Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rostocker Physiker stoßen großes Tor einen Spalt breit auf

18.09.2015

Forschung zur Wirkung von Licht auf Materie findet international Beachtung

Die Physiker der Universität Rostock finden mit ihrer Forschung zur Wirkung von Licht auf Materie international Beachtung. „Den Forschungsschwerpunkt zu diesem Thema haben wir vor zehn Jahren auf die Welt gebracht“, sagt Professor Karl-Heinz Meiwes-Broer vom Institut für Physik.

Für diese grundlegenden Untersuchungen erhält die Universität von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über die Jahre verteilt rund 25 Millionen Euro zusätzliche Förderung. Die Mittel werden insbesondere für den wissenschaftlichen Nachwuchs genutzt, sowie für neue Laser und Hochleistungscomputer.

„Wir erzeugen intelligentes Licht, mit dem sich der Eintrag und Transport von Energie und Materie sichtbar machen und steuern lässt“, erklärt Meiwes-Broer. Er richtet gemeinsam mit seinem jungen Professoren-Kollegen Thomas Fennel noch bis Sonnabend (19.9.) in Rostock eine internationale Konferenz zu diesem Thema aus.

Die Reichweite des Tagungsthemas ist enorm: So werden beispielsweise mit ultraintensiven Laserpulsen im Labor neue Materialzustände erzeugt, deren Untersuchung zum Verständnis fundamentaler Prozesse in der Astrophysik beiträgt. International werde intensiv daran gearbeitet, Licht-Materie-Wechselwirkungen zu nutzen, um die Kernfusion für zivile Energiegewinnung nutzbar zu machen.

„Die Resonanz aus elf Staaten mit 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern überwältigt uns“, sind sich beide Wissenschaftler einig. Die Konferenz befasst sich genau mit dem Rostocker Forschungsthema, nämlich der Wirkung von Licht auf Materie.

Dabei geht es auch darum, wie die Struktur von Nanopartikeln mit extrem hoher Zeitauflösung fotografiert werden kann. Die Rostocker Forscher arbeiten mit Wissenschaftlern im In- und Ausland zusammen und verwenden Röntgenlaser sowie ultrakurze Lichtimpulse, um fundamentale Fragen des Zusammenspiels von Licht und Materie zu beantworten. Damit könnten in Zukunft mit Licht getriebene Teilchenbeschleuniger entwickelt werden. Andere Untersuchungen befassen sich mit effizienteren organischen Solarzellen oder mit superschnellen Quantencomputern.

Mit Hilfe eines neuartigen „Supermikroskops“ am Röntgenlaser in Hamburg konnte ein Forscherteam der Universität Rostock und der TU Berlin erstmals an frei fliegenden Teilchen zeigen, dass sich Nanopartikel symmetrisch aufbauen, wenn sie sich aus Millionen von Atomen zusammenschließen. Das ist ein Thema, das von den 150 Konferenz-Teilnehmern mit großem Interesse aufgenommen wird.

„Damit haben wir ein großes Tor zu einer Vielzahl von Möglichkeiten einen Spalt breit geöffnet“, sagt Professor Fennel. Eines Tages könnten womöglich die einzelnen Schritte chemischer Reaktion oder biologischer Prozesse direkt sichtbar gemacht und in ihrer Funktion im Detail verstanden werden. Text: Wolfgang Thiel

Kontakt:
Karl-Heinz Meiwes-Broer, Professor of Physics
University of Rostock
Albert-Einstein-Straße 23
18051 Rostock, Germany
Tel.: +49 381 498-6800
Secretary Annika Machotzek -6801, Fax: -6802
Scientific coordinator LLM Dr. Susanne Radloff -6911

Weitere Informationen:

http://web.physik.uni-rostock.de/cluster/wordpress/

Ingrid Rieck | Universität Rostock

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie