Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Röntgenpreis für Martin Stadler

12.05.2009
Der mit 5.000 Euro dotierte Röntgenpreis der Universität Würzburg geht in diesem Jahr an den Privatdozenten Dr. Martin Stadler (36) vom Lehrstuhl für Ägyptologie.

Die Auszeichnung ist für herausragende Nachwuchswissenschaftler der Universität bestimmt; überreicht wurde sie beim Stiftungsfest der Hochschule am 11. Mai in der Neubaukirche.

In der Ägyptologie gilt Martin Stadler aufgrund seiner Arbeiten zum römischen Ägypten als "signifikanter Vertreter der 'Würzburger Schule'", wie es ein Rezensent seiner Dissertation formuliert hat. Gefördert durch ein Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes hat Stadler in dieser Arbeit als Erster eine bis dahin unbekannte, sehr ungewöhnliche und schwierige Quelle zur ägyptischen Religion aus dem ersten Jahrhundert nach Christus ediert und kommentiert.

Mit seiner Habilitationsschrift über den ibisköpfigen Gott Thot beschritt Stadler dann neue methodische Wege: Er verband die Ausdeutung wesentlicher Teile des ägyptischen Totenbuchs mit der Analyse des Weisheitsgottes. Diesen Ansatz bezeichnete Professor Mark Smith aus Oxford als richtungweisend für Arbeiten zur ägyptischen Religionsgeschichte. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den Druck dieses knapp 600 Seiten starken Buches mit 7.800 Euro.

Erfolg beim Einwerben von Drittmitteln

Auch sonst wirbt Martin Stadler erfolgreich Drittmittel für seine Forschung ein. Erst vor kurzem hat die DFG ihm ein Projekt bewilligt, in dessen Mittelpunkt der Tempel von Dime in der Oase Fayum steht. Rund 300.000 Euro stehen zur Verfügung - eine ungewöhnlich hohe Summe für ein geisteswissenschaftliches Vorhaben. Stadler kooperiert dabei in Ägypten mit italienischen Archäologen von der Universität Lecce.

Stark beachtete Ausstellung konzipiert

Die Öffentlichkeitsarbeit gehört ebenso fest zu Stadlers Programm. 2005 hat er mit ausgewählten altägyptischen Originalen der universitätseigenen Antikensammlung die Sonderausstellung "Wege ins Jenseits" konzipiert und organisiert. Diese Schau lockte mehr als 25.000 Besucher ins Würzburger Museum am Dom. Den Ägypten-Saal im Martin-von-Wagner-Museum mit seinen rund 300 Objekten hat er gleichfalls gestaltet.

Gefragt ist Martin Stadler auch außerhalb von Würzburg. Einladungen zu Gastvorträgen und Symposien erreichen ihn aus aller Welt. Schon 2001 - noch vor der Promotion - hatte ihn die University of Wales in Swansea zu einer Probevorlesung gebeten. Es ging dabei um die Besetzung einer Stelle, die einer deutschen W2-Professur vergleichbar ist.

Werdegang des Preisträgers

Martin Stadler wurde 1973 in München geboren. An der Technischen Universität seiner Heimatstadt begann er ein Architekturstudium, wechselte dann nach einem Jahr an die Uni Würzburg. Hier studierte er Ägyptologie, Klassische Archäologie und Geschichte.

Zwei Jahre verbrachte er an der Universität Oxford in England, dort schloss er sein Studium 1998 mit dem Master ab. 2002 folgten in Würzburg der Magister und die Promotion in Ägyptologie, 2007 die Habilitation. Derzeit bekleidet Stadler am Institut für Altertumswissenschaften das Amt eines Akademischen Rates.

Geschichte des Röntgenpreises

Die Laudatio auf Martin Stadler hielt David Brandstätter, Vorsitzender des Universitätsbunde. In seiner Rede erinnerte er auch an die Entstehungsgeschichte des Röntgenpreises.Der Röntgenpreis wurde zur 600-Jahr-Feier der Universität Würzburg im Jahr 2002 "wiederbelebt" - nach einer Pause von fast 60 Jahren. Seine Geburtsstunde fällt ins Jahr 1942: Damals richtete der Unternehmer Jakob Preh aus Bad Neustadt an der Saale zum 20-jährigen Bestehen des Universitätsbundes die Röntgenpreis-Stiftung ein und stattete sie mit 100.000 Reichsmark aus.

Der Preis wurde dann offenbar nur zweimal vergeben: Für 1942 erhielt ihn der Würzburger Botaniker Professor Hans Burgeff, ein Jahr später der Mediziner Professor Georg Schaltenbrand. Über weitere Verleihungen sind keine Unterlagen auffindbar.

Im Jahr 2001 realisierte Rosemarie Preh ihren Wunsch, den von ihrem Schwiegervater begründeten Röntgenpreis wieder einzuführen. Dazu stockte sie das Kapital der Walter-Preh-Stiftung, die sie 1985 unter dem Dach des Universitätsbundes eingerichtet hatte, um 150.000 Euro auf. Rosemarie Preh, die der Universität Würzburg als Mäzenin viele Jahre lang eng verbunden war, starb im August 2005 im Alter von 84 Jahren.

Gunnar Bartsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de/

Weitere Berichte zu: DFG Nachwuchswissenschaftler Röntgenpreis Ägyptologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rotierende Rugbybälle unter den massereichsten Galaxien

23.05.2018 | Physik Astronomie

Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor

23.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie

23.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics