Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zur Entwicklung neuer optischer Sensoren: 470.000 Euro für Regensburger Forscher

21.11.2014

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert ein neues Forschungsprojekt an der Universität Regensburg. Ein Team um Projektleiter Dr. Thomas Hofbeck und Prof. Dr. Hartmut Yersin vom Institut für Physikalische Chemie wird bis Ende August 2016 mit 470.000 Euro gefördert. Ziel des Projekts ist die Entwicklung neuartiger optischer Sensoren für die Bestimmung der Sauerstoffkonzentration und des Luftdrucks in biologischen und chemischen Systemen.

Sensoren finden sich in unterschiedlichsten Formen und Anwendungen. Eine besondere Gruppe stellen optische Sensoren dar, die Licht als Informationsträger nutzen. Hierbei handelt es sich um sogenannte Lumineszenzsensoren.


Die neuen Sensormaterialien ändern die Emissionsfarbe. Die abgebildete Sensorflüssigkeit zeigt eine Farbverschiebung von blau nach grün bei einer Abnahme des Sauerstoffanteils im Gasgemisch.

Foto: Universität Regensburg – Zur ausschließlichen Verwendung im Rahmen der Berichterstattung zu dieser Pressemitteilung

Bei diesen werden spezielle Materialien eingesetzt, die in Abhängigkeit einer äußeren Messgröße ihre Emissionseigenschaften – beispielsweise die Emissionsintensität oder die -abklingzeit – ändern. Allerdings bringen die bisherigen Methoden zur Auswertung der beiden genannten Größen gewisse Nachteile mit sich.

Im Rahmen des Regensburger Forschungsprojekts wird ein neuer Ansatz verfolgt. Das Verfahren basiert auf der Idee, Sensormaterialien zu entwickeln und zu nutzen, die eine sogenannte duale Emission aufweisen. Es handelt sich dabei um Moleküle, die aus zwei unterschiedlichen elektronischen Molekülzuständen emittieren und deshalb Licht in zwei verschiedenen Farben ausstrahlen.

Der Einfluss der Messgröße auf das Sensormaterial äußert sich in einer Änderung der Emissionsfarbe. Der große Vorteil dieser Strategie ist eine einfache und schnelle Ermittlung der Messgröße über die Auswertung der Farbe des von den Sensormolekülen emittierten Lichts.

Zudem lässt sich mit Hilfe der neuartigen Sensormoleküle unter Verwendung von Farbkameras relativ einfach ein bildgebendes Verfahren umsetzen. Dadurch können beispielsweise Sauerstoffverteilungen in biologischen Proben oder Luftdruckverteilungen auf Oberflächen sichtbar gemacht werden.

Vorarbeiten der Regensburger Wissenschaftler stießen bereits wegen des hohen wirtschaftlichen Potentials auf Interesse von Seiten der Industrie. Nach der Realisierung und Optimierung von Materialien im Rahmen des neuen Projekts wird deshalb eine technologische Weiterentwicklung und Umsetzung mit Industriepartnern erfolgen.

Titel des Forschungsprojekts: „Optische Sensorik auf Basis dualer Emission“ (DualSens)
Zuwendungsgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Förderprogramm: Förderprogramm Photonik Forschung Deutschland
Förderkennzeichen: 13N13393

Ansprechpartner für Medienvertreter:
Dr. Thomas Hofbeck
Universität Regensburg
Institut für Physikalische Chemie
Tel.: 0941 943-4465
Thomas.Hofbeck@ur.de

Alexander Schlaak | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-regensburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

nachricht 1,5 Mio. Euro für das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW)
05.12.2016 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten