Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nützliches Design - Studienprojekte mit Mia Seeger Preis 2014 ausgezeichnet

01.10.2014

„Was mehr als Einem nützt“ – unter diesem Motto vergibt die Mia Seeger Stiftung jährlich die mit 10.000 € ausgelobte, renommierte Auszeichnung, den Mia Seeger Preis.

In diesem Jahr reichten Studenten von 32 deutschen Hochschulen insgesamt 83 Exponate und Produkte ein, die sich mit wichtigen Aspekten des Lebens und Zusammenlebens befassen und hierfür neuartige, sinnvolle Lösungen vorschlagen. Gleich zwei Projekte, die an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd im Studiengang Produktgestaltung entstanden sind, wurden mit dem Mia Seeger Preis 2014 ausgezeichnet.


HEBIX - Mobile Hebehilfe - ausgezeichnet mit dem Mia Seeger Preis 2014

hfg gmeund


vivio-3D-Druck von Hautsegmenten - ausgezeichnet mit dem Mia Seeger Preis 2014

hfg gmuend, Isabella Zidek

Sowohl das Bachelorprojekt „vivo – 3D-Druck von Hautsegmenten“ von Isabella Zidek als auch das Semesterprojekt „HEBIX – Mobile Hebehilfe“ der drei Studenten Jörg Saur, Robin Weidner und David Wojick überzeugten die Jury mit ihrer Ausrichtung auf „gebrauchstaugliches, sorgfältiges Design“ und den sozialen Nutzen für die Gesellschaft.

Das Projekt „vivio“ ist eine medizinische Produktkonzeption, die sich mit der Behandlung von Erkrankungen und Beschädigungen der Haut beschäftigt. In ihrer Bachelorarbeit an der HfG setzte sich Isabella Zidek unter der Betreuung von Prof. Gerhard Reichert, Prof. Gabriele N. Reichert und Umur Sener mit der Technologie des 3D-Drucks auseinander und legte ein nutzerorientiertes Designkonzept für einen Hautzellendrucker vor.

„vivio“ bedient sich der neuen Technologie des Bioprintings: Ein 3D-Scanner erstellt eine exakte Wundkarte. Ihr folgend wird Zelle für Zelle auf die Wunde aufgebracht, jede an ihre Position in der ihr zugedachten Hautschicht. Die Druckerpatronen sind mit Tinkturen patienteneigener Zellen befüllt und nach Bedarf austauschbar. Der Arzt steuert und überwacht den Druckablauf am Tablet.

Während des gesamten Gestaltungsprozesses wurde darauf geachtet, die komplexe Technologie funktionsgerecht und ergonomisch in eine zurückhaltende, klare Form zu fassen, die die Arbeitsabläufe unterstützt und darüber hinaus Professionalität und Vertrauenswürdigkeit zum Ausdruck bringt. Helle Farben, leicht zu reinigende Oberflächen, eine nicht technoide, freundlich-weiche Formsprache erwies sich sowohl funktionell als auch psychologisch als sinnvoll.

Das ebenfalls mit dem Mia Seeger Preis 2014 ausgezeichnete Ergonomieprojekt der Studenten Robin Weidner, David Woijcik und Jörg Saur entstand unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Held. Mit „HEBIX“ entwickelten sie eine verblüffend plausible Aufstehhilfe für den Fall, dass man einen am Boden liegenden Menschen wieder aufrichten möchte. Man klappt die Aufstehhilfe auseinander, platziert sie unter die angewinkelten Beine des Gestürzten, und kann ihn nun durch zwei Hebel in eine Sitzposition oder in den Stand bringen.

Die Jury des Mia Seeger Preises meint dazu: „Erstaunlich, wie weit der Kraftaufwand vermindert werden konnte. Das alles entscheidende aber ist, dass zuvor ein Weg von der Liege- in die Sitzposition gefunden wurde, die dann stabil gehalten wird, bis der Rest wie das Aufstehen vom Stuhl geht. Ein ernstes Problem ist gelöst. Die Aufstehhilfe ist platzsparend aufzubewahren; Mechanik und Handhabung sind unkompliziert – kaum gesehen, schon gelernt. Zu Recht nimmt der Entwurf ein weites Einsatzfeld in Aussicht: private Wohnungen, Alters- und Pflegeheime, Krankenhäuser.“

Solche Semesterprojekte besitzen einen hohen Stellenwert im Curriculum. Sie bieten nicht nur eine intensive Umsetzung, Verschmelzung und Anwendungsorientierung von Studieninhalten, sondern sie stellen auch die Möglichkeit einer Verknüpfung mit Forschungsprojekten.

„Hebix – mobile Hebehilfe“ steht im Kanon der Innovationsförderung durch ergonomische Gestaltung von medizinischen und medizintechnischen Produkten. Beide Projekte zeigen eine zukunftsgerichtete und anwendungsorientierte Gestaltung, die Problemlösungen an der Schnittstelle zwischen Industrie und Nutzer liefert. Deutlich wird, wie sinnvoll und innovativ die konsequente Verzahnung von Gestaltung, Wissenschaft und Technik sein kann.

In einer individuell inszenierten Ausstellung in den Räumen des MIK Museum, Information, Kunst in Ludwigsburg werden bis zum 9. November 2014 alle prämierten Produkte im Original zu sehen sein.

Weitere Informationen:

http://design-center.de/de/Mia-Seeger-Preis-2014-Preistraeger-109.html
http://www.hfg-gmuend.de

Nina Runde | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über zwei Millionen für bessere Bordnetze
28.04.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie