Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sächsischer Physiknachwuchs wird ausgezeichnet

14.09.2011
Am 16. September 2011 um 16 Uhr findet die diesjährige Verleihung der VON ARDENNE-Physikpreise im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) statt. Lucas Böttcher aus Chemnitz gewinnt mit seiner Besonderen Lernleistung zum Thema „Graphenoberflächen“ den Hauptpreis. Weitere Geldpreise gehen an Schüler aus Meißen und Leipzig sowie eine Schülerin aus Riesa. Insgesamt werden 17 Physikarbeiten von 19 Schülern ausgezeichnet.

Bereits zum elften Mal verleiht das HZDR in Kooperation mit der TU Dresden, der TU Chemnitz, der TU Bergakademie Freiberg und der Universität Leipzig die VON ARDENNE-Physikpreise an sächsische Abiturientinnen und Abiturienten für hervorragende Arbeiten im Fach Physik. Die VON ARDENNE Anlagentechnik GmbH stiftet seit 2009 die Geldpreise. Der sächsische Staatsminister für Kultus Prof. Roland Wöller ist Schirmherr des Wettbewerbes.

Einladung
Zur feierlichen Preisverleihung am Freitag, den 16. September 2011 von 16.00 - 17.30 Uhr im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (Konferenzebene) sind Vertreter der Medien herzlich eingeladen. Interviews mit den Preisträgern sind auf Anfrage vorab möglich.

In diesem Jahr wurden 17 Physikarbeiten von 19 Schülerinnen und Schülern von den sächsischen Gymnasien für den Wettbewerb nominiert. Jede Schule kann nur in Ausnahmefällen mehr als eine Arbeit nominieren. Bearbeitet wurde ein breites physikalisches Themenspektrum, das meist weit über den Lehrplan Physik der Sekundarstufe II hinausreichte. Das Auswahlgremium bewertete am 17. Juni 2011 die besten Arbeiten, die mit einem Hauptpreis in Höhe von 750 € und vier weiteren Geldpreisen von je 500 € prämiert werden. Alle Teilnehmer des Wettbewerbes erhalten einen Anerkennungspreis, der im Rahmen des Programms „Physik für Schülerinnen und Schüler“ der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung vergeben wird.

„Wundermaterial“ Graphen
Der Gewinner Lucas Böttcher vom Samuel von Pufendorf Gymnasium in Flöha beschäftigte sich mit der Präparation von Graphen, für dessen Entdeckung erst im vergangenen Jahr der Nobelpreis Physik vergeben wurde. Das ultradünne Material besteht aus nur einer Atomlage Kohlenstoff und begeistert durch seine extreme Stabilität und besondere Materialeigenschaften. Allein über hundert Forschergruppen in Deutschland beschäftigen sich mit potentiellen Anwendungen. Diese reichen von der Nutzung in der Grundlagenforschung bis hin zum Einsatz als neues Material für Transistoren, Computerdisplays etc. Lucas Böttcher analysierte nicht nur die Struktur und Eigenschaften des Materials, er befasste sich auch mit Strategien zur Herstellung von Graphen, die auch den Wissenschaftlern am Institut für Physik der TU Chemnitz, die seine Besondere Lernleistung betreut hatten, bei der Erforschung von Graphen helfen sollen.
Mit „echten“ Daten arbeiten
Mit Originaldaten des Large Hadron Collider am europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf, dem weltgrößten Teilchenbeschleuniger, arbeitete Julia Eckert, Schülerin des Beruflichen Schulzentrums für Technik und Wirtschaft Riesa. Im Rahmen der Schülerforschungstage „Hands on Particle Physics Masterclasses" entstand diese Arbeit in Kooperation mit dem Institut für Kern- und Teilchenphysik der TU Dresden. Die Abiturientin filterte aus einer riesigen Menge kernphysikalischer Ereignisse bestimmte Daten mit Hilfe eines Computerprogramms heraus: Sie interessierte sich besonders für die sogenannten W- und Z-Teilchen. In der anschließenden Diskussion konnte sie bestehende Theorien der Teilchenphysik bestätigen. Für ihre Arbeit erhält sie einen der Geldpreise in Höhe von 500 €.
Der Weg zu den Physikpreisen
Eine Teilnahme am Wettbewerb ist nur über eine Nominierung eines Schülers durch den betreuenden Fachlehrer möglich. In der Regel darf ein Gymnasium nur eine Besondere Lernleistung einreichen. Einsendeschluss war der 16. Mai 2011. Ein Auswahlkomitee, bestehend aus Professoren der TU Dresden, TU Chemnitz, TU Bergakademie Freiberg, der Uni Leipzig und des HZDR, bewertete am 17. Juni 2011 die Arbeiten und wählte die Gewinner aus.

Seit 2009 stiftet die VON ARDENNE Anlagentechnik GmbH die Preisgelder des Wettbewerbs. Intention ist es, besonderes Engagement im Bereich der Physik zu honorieren. Gleichzeitig sollen die Schülerinnen und Schüler für ein Studium der Naturwissenschaften motiviert werden.

VON ARDENNE ging 1991 aus dem Forschungsinstitut Manfred von Ardenne in Dresden hervor. Die vom Gründer und Namenspatron verkörperten Werte haben bei VON ARDENNE auch heute noch Bestand: Wissenschaftliche Neugier, die systematische Suche nach neuen Applikationen der Dünnschichttechnik, Qualität, Leistungswille und Zuverlässigkeit. Damit dem Unternehmen auch in Zukunft die Ideen nie ausgehen, unterstützt es junge Talente – z. B. beim Schülerwettbewerb Physik.

Pressekontakte
Dr. Christine Bohnet
Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
Pressesprecherin
Tel. 0351 260-2450 oder 0160 969 288 56
c.bohnet@hzdr.de
Ines Eschler
VON ARDENNE Anlagentechnik GmbH
Expert Communications
Tel.: 0351 2637 254
Eschler.Ines@vonardenne.biz
Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) hat das Ziel, langfristig ausgerichtete Spitzenforschung auf gesellschaftlich relevanten Gebieten zu leisten. Folgende Fragestellungen stehen hierbei im Fokus:
• Wie verhält sich Materie unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?
• Wie können Tumorerkrankungen frühzeitig erkannt und wirksam behandelt werden?
• Wie nutzt man Ressourcen und Energie effizient und sicher?
Zur Beantwortung dieser wissenschaftlichen Fragen werden sechs Großgeräte mit teils einmaligen Experimentiermöglichkeiten eingesetzt, die auch externen Nutzern zur Verfügung stehen.

Das HZDR ist seit 1.1.2011 Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Es hat vier Standorte in Dresden, Freiberg, Leipzig und Grenoble und beschäftigt rund 800 Mitarbeiter – davon 380 Wissenschaftler inklusive 120 Doktoranden.

Dr. Christine Bohnet | idw
Weitere Informationen:
http://www.hzdr.de/
http://www.vonardenne.biz/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro
21.02.2018 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2018 für Tübinger Neurowissenschaftler
21.02.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics