Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spitzenforschung zur Blutgerinnung

09.02.2015

Auch seine Augsburger Kollegen in der DFG-Forschergruppe SHENC haben Grund, sich über zwei hoch angesehene Forschungspreise für den Biophysiker Matthias Schneider (Boston) zu freuen.

Zwei hoch angesehene Forschungspreise der Firmen Baxter und Pfizer ermöglichen es dem Biophysiker Prof. Dr. Matthias Schneider - früher Augsburg, jetzt Boston - mit seinen Augsburger Partnern am Lehrstuhl für Experimentalphysik I (Prof. Dr. Achim Wixforth) seine Spitzenforschung zur Blutgerinnung am Standort Augsburg der deutschlandweiten DFG-Forschergruppe 1543 "Shear Flow Regulation of Hemostasis" (SHENC) weiter voranzutreiben.


Prof. Dr. Matthias Schneider, Boston, verstärkt als Gastprofessor das von Prof. Dr. Achim Wixforth (r.) geleitete Augsburger Team der DFG-Forschergruppe "Shear Flow Regulation of Hemostasis" (SHENC).

Fotos: www.bu.edu und Thorsten Naeser

Schon als er noch wissenschaftlicher Assistent und Habilitand am Augsburger Lehrstuhl für Experimentalphysik I bei Prof. Dr. Achim Wixforth war, hat Schneider bei seinen Untersuchungen zur Blutgerinnung bahnbrechende Ergebnisse erzielt. Seine Biophysik-Gruppe konnte damals erstmals nachzuweisen, dass das Funktionieren eines wesentlichen Blutgerinnungsfaktors rein physikalische Ursachen hat: Konkret konnte Schneider für den so genannten von-Willebrand-Faktor (VWF) zeigen, dass er eine mechanisch geschaltete Funktion besitzt, die auf der Nanonmeterskala Haftstellen für Blutplättchen exponiert, sobald das Biopolymer einer gewissen Scherkraft ausgesetzt wird (siehe siehe http://idw-online.de/de/news206846).

DFG-Forschergruppe 1543 "Shear Flow Regulation of Hemostasis"

Diese Entdeckung führte zur Gründung der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten und kürzlich nach hervorragender Begutachtung verlängerten Forschergruppe 1543 "Shear Flow Regulation of Hemostasis", in der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Augsburg, Berlin, Hamburg, Heidelberg, Jülich, Mannheim, München und Linz (Österreich) zusammenarbeiten.

Von Augsburg nach Boston

Dem Spitzennachwuchsforscher Matthias Schneider selbst verschaffte diese Entdeckung einen mit 1,3 Mio. Euro dotierten "Starting Grant" des European Research Council (ERC), dem er dann allerdings einen noch attraktiveren Ruf an die Bosten University vorzog, in deren Department of Mechanical Engineering er seither forscht.

"Um so mehr freuen wir uns, dass uns seine DFG-geförderte Gastprofessur in unserer Augsburger SHENC-Arbeitsgruppe weiterhin die intensive Zusammenarbeit mit Matthias Schneider ermöglicht hat", so Achim Wixforth, "und wir sind überzeugt davon, dass die renommierten Preise, die er erst jüngst wieder in den USA erhalten hat, dazu beitragen, dass wir in Augsburg gemeinsam mit ihm weiterhin Spitzenforschung zur Blutgerinnung mit engstem Bezug zur Medizin werden betreiben können."

Baxter Bioscience Award und Pfizer Hemophilia Award

Bei den beiden Auszeichnungen, die Schneider aktuell erhalten hat, handelt es sich zum einen um einen mit 80.000 Dollar dotierten Baxter Bioscience Award zur Förderung neuer therapeutischer Entdeckungen. Der Pfizer Hemophilia Award dient - mit 230.000 Dollar dotiert - der Förderung von Grundlagen- und klinischer Forschung zur Bluterkrankheit. Schneider ist der bislang einzige Physiker, der mit diesem Preis ausgezeichnet wurde.

Mehr zu den Preisen:
http://www.bu.edu/phpbin/news-cms/news/?dept=666&id=62198

Die DFG Forschengruppe 1543 "Shear Flow Regulation of Hemostasis":
http://www.shenc.de


Kontakt:
Prof. Dr. Achim Wixforth
Lehrstuhl für Experimentalphysik I
Universität Augsburg
Telefon 0821/598-3300
achim.wixforth@physik.uni-augsburg.de
http://www.physik.uni-augsburg.de/exp1/

Klaus P. Prem | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert für weitere drei Jahre Forschungen zu Kieselalgen
22.03.2017 | Technische Universität Dresden

nachricht Effiziente Tools für bildgebende Studien
21.03.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie