Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

2008 bisher kältestes Jahr des Jahrzehnts

17.12.2008
Meteorologen: Dennoch keine Klimawandel-Entwarnung

Global gesehen ist das laufende Jahr das kälteste seit 2000 und wird mit einem durchschnittlichen Jahresmittel von 14,3 Grad Celsius um 0,14 Grad unter dem Mittel der vorangehenden sieben Jahre liegen.

Das besagt ein aktueller Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), der seine Aussagen auf Daten internationaler Messnetzwerke stützt. Trotzdem gilt 2008 als eines der zehn wärmsten Jahre seit Ende des 19. Jahrhunderts.

Als einen Hauptgrund für die aktuelle Abkühlung sehen die WMO-Meteorologen natürliche Kreisläufe im Pazifik, die kaltes Wasser an die Meeresoberfläche fördern. Die durch höhere Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre verschuldete Erwärmung werde dadurch abgebremst, auch für die kommenden Jahre scheint ein Ausgleich oder ein weiterer leichter Rückgang der Temperatur möglich.

"Eine Entwarnung im Zusammenhang mit dem Klimawandel bedeutet dieses Ergebnis nicht", sagt Ernest Rudel, der Leiter der Abteilung für Wetter und Klimainformation bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, im Gespräch mit pressetext. Der Trend der Erderwärmung sei nicht aufgehoben, langfristig relevante Aussagen könne man erst im Zeitmaß von Jahrzehnten treffen.

Für den entsprechenden Zeitraum von 2001-2010 prognostiziert die WMO einen Temperaturanstieg um etwa 0,17 Grad Celsius gegenüber dem vorhergehenden Jahrzehnt und 0,3 Grad über dem Mittel zwischen 1961 und 1990.

Satellitenmessungen zeigen, dass das Eis in der Arktis heuer sein zweitniedrigstes Volumen seit 1979 erreicht hat, zudem wurden in vielen Teilen der Erde klimatische Extremereignisse wie Fluten, Dürre, Schneestürme, Hitze- und Kältewellen verzeichnet.

Neben den natürlichen Kreisläufen sieht Rudel den Ausstoß von Treibhausgasen als wichtigsten Faktor für die langfristige Erwärmung. "Der Anstieg von CO2 und anderen Gasen in der Atmosphäre ist eindeutig auf den Menschen zurückzuführen. Es besteht eine starke Rückkopplung zwischen dem Klima und der Bevölkerungszunahme auf der Erde, die sich im gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen auswirken."

Trotz ständig wachsendem CO2-Ausstoß seien vereinzelte Rückgänge der Temperatur möglich. "Zu viele Prozesse sind beteiligt, als dass ein direkter Zusammenhang zwischen CO2 und Jahrestemperatur möglich wäre", betont Rudel. Aus demselben Grund seien auch kurzfristige Klimaprognosen für die Zukunft nur begrenzt aussagekräftig. Für die nächsten Jahrzehnte erwartet der Meteorologe eine Fortsetzung des langjährigen Trends eines leichten Temperaturanstiegs, erst ab 2050 seien laut derzeitigen Klimamodellen drastische Veränderungen absehbar.

Von der leichten globalen Abkühlung bekam Europa 2008 wenig zu spüren, ein warmer Winter und Frühling besonders auch in nördlichen Regionen bescherte dem Kontinent insgesamt ein Jahresmittel über dem langjährigen Schnitt. "Im Gegensatz zu den anderen Erdteilen hängt die Temperatur in Europa kaum von den Naturgeschehnissen im Pazifik ab. Wir werden vielmehr vom Golfstrom im Atlantik beeinflusst", so Rudel abschließend.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.wmo.int
http://www.zamg.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Satellitenblick auf die Dürre in Kenia
28.06.2017 | Technische Universität Wien

nachricht Bisher unbekanntes Aussterben grosser Meerestiere entdeckt
27.06.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

Plants are networkers

19.06.2017 | Event News

Digital Survival Training for Executives

13.06.2017 | Event News

Global Learning Council Summit 2017

13.06.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive