Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Start-Up der Universität Mannheim erhält MRN-Innovationspreis

04.12.2013
contagt GmbH gewinnt Sonderpreis für neuartiges mobiles Gebäude-Navigationssystem

Der mit 5.000 Euro dotierte Sonderpreis der MRN-Stiftung für innovative Projekte geht dieses Jahr an das Start-Up contagt GmbH aus Mannheim. Bei der feierlichen Preisverleihung in der Aula der Universität Heidelberg zeichnete Stifter Dr. h.c. Manfred Lautenschläger das Jungunternehmen persönlich aus.

In seiner Laudatio lobte Lautenschläger den Unternehmergeist der Gründer und die praktische Anwendbarkeit der contagt-Lösung. Bei „contagt“ handelt es sich um ein Navigationssystem für Gebäude, das von einem Team um Dipl. Kfm. Johannes Britsch, Doktorand am Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim, entwickelt wurde. Anwendungsgebiete für das System sind u.a. Parkhäuser, Bürokomplexe, Kongresszentren oder Krankenhäuser.

Das Besondere an der Navigationslösung: „contagt“ kommt ohne Satellitensignale aus, indem es die Smartphone-Sensorik (z.B. Kompass) mit der kostengünstigen QR- und NFC-Technologie kombiniert. In Gebäuden werden hierfür kleine Panels (sog. „tags“) mit visuellen Quick Response Codes (QR) und passiven Near Field Communication Chips (NFC) angebracht. Über eine App kann der Nutzer diese Codes einlesen oder die Chips per Handy berühren („contact“), schon erfährt er seinen genauen Standort. Die App beinhaltet außerdem eine eigene Suchmaschine, eine Art "Google für Gebäude", die Bauwerke wie Webseiten durchsuchbar macht. So kann der Nutzer z.B. ein Zimmer suchen und wird auf einer Karte mittels einer Auswertung seiner Bewegungen durch die Smartphone-Sensorik dorthin geleitet.

Traditionelle GPS-basierte Navigationssysteme funktionieren aufgrund mangelnden Satellitenempfangs nicht. Lösungen basierend auf Triangulation von WLAN-Sendern sind meist mit hohen Hardware- und Betriebskosten verbunden und arbeiten in vielen Gebäuden aufgrund massiver Decken, Wände, Störsignale o.ä. ebenfalls nicht korrekt. Die Kombination aus kostengünstigen QR-/NFC-Panels zur Standortbestimmung und der Nutzung von Smartphone-Sensoren (Kompass, Beschleunigungsmesser usw.) zur Echtzeit-Bewegungserfassung ab dem Panel-Startpunkt, die contagt anbietet, ist anderen Technologien klar überlegen.

Neben dem Sonderpreis der MRN-Stiftung hat die contagt GmbH bereits den diesjährigen Prinz von Hohenzollern Innovationspreis gewonnen. Das Start-Up-Unternehmen wird durch ein EXIST-Stipendium des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert.

Der MRN-Innovationspreis wird seit 2001 von der Stiftung Metropolregion Rhein-Neckar vergeben. Prämiert werden innovative Vorhaben, die sich klar vom gegenwärtigen Stand der Technik abheben und eine bedeutsame Weiterentwicklung in einem der fünf Bereiche darstellen: „Biotechnologie und Medizintechnik“, „Informations- und Kommunikationstechnik“, „Umwelt- und Energietechnik“, „Materialien und Werkstoffe“ sowie „Life Sciences und Gesundheit“. Beachtung bei der Bewertung durch die Juroren und den Stiftungsrat finden speziell der Grad der Marktreife und die Intensität der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft. Der Hauptjury gehörten diesmal an: Prof. Dr. Anke Kaysser-Pyzalla (Wissenschaftliche Geschäftsführerin, Helmholtz-Zentrum für Materialien und Energie, Berlin) und Dr. Andreas Kreimeyer (Mitglied des Vorstands, BASF SE, Ludwigshafen).

Die Stiftung Metropolregion Rhein-Neckar wurde 1999 gegründet. Dem Stiftungsrat gehören an: Dr. h.c. Manfred Lautenschläger (Vorsitzender), Prof. Dr. Peter Frankenberg, Dr. Manfred Fuchs und Dr. Josef Zimmermann. Den Stiftungsvorstand bilden Kirsten Korte und Wolf-Rainer Lowack.

Katja Bär | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-mannheim.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Spitzenforschung vom Nanodraht bis zur Supernova: Fünf ERC Consolidator Grants für die TU München
14.12.2017 | Technische Universität München

nachricht Leibniz-Preise 2018: DFG zeichnet vier Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftler aus
14.12.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten