Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Professor René Beigang mit dem Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2014 ausgezeichnet

22.05.2014

Terahertz-Postscanner erkennt harmlosen Briefumschlag oder Briefbombe.

Gestern wurde im Rahmen der Jahrestagung der Fraunhofer-Gesellschaft in Freiburg Prof. Dr. René Beigang vom Fachbereich Physik der TU Kaiserslautern und Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik am Standort Kaiserslautern für seine Forschungsarbeiten zur „Sicheren Identifizierung von Gefahrenstoffen wie Sprengstoffe und Drogen: der Terahertz-Postscanner“ mit dem Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2014 ausgezeichnet.


Prof. Dr. René Beigang

Foto: Th. Koziel

Das Forscherteam um René Beigang entwickelte zusammen mit der Hübner GmbH & Co. KG in Kassel das System „T-COGNITION“, das verborgene Inhalte entdeckt, ohne dass die Post geöffnet werden muss. Aber warum verwenden die Experten Terahertz-Wellen?

„Im elektromagnetischen Spektrum liegt der Terahertz-Bereich zwischen Mikrowellen und Infrarot. Es vereint die Vorteile von beiden“, erläutert René Beigang. Die energiearme Strahlung kann ähnlich wie Mikrowellen Papier, Holz, leichte Bekleidung, Kunststoff und Keramik problemlos durchdringen. Zudem erzeugen Terahertz-Wellen, je nachdem, auf welche Stoffe sie treffen, charakteristische Spektren, die sich mithilfe intelligenter Software schnell analysieren lassen. Ein weiterer wichtiger Vorteil: Terahertz-Wellen sind nicht ionisierend und für den Menschen ungefährlich – im Gegensatz zur Röntgenstrahlung. Das macht die Wellen für den Einsatz in Postscannern interessant.

„Die große wissenschaftliche Leistung von Professor Beigang macht deutlich, wie die Gesellschaft von Forschungsergebnissen konkret profitieren kann. Mit seiner Arbeit, dank derer Postsendungen effektiv auf Gefahrenstoffe untersucht werden können, leistet er in Zusammenarbeit mit Forschungskolleginnen und -kollegen sowie Partnern aus der Wirtschaft einen wichtigen Beitrag zur allgemeinen Sicherheit. Unter seiner Leitung hat die anwendungsbezogene Forschung auf dem Gebiet der Terahertz-Technologien national wie international eine herausragende Stellung eingenommen. Zum Joseph-von-Fraunhofer-Preis gratuliere ich Professor René Beigang herzlich“, so Wissenschaftsministerin Doris Ahnen.

Die Auszeichnung unterstreiche zugleich die gute und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen dem Fachbereich Physik der TU Kaiserslautern und der von Beigang aufgebauten Abteilung „Materialcharakterisierung und -prüfung MC“ am Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM. Hervorgegangen war die Abteilung aus einer vom Land Rheinland-Pfalz und dem Fraunhofer IPM gemeinsam mit der TU gegründeten und über eine fünfjährige Aufbauphase vom Land mit über vier Millionen Euro geförderten Projektgruppe. Weitere Landesmittel flossen unter anderem in einen Neubau am Fraunhofer Platz, in den Ende des Jahres die Abteilung einziehen soll.

Und so arbeitet der Postscanner. Über eine Klappe lässt sich ein Brief in das Messgerät einführen. Terahertz-Wellen durchleuchten diesen. Je nachdem auf welche Stoffe die Wellen treffen, werden bestimmte Bereiche mehr oder weniger absorbiert. Detektoren fangen die transmittierten Wellen auf. „Innerhalb weniger Sekunden erfasst das Gerät den spektroskopischen Fingerabdruck des Gefahrenstoffs und kann ihn durch den Abgleich mit einer Datenbank sicher identifizieren“, erläutert Dipl.-Ing. Thorsten Sprenger, Leiter der Bereiche Public Security und Photonics der Firma Hübner und ebenfalls Preisträger des diesjährigen Joseph-von-Fraunhofer-Preises. Enthält ein Brief Sprengstoffe oder Drogen, schlägt das System Alarm.

Seit 1978 verleiht die Fraunhofer-Gesellschaft jährlich Joseph-von-Fraunhofer-Preise für herausragende wissenschaftliche Leistungen ihrer Mitarbeiter, die anwendungsnahe Probleme lösen. Mehr als 200 Forscherinnen und Forscher haben diesen Preis inzwischen gewonnen. In diesem Jahr werden drei Preise vergeben.

Kontakt:
Prof. Dr. René Beigang, Tel.: 0631/205-5201, E-Mail: beigang@physik.uni-kl.de

Weitere Informationen:

http://www.uni-kl.de

Thomas Jung | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Clevere Folien voller Quantenpunkte

27.03.2017 | Materialwissenschaften

In einem Quantenrennen ist jeder Gewinner und Verlierer zugleich

27.03.2017 | Physik Astronomie

Klimakiller Kuh: Methan-Ausstoß von Vieh könnte bis 2050 um über 70 Prozent steigen

27.03.2017 | Biowissenschaften Chemie