Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pilotprojekt Internettherapie für ehemalige Krebspatienten des Kindes- und Jugendalters gestartet

07.11.2011
Mit fast 100.000 Euro von der Deutschen Krebshilfe gefördert/
Universitätsklinikum Ulm nimmt noch Teilnehmer auf

Die akute Krebserkrankung mag schon Jahre zurückliegen – doch häufig reichen ihre Spuren bis in die Gegenwart. Mal sind es Schlaf- oder Konzentrationsstörungen, mal unfreiwilliges Wiedererinnern oder gezieltes Vermeiden von Situationen, die an die frühere Belastung erinnern, wie z.B. ein Krankenhausbesuch: Ehemalige Patienten kämpfen oft Jahre später noch mit den psychischen Belastungen der Krebserkrankung.

„Solche Verhaltensweisen können Folgen einer posttraumatischen Belastungsstörung sein, denn eine Krebsdiagnose ist immer ein erschütterndes, als existentielle Bedrohung erlebtes Lebensereignis“, sagt Prof. Lutz Goldbeck von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm. „Dies gilt besonders für junge Menschen.“

In Deutschland erhalten jedes Jahr etwa 1800 Kinder bis zum Alter von 15 Jahren eine Krebsdiagnose, die ihr Leben auch viele Jahre später noch nachhaltig beeinflussen kann. Prof. Goldbeck und sein Team bieten Betroffenen nun eine neue Form der Unterstützung an: Onko-STEP, eine Schreibtherapie für ehemalige Krebspatienten, die komplett internetbasiert verläuft. Teilnehmer können somit in ihrer gewohnten Umgebung bleiben.

Nach der Anmeldung unter www.onko-step.de steht dem Teilnehmer eine geschulte Psychologische Psychotherapeutin der Universitätsklinik zur Seite, die ihn durch das gesamte Programm begleitet. Die Therapie erfolgt über den Austausch von E-Mails und ist in zwei Blöcke aufgeteilt: Zunächst mit dem Fokus auf die Vergangenheit, anschließend mit dem Blick in die Zukunft. Der Zeitplan für die Therapie wird gemeinsam festgelegt. Prof. Goldbeck: „Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, dass Teilnehmer das Programm in etwa sechs Wochen absolvieren.“

Die Idee zu einer internetbasierten Therapie stammt aus den Niederlanden. „Dort hat sich die Wirksamkeit bereits erwiesen und unsere ersten Erkenntnisse sind ebenfalls positiv“, so Prof. Goldbeck. Weil es im deutschsprachigen Raum bisher keine vergleichbaren seriösen Angebote gibt, fördert die Deutsche Krebshilfe das Ulmer Pilotprojekt mit fast 100.000 Euro.

Die Teilnahme an der internetbasierten Schreibtherapie ist noch bis Ende Dezember 2011 möglich. In Frage kommt das Programm für Menschen über 15 Jahre, die im Kindes- oder Jugendalter an Krebs erkrankt sind und deren akute Krankheitsphase mindestens ein halbes Jahr zurückliegt. Weitere Informationen unter www.onko-step.de.

Anne Huschka | idw
Weitere Informationen:
http://www.onko-step.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

nachricht CRTD erhält 1.56 Millionen Euro BMBF-Förderung für Forschung zu degenerativen Netzhauterkrankungen
24.05.2017 | DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien TU Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten