Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit wenig Energie durch die Innenstadt von Rotterdam

10.05.2012
Das Team "Fortis Saxonia" der TU Chemnitz geht vom 17. bis zum 19. Mai 2012 mit dem Ökomobil SAX4 beim Shell Eco-marathon an den Start - neu sind das Chassis und die verbesserte Lenkung

Beim größten Wettbewerb für nachhaltige Mobilität in Europa - dem Shell Eco-marathon in Rotterdam - treten 227 Teams von Hochschulen und Universitäten aus 24 Ländern gegeneinander an. Es gewinnt, wer mit umgerechnet einem Liter Sprit so viele Kilometer wie möglich zurücklegt.

"Der Shell Eco-marathon bietet uns eine Plattform, Ideen für die Mobilität von morgen zu entwickeln und umzusetzen. Aufgabe des Wettbewerbs ist es, ein Fahrzeug zu konstruieren, das möglichst wenig Kraftstoff verbraucht", sagt Daniel Schneider vom Chemnitzer Studententeam "Fortis Saxonia". In den vergangenen Monaten arbeiteten die Mitglieder von "Fortis Saxonia" akribisch am aktuellen Fahrzeug SAX4, das beim Shell Eco-marathon 2012 in der Prototypen-Klasse startet.

Auch TU-Rektor Prof. Dr. Arnold van Zyl drückt dem Studententeam die Daumen: "Ich begrüße solche transdisziplinären Projekte sehr und hoffe, dass in Zukunft noch mehr Professuren der TU Chemnitz den Kontakt zu Fortis Saxonia aufnehmen. Das könnte beispielsweise durch die Betreuung entsprechender Studienabschlussarbeiten geschehen sowie durch den geeigneten Transfer von Forschungsergebnissen zur weiteren Optimierung des Chemnitzer Ökomobils." Im Team "Fortis Saxonia" arbeiten 20 Studierende aus unterschiedlichen Studiengängen zusammen. Zum Beispiel brachten sich Psychologen und Soziologen bei der Bedienung mit zündenden Ideen ein. "Die Innovationen für den Wettbewerb 2012 erlauben es SAX4 mit noch weniger Energie zu fahren", schätzt Fahrerin Christine Städtler ein und ergänzt: "Beim Shell Eco-marathon siegt das sparsamste Fahrzeug, nicht das schnellste. Darauf kommt es an."

Das futuristisch anmutende Chassis hat einen sehr geringen Luftwiderstand, der zusammen mit dem Elektromotorenantrieb und der Energie aus einer Brennstoffzelle für einen geringen Verbrauch an Kraftstoff, oder genauer gesagt Wasserstoff, sorgt. Neu am SAX4 ist vor allem die Steer-by-wire-Lenkung. Das Lenksignal wird elektro-mechanisch aufgenommen und elektrisch weitergegeben. Diese Eigenentwicklung des Studententeams erhöht gleichzeitig die Sicherheit der Fahrerin. Der verkleinerte Wendekreis, angepasst an den Stadtrundkurs in Rotterdam, bietet mehr Fahrkomfort für die Hinterradlenkung. Weitere Veränderungen am SAX4 betreffen vor allem minimierte Reibungskräfte der Radlager durch Hybridlager, das auf 43 Kilogramm reduzierte Gewicht und ein unter sicherheitstechnischen Gesichtspunkten verbessertes Kohlefaserchassis mit optimierter Wabenstruktur und ergonomischer Anpassung an die Fahrerin. Zudem entwickelte "Fortis Saxonia" ein intelligentes Feuchtigkeitsmanagement. So wird die Luftfeuchtigkeit effektiver reguliert und es entsteht ein verbesserter Arbeitspunkt der Brennstoffzelle, was den Energieverbrauch verringert.

Unterstützung fand "Fortis Saxonia" dabei unter anderem von den Firmen Continental AG, COTESA (Mittweida), IAV Automotive Engineering und WIN (Zwickau). Außerdem besteht eine Kooperation mit der Lehrwerkstatt Physik der TU Chemnitz. Die Auszubildenden in der Lehrwerkstatt frästen und drehten Teile für die Vorder- und Hinterradaufhängung, die Naben für die Räder sowie Teile für den Joystick.

Zwei Studentinnen übernehmen das Steuer

"Fortis Saxonia" geht in Rotterdam mit zwei Fahrerinnen an den Start: Die erste Fahrerin ist Christine Städtler (Größe: 1,62 Meter/Gewicht: 50 Kilogramm). Sie ist 20 Jahre alt und studiert im sechsten Semester Psychologie an der TU Chemnitz. Sie stammt aus Lößnitz in der Nähe von Aue und kam durch ihren Freund in den Verein "Fortis Saxonia". Sie konnte sich gleich für den SAX begeistern, auch ohne Erfahrungen im Motorsport. Als besondere Herausforderung sieht sie die Gewöhnung an den SAX4 und die anspruchsvolle Strecke in Rotterdam. Dort kommt es vor allem darauf an, dass sich eine effiziente Linie in der Streckenführung finden lässt. Viele Tipps dazu erhält sie vom Team. Vorteil des 2012er-Fahrzeuges ist nach ihrer Meinung eine verbesserte Sicht durch die Scheibenoptimierung. "Es geht mir vor allem um den Spaß am Fahren und das Ausprobieren von neuen Dingen. Außerdem möchte ich die TU Chemnitz beim Wettbewerb repräsentieren. Ziel ist neben einer vorderen Platzierung ganz kla r das stärkere Zusammenwachsen als Team. Und natürlich möchte ich die Erwartungen der Konstrukteure erfüllen", so Christine Städtler.

Die zweite Fahrerin ist Anetta Woruschilina (Größe: 1,61 Meter/Gewicht: 51 Kilogramm). Die 23-jährige TU-Studentin der Soziologie stammt aus der Ukraine und wuchs in Simmern/Rheinland-Pfalz auf. Ohne bisherige Erfahrungen im Motorsport kam sie durch einen guten Freund zu "Fortis Saxonia". Das besondere am SAX ist für sie, dass es ein ganz anderer Fahrzeugtyp ist, im Vergleich zu einem Pkw. "Ich finde es prima, dass junge Menschen versuchen, in einer Gemeinschaft etwas auf die Beine zu stellen. Da ich in meinem Studium den Schwerpunkt auf Personal und Organisationen lege, ist es interessant für mich, wie sich solche Projekte und Vereine organisieren", sagt Anetta Woruschilina und ergänzt: "In Erwartung einer guten Platzierung steht für mich vor allem die aktive Teilnahme an dem außergewöhnlichen studentischen Projekt im Vordergrund meiner Motivation." Aufgrund der veränderten Strecke 2012 sieht sie die Schwierigkeit im Wettbewerb beim geschickten Umgang mit Gas und Bremse, was

viel mehr Konzentration erfordert. Im Vergleich zum SAX 3 wurde das Fahrzeug besser auf die Fahrerinnen angepasst, etwa bei der Gestaltung der Frontscheibe und der Pedalerie.

Der Shell Eco-marathon 2012 im Internet: http://www.shell.com/eco-marathon

"Fortis Saxonia" im Internet: http://www.fortis-saxonia.de

Weitere Informationen erteilen Daniel Schneider und Stefanie Troppmann, Telefon 0371 531-19302, E-Mail pr@fortis-saxonia.de

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.shell.com/eco-marathon
http://www.fortis-saxonia.de
http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope
20.10.2017 | Freie Universität Berlin

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise