Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tübinger Hirnforscher Mathias Jucker erhält den Hamburger Wissenschaftspreis 2013

16.05.2013
Der Tübinger Hirnforscher Professor Dr. Mathias Jucker erhält den Hamburger Wissenschaftspreis 2013.

Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg zeichnet damit seine Forschungen zu zellulären und molekularen Mechanismen aus, die für die Hirnalterung und die Entstehung der Alzheimerkrankheit verantwortlich sind.

Der mit 100.000 Euro dotierte Preis wird gestiftet von der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve. Die feierliche Preisverleihung findet am 22. November 2013 im Hamburger Rathaus unter der Schirmherrschaft des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg, Herrn Olaf Scholz, statt.

Der Neurobiologe Mathias Jucker vom Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung, Universität Tübingen gehört zu den international führenden Vertretern der experimentellen Demenzforschung in Deutschland. Ihm und seinem Team ist es gelungen, wegweisende Forschungsergebnisse zu den grundlegenden Mechanismen der Alzheimer-Erkrankung beizutragen. Darunter befindet sich unter anderem die wichtige Entdeckung, dass die für die Alzheimer-Erkrankung verantwortliche Fehlfaltung von A-beta-Proteinen im Gehirn durch einen Prionen-ähnlichen Mechanismus ausgelöst wird. Die von Jucker entwickelten Maus-Modelle finden nicht nur in der Grundlagenforschung weltweite Verwendung, sondern spiegeln auch – wie Juckers neueste Forschungsergebnisse zeigen – klinisch relevante Parameter der Alzheimer-Erkrankung wider.

In jüngster Zeit arbeitet Jucker an der Früherkennung verschiedener Unterformen der Alzheimer-Erkrankung. Dabei sollen die ersten fehlgefalteten A-beta-Proteine im Gehirn untersucht und detektiert werden. Die Untersuchungen und Beobachtungen Juckers sind nicht nur von großem neurobiologischen Interesse, sondern haben auch erhebliche klinische Bedeutung, so der Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und Vorsitzende der siebenköpfigen Jury des Hamburger Wissenschaftspreises, Professor Dr. Heimo Reinitzer. „Sie lassen zudem hoffen, dass sein Forschungsansatz der richtige Weg zur Entwicklung präventiver Maßnahmen gegen die Alzheimer-Erkrankung ist. Diese wichtigen Forschungsprojekte werden mit dem Preisgeld unterstützt.“

Mathias Jucker ist Vorstandsmitglied am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) in Tübingen. Er studierte Neurobiologie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich und promovierte dort 1988. Danach war er PostDoc und später Gruppenleiter am National Institute on Aging in Baltimore, USA, bevor er als Juniorprofessor (und START-Stipendiat) an die Universität Basel ging. 2003 wurde er auf seine derzeitige Professur an die Universität Tübingen berufen. Er ist Leiter der Abteilung Zellbiologie Neurologischer Erkrankungen und Sprecher für die Graduate School of Cellular and Molecular Neuroscience an der Universität Tübingen. Seit 2009 ist Jucker zudem Gruppenleiter am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Standort Tübingen. Im Rahmen dieser Tätigkeit ist er Sprecher für DIAN-Tübingen im internationalen Forscher-Netzwerk für die dominant vererbte Alzheimer-Krankheit, DIAN (Dominantly Inherited Alzheimer Network).

Der Hamburger Wissenschaftspreis 2013 war dem Thema "Demenzforschung" gewidmet. Die thematische Ausrichtung dient dazu, Demenzforschung in Deutschland mit allen ihren Facetten öffentlich sichtbar zu machen und das Forschungsgebiet weiter zu fördern. Für viele Arten der Demenz, wie zum Beispiel die Alzheimer Erkrankung, sind Ursachen und Mechanismen bis heute nicht geklärt. Die international besetzte Jury unter Vorsitz von Akademiepräsident Heimo Reinitzer erhielt insgesamt 16 Nominierungen. Sie wurden vorgeschlagen von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Wissenschaftsinstitutionen aus ganz Deutschland und Österreich.

Der Hamburger Wissenschaftspreis wird alle zwei Jahre vergeben und wurde für 2013 zum dritten Mal ausgeschrieben. Mit 100.000 Euro ist er der höchstdotierte Preis einer deutschen Wissenschaftsakademie. 2009 wurde er im Bereich "Infektionsforschung" verliehen und an Professor Dr. Stefan Ehlers vom Forschungszentrum Borstel und der Universität Kiel vergeben. Den Hamburger Wissenschaftspreis 2011 zum Thema "Energieforschung" erhielt Professor Dr. Ferdi Schüth vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr.

Kostenfreies Bildmaterial steht zum Download zur Verfügung unter
http://www.awhamburg.de/veranstaltungen/dokumentation.html
oder direkt bei der Pressestelle des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung.
Pressekontakte:

Silke Jakobi
Leiterin Kommunikation
HIH Hertie-Institut für klinische Hirnforschung
Zentrum für Neurologie
Universitätsklinikum Tübingen
72076 Tübingen
Tel. +49/7071/29 – 88 800
E-Mail silke.jakobi@medizin.uni-tuebingen.de

Dr. Elke Senne
Akademie der Wissenschaften
in Hamburg
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49/40/42 94 86 69 – 20
E-Mail elke.senne@awhamburg.de

Silke Jakobi | idw
Weitere Informationen:
http://www.awhamburg.de
http://www.hih-tuebingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie