017 | Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte