Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

VIRTUAL VEHICLE gewinnt Innovation Award 2014 mit einem Motorprüfstand namens FRIDA

17.10.2014

Der erste Platz des diesjährigen Innovation Awards in der Kategorie „Clean Mobility“ geht an das Grazer Forschungszentrum VIRTUAL VEHICLE für die erfolgreiche Entwicklung des Motorprüfstandes „FRIDA“ (Friction Dynamometer).

Der Prüfstand ist in der Lage Motoren reibungsärmer und somit noch effizienter und umweltfreundlicher zu machen. Der Innovation Award wurde von Magna Logistik Europa und dem Steirischen Autocluster ACstyria heuer zum zweiten Mal vergeben. Obwohl FRIDA erst seit wenigen Monaten in Betrieb ist und am 31.10.2014 offiziell eröffnet wird, wird der Prüfstand der Grazer bereits von namhaften Kunden wie BMW Motorrad, MAN und AVL List genutzt.

Für Fahrzeug- und Motoren-Hersteller gilt es, den laufend strenger werdenden gesetzlichen Abgasvorschriften und der steigenden Nachfrage nach geringem Kraftstoffverbrauch gerecht zu werden. Dabei spielt nicht nur die zunehmende Rohstoffabhängigkeit Europas sondern auch das hohe Prestige so genannter „grüner Mobilität“ eine große Rolle.

Bei einem modernen Verbrennungsmotor gehen bis zu 70 Prozent der Kraftstoffenergie durch Abwärme aus Reibung und Verbrennung verloren. Nur etwa 30 Prozent stehen für die tatsächliche Leistung an der Kurbelwelle zur Verfügung. Die Verringerung von Reibungsverlusten im Motor eröffnet also nach wie vor Möglichkeiten für die Reduktion von CO2-Emissionen.

Signifikante Kraftstoffeinsparung durch Verringerung der Motorreibung

Die Optimierung von Reibung in Verbrennungskraftmaschinen bietet ein großes Potenzial Kraftstoff einzusparen und damit auch den CO2-Austoß zu verringern. Dieses Potenzial zur CO2-Reduktion durch verringerte Reibung ist sogar ähnlich hoch, wie das durch einen optimalen thermodynamischen Verbrennungsprozess. Automobilhersteller und -zulieferer benötigen dafür eine verlässliche Messmethode, die praktikabel und möglichst flexibel einsetzbar ist – eine Herausforderung, die der Prüfstand FRIDA (Friction Dynamometer) des VIRTUAL VEHICLE sehr schnell und ökonomisch bewältigt.

Zeit- und kostengünstige Untersuchungen bis ins kleinste Detail

FRIDA, der am Grazer Forschungszentrum VIRTUAL VEHICLE entwickelte und aufgebaute Reibleistungsprüfstand, ermöglicht eine effiziente Bestimmung der Reibungsverluste von Serienmotoren. Dabei können nicht nur die Gesamtverluste bestimmt werden, auch eine detaillierte Zuordnung der Verluste in die einzelnen Teilsysteme - Kolbengruppe, Gleitlager des Kurbeltriebs und Ventiltrieb - ist möglich. Mit den Messergebnissen können Motoren und deren Teilsysteme gezielt weiterentwickelt und Reibung reduziert werden.

Die Benützung des Prüfstands FRIDA erfordert, im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren, nur minimale Adaptionen am Motor und stellt damit eine deutlich zeit- und kostengünstigere Methode zur Reibleistungsanalyse dar.

Neue Motoren mit speziellen Oberflächenbeschichtungen und -texturierungen, mit neuartigen Bauteil- und Gleitlagermaterialien sowie mit niedrigviskosen Schmiermitteln können am Reibleistungsprüfstand getestet und optimiert werden.

Klare Vorteile

Die Methode verfügt über einige wesentliche Vorteile verglichen mit herkömmlichen Ansätzen. Im Gegensatz zu den konventionellen Strip-Down-Methoden werden die Verlustanteile unter gleichen Betriebsbedingungen und zur selben Zeit gemessen - es findet also kein schrittweises Demontieren von Baugruppen statt, das die Betriebsbedingungen der restlichen Baugruppen beeinflusst.

Im Vergleich zu Floating-Liner-Messungen bietet FRIDA den Vorteil, dass keine tiefgreifenden Umbauten des Motors, also kein Herauslösen der Laufbüchsen und auch keine Einschränkungen bezüglich Drehzahlen erforderlich sind. Das macht die am VIRTUAL VEHICLE entwickelte Methode zu einer sehr ökonomischen Möglichkeit, die Reibungsverluste für Serienmotoren zu bestimmen.

Innovation Award 2014

Magna Logistik Europa und der Steirische Autocluster ACstyria zeichneten am 14. Oktober 2014 im festlichen Ambiente des Schloss Seggau bei Leibnitz die innovativsten Technologien heimischer Unternehmen mit dem Innovation Award 2014 aus. Die Jury wählte FRIDA auf den ersten Platz in der Kategorie „Clean Mobility“.

Obwohl FRIDA erst seit wenigen Monaten in Betrieb ist und am 31.10.2014 offiziell eröffnet wird, wird der Prüfstand der Grazer bereits von namhaften Kunden wie BMW Motorrad, MAN und AVL List genutzt.

VIRTUAL VEHICLE Research Center

VIRTUAL VEHICLE ist ein international führendes Forschungszentrum in Graz/Österreich, das leistbare, sichere und umweltfreundliche Fahrzeugkonzepte für Straße und Schiene entwickelt. Wesentliche Elemente der Forschung und Entwicklung sind die Verknüpfung von numerischer Simulation und experimenteller Absicherung sowie eine umfassende Systemsimulation bis hin zum Gesamtfahrzeug.

Über 200 Expertinnen und Experten realisieren in einem internationalen Netzwerk aus Industrie- und Forschungspartnern innovative Lösungen und entwickeln neue Methoden und Technologien für das Fahrzeug von morgen. Aktuell arbeiten über 80 Industriepartner (u.a. Audi, AVL, Bosch, BMW, Daimler, Doppelmayr, Magna Steyr, MAN, Porsche, Siemens oder Volkswagen), sowie neben der TU Graz 45 weltweite universitäre Forschungsinstitute (u.a. KTH Stockholm, KU Leuven, Universidad Politécnica de Valencia, St. Petersburg State Polytechnical University, TU München, KIT Karlsruhe, University of Sheffield oder CRIM Montreal) eng mit VIRTUAL VEHICLE zusammen. Im Geschäftsjahr 2013 wurde ein Umsatz von 22 Millionen Euro erzielt.

Das COMET K2-Programm bietet die Basis für geförderte Forschungsaktivitäten bis mindestens Ende 2017. VIRTUAL VEHICLE leitet und begleitet eine Vielzahl zukunftsweisender EU-Projekte und bietet zugleich ein breites Portfolio an Auftragsforschung und Dienstleistungen an.

Kontakt:
DI (FH) Christian Santner
VIRTUAL VEHICLE
christian.santner@v2c2.at
Tel: +43 664 88518030

Weitere Informationen:

http://www.v2c2.at - Website VIRTUAL VEHICLE

Elisabeth Pichler | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Warum genau diese 20? – Quantenchemie löst Aminosäure-Rätsel

22.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Simulation: Neuartiger zweidimensionaler Schaltkreis funktioniert mit magnetischen Quantenteilchen

22.01.2018 | Physik Astronomie

Vogelmonitoring leicht gemacht: Erfassung der Brutvögel wird digitalisiert

22.01.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz