Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirksamkeit nachgewiesen - Auszeichnung für neue Erkenntnisse

08.11.2010
Die Kinderärztin aus Halle, Dr. Ulrike Uhlig, weist in Studie die Wirksamkeit des Wirkstoffes Dimenhydrinat bei Gastroenteritis bei Kindern nach. Hallesche Medizinische Fakultät ehrt Erkenntnisse mit Wilhelm-Roux-Preis für Nachwuchswissenschaftler.

In der Kinderheilkunde beruhen noch immer viele medikamentöse Therapien auf Erfahrungswerten. Denn der allgemein anerkannte Wirksamkeitsnachweis durch klinische Studien fehlt meistens. Doch diese sind wichtig, um die Behandlungsqualität zu sichern.

Eine dieser Lücken konnte Dr. Ulrike Uhlig (Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin) schließen. Sie wies im Rahmen einer Studie nach, dass der Wirkstoff Dimenhydrinat bei Kindern mit Gastroenteritis die Erbrechensfrequenz senkt, jedoch keinen Einfluss auf die Flüssigkeitsaufnahme hat. Für diese Erkenntnis wird sie von der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit dem Wilhelm-Roux-Preis für Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.

Zwei Mal im Jahr ehrt die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit einem akademischen Festakt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an der Einrichtung habilitiert beziehungsweise promoviert haben. Am Donnerstag, 11. November 2010, überreicht der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Michael Gekle, an sieben Habilitanden und 64 Promovenden (36 weiblich, 28 männlich) ihre Urkunden. Vier Mal konnte die höchste Note "summa cum laude" ("mit höchstem Lob") vergeben werden.

Den Festvortrag hält der ehemalige Dekan, Professor Dr. Stephan Zierz (Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Neurologie), über das Thema: "Aus den Anfängen der Medizinischen Fakultät: Friedrich Hoffmann und Georg Ernst Stahl" Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr in der Aula der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Universitätsplatz 10, Löwengebäude), dabei wird auch der Wilhelm-Roux-Förderpreis an Dr. Ulrike Uhlig vergeben. Neben den Habilitanden und Promovenden ehrt die Medizinische Fakultät außerdem vier Mediziner, die vor 50 Jahren promoviert haben ("goldenes Doktorjubiläum“). Die Pflegedienstdirektorin des Universitätsklinikums Halle (Saale), Dipl.-Pflegewirtin Susann Krasemann, verleiht zudem den Elsbeth-Heise-Pflegepreis 2009/2010.

Zur wissenschaftlichen Arbeit von Dr. Ulrike Uhlig: Etwa der Hälfte der Kinder mit Gastroenteritis und Erbrechen wird im ambulanten Bereich das Mittel Dimenhydriant verschrieben. Doch die medikamentöse Behandlung findet ohne spezielle pädiatrische Zulassung statt – wie bei den meisten Medikamenten, die ihren Einsatz bei Kindern finden, denn klinisch kontrollierte Studien fehlen. Die heutige Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin initiierte eine prospektiv randomisierte Studie ein. In dieser Studie konnte nachgewiesen werden, dass das Medikament die Erbrechensfrequenz signifikant senkt. Zudem sei das Medikament gut verträglich, habe aber keine positiven Effekte auf Krankheitsdauer. Bei der Gastroenteritis handelt es sich um die zweithäufigste Infektionskrankheit bei Kindern. In der Anfangsphase tritt häufig Erbrechen auf. Das untersuchte Medikament wird in Deutschland Kindern etwa eine Million Mal im Jahr verschrieben.

Die 34-jährige Kinderärztin und Mutter zweier Kinder stammt aus Baden-Württemberg und studierte in Tübingen Medizin. Seit Dezember 2007 arbeitet sie an der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder- Jugendmedizin. Zuvor war sie am Universitätsklinikum Leipzig beschäftigt und startete dort auch die nun ausgezeichnete Studie. Sie freut sich sehr über die Auszeichnung und betont, dass die multizentrische Studie das Ergebnis einer ausgezeichneten Zusammenarbeit in einem Team darstellt.

Aus privaten Gründen verlässt Ulrike Uhlig Anfang kommenden Jahres Halle in Richtung Universität Oxford. Der Dekan der halleschen Medizinischen Fakultät, Professor Michael Gekle, bedauert dies zwar, sieht darin aber auch einen Beweis, dass die hallesche Universitätsmedizin sehr gute und gefragte Nachwuchswissenschaftler ausbildet.

Jens Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Perowskit-Solarzellen: mesoporöse Zwischenschicht mildert Einfluss von Defekten

18.01.2018 | Energie und Elektrotechnik