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Praxisprojekt: Demenz bei geistiger Behinderung

14.07.2014

Preisgekröntes Konzept für Betreuungseinrichtungen entwickelt

Wenn Menschen mit Behinderungen in Werkstätten oder Wohneinrichtungen ihre Arbeiten und täglichen Verrichtungen nicht mehr wie gewohnt erledigen und sich verwirrend verhalten, steckt oft eine Demenzerkrankung dahinter.

Die steigende Lebenserwartung von Menschen mit geistiger Behinderung und damit auch die Zunahme von altersbedingten Erkrankungen wie Demenz stellen Wohn-, Betreuungs- und Assistenzkonzepte der traditionellen Behindertenhilfe vor ganz neue Herausforderungen.

Wenn Menschen mit Behinderungen in Werkstätten oder Wohneinrichtungen ihre Arbeiten und täglichen Verrichtungen nicht mehr wie gewohnt erledigen und sich verwirrend verhalten, steckt oft eine Demenzerkrankung dahinter. Die steigende Lebenserwartung von Menschen mit geistiger Behinderung und damit auch die Zunahme von altersbedingten Erkrankungen wie Demenz stellen Wohn-, Betreuungs- und Assistenzkonzepte der traditionellen Behindertenhilfe vor ganz neue Herausforderungen.

Einen völlig neuartigen Ansatz, wie mit der Herausforderung „Behinderung und Demenz“ umgegangen werden kann, hat die Diplompädagogin Heike Lubitz in einem von der Software AG-Stiftung geförderten Dissertationsprojekt an der Leibniz Universität entwickelt. Das Projekt ist mit dem Förderpreis der Stiftung Leben pur 2014 in Höhe von 3000 Euro ausgezeichnet worden.

Das Innovative an Heike Lubitz‘ Herangehensweise ist, dass sie konkrete Bildungsmaßnahmen entwickelt hat, die sich nicht nur an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bildungseinrichtungen richten, sondern gleichberechtigt auch an die Mitbewohner der an Demenz erkrankten Menschen.

„Die veränderten Verhaltensweisen der Demenzkranken führen oft zu Spannungen in den Wohngruppen, weil die Mitbewohner nicht verstehen, warum sich einzelne Personen so ‚merkwürdig‘ benehmen“, erläutert Heike Lubitz. „Sie missachten die Privatsphäre, indem sie plötzlich in fremde Zimmer laufen, werden aggressiv, depressiv oder erledigen gewohnte Aufgaben wie Aufräumen oder Tisch decken nicht mehr.

Das Forschungsfeld der Dissertation am Institut für Sonderpädagogik unter der Betreuung von Prof. Bettina Lindmeier ist relativ neu. Die Fortschritte der Medizin sowie verbesserte Lebensbedingungen führen zunehmend dazu, dass auch Menschen mit schweren Behinderungen immer älter werden. Lange Zeit fehlten zudem als Auswirkung der NS-„Euthanasie“-Verbrechen im Dritten Reich schlicht die Erfahrungen mit dieser Personengruppe.

Heike Lubitz hat zwischen 2011 und 2013 mehrere Praxisphasen in drei niedersächsischen Wohneinrichtungen durchgeführt. Nach der Erhebung des Ist-Standes in den Gruppen hat sie Schulungsmaterial konzipiert. Zum einen wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Gruppendiskussionen, Teamreflexionen und Fallbesprechungen aus dem Alltag zu demenzbezogenen Themen geschult.

Der andere Schwerpunkt lag auf der Situation der Mitbewohnerinnen und Mitbewohner. In wöchentlichen Treffen mit Materialien und praktischen Übungen wurde den Mitbewohnern das Krankheitsbild erklärt und Verständnis für erkrankte Personen vermittelt.

Es konnte gezeigt werden, dass durch die Schulungen Konflikte deutlich abnahmen, seltener eskalierten und die Gesamtsituation von den Beteiligten als weniger belastend wahrgenommen wurde. Die Arbeit an der Thematik soll am Institut fortgesetzt werden. Neue Forschungsanträge sind in Planung.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen stehen Ihnen Dr. des. Heike Lubitz und Prof. Bettina Lindmeier unter Telefon +49 511 17373 oder per E-Mail unter heike.lubitz@web.de beziehungsweise bettina.lindmeier@ifs.phil.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Mechtild Freiin v. Münchhausen | Leibniz Universität Hannover

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