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Parkinson-Forschung: Dingebauer-Preis für Professor Daniela Berg

26.09.2014

Die Tübinger Hirnforscherin und Neurologin Daniela Berg erhält den Dingebauer-Preis der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Sie wird damit für ihre herausragenden Arbeiten zur Erforschung der Parkinson-Erkrankung und anderer degenerativer Erkrankungen des Nervensystems ausgezeichnet.

Der Preis wird alle zwei Jahre an zwei renommierte Forscher übergeben. Zu den diesjährigen Preisträgerinnen gehörte auch Prof. Dr. Juliane Winkelmann (Stanford University). Die Auszeichnung wurde auf der Eröffnungsveranstaltung des 87. Kongresses der DGN am 16. September 2014 in München verliehen.

„Wissen Sie, was Wissenschaft – oder besser Wissen – mit so wesentlichen Aspekten des Lebens wie Freude und Glück gemeinsam hat? – Es wird mehr, wenn man es teilt! Nicht nur, dass mehr davon erfahren, sondern es gewinnt an Substanz, an Wahrheit…..“, mit diesen Worten bedankte sich Professor Dr. med. Daniela Berg, Forschungsgruppenleiterin am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) Standort Tübingen sowie Oberärztin an der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikum Tübingen für den Dingebauer-Preis.

Seit dem Jahre 2002 verleiht die Deutsche Gesellschaft für Neurologie diese Auszeichnung aus Mitteln der Dr. Friedrich-Wilhelm und Dr. Isolde Dingebauer-Stiftung. Der Preis wird für herausragende wissenschaftliche Leistungen in der Erforschung der Parkinsonschen Krankheit und anderer degenerativer Erkrankungen des Nervensystems vergeben.

Daniela Berg studierte von 1988 bis 1994 Medizin an der Universität Würzburg. Sie promovierte 1995 summa cum laude, ihre fachärztliche Prüfung legte sie 2002 ab. Seit August 2003 ist Berg am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen tätig und seit 2013 erste Vorsitzende der Deutschen Parkinson Gesellschaft (DPG). Sie forscht unter anderem an der Parkinson-Erkrankung, ihren Ursachen und Therapiemöglichkeiten. Ihr besonderes wissenschaftliches Interesse gilt der Früherkennung.

Im Zentrum steht dabei die Identifikation von Markern die eine frühe Diagnose neurodegenerativer Erkrankungen und eine Beurteilung des Krankheitsverlaufs erlauben. Ziel ist es, zukünftig eine Modulation des Verlaufs und auch nervenzellschützende Therapien ermöglichen zu können.

Mit der TREND-Studie (Tübinger Erhebung von Risikofaktoren zur Erkennung von Neurodegeneration) beispielsweise, deren Studienleiterin Berg ist, sollen frühzeitig Symptome durch nicht-invasive Untersuchungen zur Früherkennung für Parkinson und Alzheimer entdeckt werden. Die auf 20 Jahre angelegte Studie untersucht dafür, im Abstand von zwei Jahren, 1.200 Menschen aus Tübingen und Umgebung.

Darüber hinaus entwickelte sie eine Ultraschalluntersuchung des Gehirns, die sogenannte transkranielle Sonografie. Sie kann frühzeitig eine Veränderung der Substantia nigra, ein Bereich im Gehirn der für die motorischen Symptome der Parkinsonerkrankung verantwortlich ist, darstellen. Und das bevor Patienten Bewegungsstörungen und das typische Händezittern zeigen.

Erkenntnisse aus Bergs Arbeitsgruppe und vielen internationalen Forschungsaktivitäten haben dazu beigetragen, dass die Parkinsonerkrankung heute anders verstanden wird, als bisher der Fall war. Um diesem neuen Verständnis für eine bessere Diagnose und Therapie der Betroffenen Rechnung zu tragen, leitet Berg zusammen mit Ron Postuma aus Canada aktuell die internationale Arbeitsgruppe der Movement Disorders Society zur Neudefinition der Parkinson-Erkrankung.

Silke Jakobi | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.hih-tuebingen.de

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