Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schader-Preis 2014 für Stephan Leibfried

16.05.2014

Der Sozialwissenschaftler und Jurist Stephan Leibfried hat den Schader-Preis 2014 erhalten. Die Preisverleihung fand im mit 400 Besuchern voll besetzten Schader-Forum in Darmstadt statt.

Mit dem Preis zeichnet die Schader-Stiftung Gesellschaftswissenschaftlerinnen und
-wissenschaftler aus, die durch ihre wissenschaftliche Arbeit und ihr öffentliches Wirken wichtige Beiträge für die Lösung gesellschaftlicher Probleme geleistet haben. Stephan Leibfrieds Initiative ist im Wesentlichen die Gründung des 'Zentrums für Sozialpolitik' (ZeS) 1988 an der Universität Bremen zu verdanken.


(v.l.n.r.) Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard (Stiftungsratsvorsitzender), Prof. Dr. Stephan Leibfried (Preisträger), Alois M. Schader (Stifter) und Prof. Dr. Anne Peters (Laudatorin)

Schader-Stiftung, Foto Christoph Rau

Das ZeS ist eine interdisziplinäre Einrichtung, die Ökonomie, Politik, Soziologie, Sozialmedizin sowie Gesundheitspolitik umfasst und mittlerweile zu einer international führenden Forschungseinrichtung in der Sozialpolitik und der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung geworden ist. Der Schader-Preis wird vom Senat der Schader-Stiftung verliehen.

Für den Senat begründete Professor Jutta Allmendinger die Entscheidung für den Bremer Wissenschaftler: "Bemerkenswert im Hinblick auf die Ziele der Schader-Stiftung sind insbesondere Leibfrieds vielfältige Versuche, Brücken in die Praxis zu schlagen.“

Mit Blick auf das Jubiläum 100 Jahre „Großer Krieg“ und seine eigenen Arbeiten zur Staatsentwicklung trug Stephan Leibfried vor, wie sich das deutsche Bild vom Staat am Beispiel der Metapher und der Zeichnung des „Staatsschiffs“ von 1871 bis 1918 entwickelt hat. Ausgangspunkt war die Karikatur von Sir John Tenniel im Punch 1890 „Der Lotse geht von Bord“: Wilhelm II. steht an Bord seiner Staatsjacht Hohenzollern I und schickt seinen Kanzler Bismarck davon, das Fallreep hinunter ins Beiboot. Es handelt sich um eine Karikatur, die damals in Deutschland wie eine Bombe einschlug, und ein vieldeutiges Motiv, das noch heute variationsreich regelmäßig in der Presse aufgegriffen wird.

„Die Deutschen kennen seither auch auf ihren Staatsschiffen nur noch Lotsen und keine Steuermänner – ohne die geht es aber leider auf hoher See nicht. Vor allem vergessen sie, dass ihr Urbild vom Staatsschiff bis heute die 'Privatjacht' Hohenzollern I von Wilhelm II. geblieben ist und nicht etwa die 'Superfregatte Grundgesetz' oder das 'Flaggschiff Weimarer Verfassung'.“ Leibfried konstatierte, das alte autokratische Bild von 1890 sitze so fest, dass in unserem kollektiven Bildgedächtnis — anders als etwa in dem der USA — das alte Staatsschiff und die neue Demokratie bis heute getrennte Wege gehen.

„Stephan Leibfried war und ist ein großer Forschungspolitiker und damit auch ein Praktiker des Wissenschaftsbetriebs“, sagte Prof. Dr. Anne Peters, Direktorin und wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg, in ihrer Laudatio. „Dies zeigt sich nicht nur daran, dass er große Forschungsverbünde konzipiert, aufgebaut und geleitet hat, sondern auch in seinen scharfsinnigen Kommentaren und konstruktiven Vorschlägen zur Exzellenzinitiative“, so Peters weiter.

Der Schader-Preis wird jährlich von der Schader-Stiftung verliehen und ist mit 15.000 Euro dotiert. Preisgericht ist das Kuratorium der Stiftung. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Jutta Allmendinger (2013), Paul Kirchhof (2012), Jan Philipp Reemtsma (2011), Wolf Lepenies (2010), Lord Ralf Dahrendorf (2009), Klaus von Beyme (2008), Franz-Xaver Kaufmann (2007), Gesine Schwan (2006) und Ulrich Beck (2005).

Die Schader-Stiftung fördert die Gesellschaftswissenschaften und deren Dialog mit der Praxis. Die gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Darmstadt finanziert seit ihrer Gründung im Jahre 1989 ihre Fördertätigkeit aus den Erträgen des von Alois M. Schader gestifteten Privatvermögens.

Der Vortrag des Preisträgers und weitere Dokumente zum Schader-Preis sind verfügbar unter www.schader-stiftung.de/schader-preis

Weitere Informationen:

http://www.schader-stiftung.de/schader-preis

Peter Lonitz | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie