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Produktion von Kleinsolaranlagen in Mozambique ausgezeichnet

17.12.2012
Beim Aufbau einer Produktionsstätte für Klein-Solaranlagen im afrikanischen Mozambique orientierte sich Benjamin Seckinger an dem Drei-Säulen-Modell für nachhaltige Entwicklung und brachte die Produktion innerhalb von acht Wochen zum Laufen.
Hierfür verlieh ihm die Carl-Duisberg-Gesellschaft (CDG) kürzlich den ersten Preis für herausragende Abschlussarbeiten, die sich mit den Problemen von Entwicklungsländern auseinandersetzen. Der Preisträger ist Absolvent des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen, den die Hochschule Ulm und die Hochschule Neu-Ulm gemeinsam durchführen.

Mozambique ist ein armer dünnbesiedelter afrikanischer Flächenstaat, dem es vor allem in ländlichen Raum an elektrischer Versorgung fehlt. Kleine Solar-Anlagen für den häuslichen Gebrauch können Abhilfe schaffen. Noch besser ist es, wenn solche Anlagen auf einfache und kostengünstige Weise im Land selbst produzierte werden können. Schon die Produktion einer solarbetriebenen Lichtquelle wäre ein wichtiger Fortschritt für den Alltag.
Benjamin Seckinger stellte sich in seiner Bachelorarbeit der Aufgabe, eine Pilotanlage für die Produktion solcher Solar-Anlagen zu realisieren. Ausgehend vom Produkt-Design entwarf Seckinger für das Ulmer Unternehmen Fosera den Herstellungsprozess, plante die Einrichtung der Produktionsstätte und begleitete die Umsetzung in Maputo persönlich. Dabei betrachtete er das Vorhaben ganzheitlich nach dem Drei-Säulen-Modell der nachhaltigen Entwicklung, wonach sich Erfolg nur einstellt, wenn ökologische, ökonomische und soziale Bedingungen gleichwertig berücksichtigt werden. Kurzgesagt, das Zusammenwirken der Aspekte Planet, Profit und People sollte stimmen.

Seckinger hat alle Informationen zusammengetragen, die für den erfolgreichen Aufbau eines solchen Kleinunternehmens unter den lokalen Bedingungen erforderlich sind. Innerhalb von acht Wochen wurde die Produktion zum Laufen gebracht. Wichtige Erfolgsfaktoren waren dabei unter anderem die Sicherung der Produktionsstätte gegen Diebstahl, die Schulung der künftigen Beschäftigten sowie die Gewährleistung eines professionellen Managements. Außerdem entwickelte er einen zweiphasigen Geschäftsplan mit realistischen Zielen. Kurzfristig ging es darum, die Produktion kostengünstig in Gang zu setzen und in der zweiten Phase die Voraussetzungen zu schaffen, die Produktion mittelfristig entsprechend der Nachfrage hoch zu fahren.
Geschäftsmodelle mit klarer Marktperspektive sind wichtig, damit in armen Entwicklungsländern mehr kleine und mittlere Unternehmen gegründet werden, die Produkte vor Ort herstellen, und so die Wertschöpfung im eigenen Land erfolgen kann. Hierfür liefert Seckingers Arbeit ein eindrucksvolles Beispiel, auch wenn derzeit die Einzelteile noch weitgehend importiert werden müssen. Als ganz persönliche Auszeichnung wertete der CDG-Preisträger jedoch die Nachricht eines der derzeit 15 Mitarbeiter in Maputo. Endlich würde er genügend Geld verdienen, um seine Familie zu ernähren, ließ dieser ihn dankend wissen.

Noch nie seien die Kriterien der Preisvergabe in einer Arbeit so vollständig zu finden gewesen wie in dieser, lautete das einhellige Urteil der CDG-Jury. Die sozioökonomischen Potentiale von Entwicklungsländern zu erkennen und Impulse zu setzen, die deren wirtschaftliche Perspektiven unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit verbessern, ist ein zentrales Anliegen der Carl-Duisberg-Gesellschaft. Dies fände sich in Seckingers Arbeit, die von den Professoren Dr. Manfred Hüser und Peter Adelmann betreut worden war, eindeutig wieder und sie erfülle gleichzeitig ein drittes Kriterium:

Der Preisträger habe sich vor Ort in Maputo für den Aufbau selbst engagiert. Neben Benjamin Seckinger gab es noch zwei weitere Preisträger; Michael Sift, Hochschule Ulm, und Verena Maurer, Hochschule für Technik Stuttgart, teilten sich den zweiten Preis für ihre Arbeiten zur mobilen Desinfektion von Trinkwasser bzw. zum Einsatz von Energieträgern mit geringer CO2 –Belastung im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung in Malaysia.

Dr. Ingrid Horn | idw
Weitere Informationen:
http://www.fosera.com/

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