Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Preise für “documenta center of information and communication” verliehen

09.11.2011
Mehr als 400 Studierende aus 18 Ländern haben sich am internationalen Wettbewerb für ein künftiges Informations- und Kommunikationszentrum der documenta beteiligt. Am Dienstagabend wurden die Siegerentwürfe prämiert.

Eine vorgelagerte Fassade für das Museum Fridericianum, ein offener Pavillon mit integrierten Bäumen, eine temporäre Tribüne mit Freitreppe oder ein luftiger, von Ballons getragener Zeltbau: dies sind die preisgekrönten Entwürfe für ein künftiges „documenta center of information and communication“.

Am Dienstagabend ehrte die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, in Kassel die besten Entwürfe mit vier ersten Preisen sowie drei weitere Entwürfe mit einer Anerkennung. Der Studierendenwettbewerb war von der Universität Kassel sowie der documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs-GmbH ausgelobt worden.

Mit jeweils einem ersten Preis wurden die Entwürfe von Jonas Caspar Hahn (TU München), Susanne Reith (TU München), Jie Tang (TU München) sowie Fabian Scharf (Bauhaus Universität Weimar) ausgezeichnet. Mit je einer Anerkennung wurden die Arbeiten von Nepomuk Fichtl, Christina Gatzen und Christian Fensterer (RWTH Aachen), Martin Lersch, Karolin Knote und Sven Heidrich (AdBK München) sowie Tatjana Zura (FH Trier) gewürdigt. Die ersten Preise sind mit jeweils 1.500 Euro, die Anerkennungen mit jeweils 500 Euro dotiert.

Der Entwurf von Susanne Reith sieht vor, dem Museum Fridericianum als zentralem Ausstellungsort der documenta eine zweite raumhaltige Fassade vorzulagern. Dieser zusätzliche Raum könnte dann das Informations- und Kommunikationszentrum aufnehmen. „Die Arbeit überzeugt das Preisgericht durch die Klarheit der Lösung und die eindeutige Haltung zum Friedrichsplatz als temporäre Veränderung des Ortes. Die Proportion der Fassade in Bezug auf den lang gestreckten Raum des Friedrichsplatzes scheint auch in ihrer Höhenentwicklung sehr angemessen. Die Raumfolge in Bezug auf den Stadtraum ist in Verlängerung der Treppenstraße schlüssig entwickelt“, urteilte die Jury.

Jonas Caspar Hahn dagegen hat für das „documenta center of information and communication“ eine gewaltige Tribüne entworfen. „Die Arbeit formuliert eine Idee, die den Friedrichsplatz als zentrales Forum der documenta unterstützt. Die Größe und Perspektive des Platzraumes ist in der Lage, für die große Tribüne eine überzeugende Kulisse zu bilden. Die Stadtseite erhält eine Fassade, hinter der die geforderten dienenden Funktionen angeordnet sind“, erklärten die Juroren.

Der vielleicht kühnste Entwurf stammt von Jie Tang. Er sieht die Schaffung einer teils zweigeschossigen Zeltkonstruktion vor, die von zahlreichen, mit Helium gefüllten Ballons getragen wird. „Die Arbeit setzt ein deutliches Zeichen der documenta im Stadtraum und überzeugt als Ideengeber (…). Dem Temporären der Aufgabenstellung wird durch die Idee der Tragstruktur durch aufgestiegene Ballons in besonderer Weise entsprochen. Die Arbeit schafft auf innovative Weise ‚mit wenig Mitteln einen großen Auftritt‘“, betonte die Jury.

Deutlich schlichter der Entwurf von Fabian Scharf: Er zielt auf einen offenen Pavillon gegenüber dem Fridericianum ab, der die dort vorhandenen Bäume elegant integriert und einen Ort schafft, in dem sich Besucher der documenta wie in einer Wandelhalle treffen könnten. „Die Arbeit überzeugt als eine Lösung, die sich in besonderer Weise mit dem Potential der Platz säumenden Baumallee auseinandersetzt, indem sie die Konstruktion entsprechend dem Baumraster entwickelt und ein lichtes leichtes Dach in die Struktur integriert. Das Thema des provisorischen Pavillons ist durch diese raffinierte Konstruktion gut gelöst. Sie besitzt eine eigene Bildhaftigkeit von angenehmer Größe“, erklärten die Juroren.

„Wir haben hier einen faszinierenden und hoch spannenden Wettbewerb erlebt“, sagte der Geschäftsführer der documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs-GmbH, Bernd Leifeld, der auch Mitglied der Jury war: „Mit Blick auf das Informations- und Kommunikationszentrum einer künftigen documenta habe ich zahlreiche neue Aspekte lernen können.“ Wegen der kurzen Vorlaufzeit werde die Realisierung eines der Entwürfe des Gestaltungswettbewerbs zur im kommenden Jahr stattfindenden documenta 13 kaum möglich sein. Eine Realisierung jenseits der documenta 13 sei aber - unter der Voraussetzung, dass eine entsprechende Übereinstimmung mit der jeweiligen künstlerischen Leitung der documenta hergestellt werden könne – nicht ausgeschlossen.

Info
Dipl.-Ing. Arch. MSc. T H Fischer
ATELIER 30 Architekten GmbH
Fischer - Creutzig BDA
Tel.: 0561/506290-29
E-Mail: fischer(at)atelier30.de
Prof. Dipl.-Ing. Brigitte Häntsch
Universität Kassel
Fachbereich Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung
Tel.: 0561/804-2439
E-Mail: haentsch(at)asl.uni-kassel.de

Dr. Guido Rijkhoek | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie
28.06.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Revolutionäres Desinfektionsverfahren und Referenzmaterial für Genanalysen sind UNIQUE-Sieger
28.06.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive