Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Tumormarker entdeckt: Preis für Martin Fassnacht

09.03.2010
Nicht selten ist die Diagnose eines Karzinoms in der Nebenniere falsch. Allerdings haben Würzburger Mediziner vor Kurzem eine Methode gefunden, die diese Diagnosen in Zukunft deutlich sicherer machen kann. Der Privatdozent Dr. Martin Fassnacht ist dafür von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie ausgezeichnet worden.

Wenn Mediziner den Verdacht haben, ihr Patient könnte an einem Krebsgeschwulst in der Nebenniere erkrankt sein, wird der Patient in der Regel operiert und die Gewebeprobe in die Pathologie geschickt. Die genaue Untersuchung dort sollte eigentlich eine exakte Diagnose liefern.

"Sollte" muss es heißen, weil: "Aktuelle Untersuchungen unserer Würzburger endokrinologischen Arbeitsgruppe zeigen, dass die histo-pathologische Diagnose 'Nebennierenkarzinom' in zehn bis 15 Prozent der Fälle falsch ist", sagt Dr. Martin Fassnacht, Oberarzt in der Endokrinologie der Medizinischen Klinik I.

Die Folge dieser Fehldiagnosen hat für die betroffenen Patienten unangenehme Konsequenzen: "Sie erhalten eine nebenwirkungsreiche, aber wirkungslose Therapie", sagt Fassnacht.

Schwierige Diagnose

Gründe für diese häufigen Fehldiagnosen gibt es einige: Zum einen ist dieser bösartige Tumor sehr selten: Pro Jahr erkranken nur etwa 60 bis 100 Menschen in Deutschland daran. "Zum anderem fehlte es bislang an einem guten Marker zur Abgrenzung zu anderen Tumoren im Bereich der Nebenniere", so Fassnacht. Besonders schwierig sei auch die Abgrenzung von Metastasen in der Nebenniere, die von anderen Tumoren im Körper ausgehen.

Mittlerweile liegt möglicherweise eine Lösung für das Problem vor: Die Würzburger Arbeitsgruppe von Professor Bruno Allolio und Dr. Martin Fassnacht, die seit Jahren zu den weltweit führenden Nebennierenkarzinom-Forschergruppen gehört, hat einen Marker gefunden, der die Diagnostik erheblich verbessern wird: den so genannten Steroidogenic Factor 1 (SF-1).

In einer von der Deutschen Krebshilfe unterstützen Untersuchungen konnten die Würzburger Forscher zeigen, dass SF-1 in 98 Prozent aller Nebennierenkarzinome nachweisbar war, nicht aber in anderen untersuchten Tumorgewebe. Zusätzlich fand die Gruppe von Martin Fassnacht, dass SF-1 einen wichtigen Prognosefaktor für die Nebennierenkarzinome darstellt.

Wenn dieser Marker in der Routinediagnostik von Nebennierentumoren eingesetzt wird, lassen sich nach Überzeugung von Martin Fassnacht die Anzahl der Fehldiagnosen in Zukunft deutlich reduzieren und die klinische Versorgung von Patienten mit Nebennierentumoren verbessern.

Der Schöller-Junkmann-Preis

Martin Fassnacht ist für diese Arbeit aktuell auf der 53. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie in Leipzig mit dem traditionsreichsten Preis der Gesellschaft, dem Schöller-Junkmann-Preis, ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.

Kontakt: PD Dr. Martin Fassnacht, T: (0931) 201-39021, E-Mail: Fassnacht_M@medizin.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rosige Zeiten für die Meeresforschung: SFB „Roseobacter“ wird weitere vier Jahre gefördert
08.12.2017 | Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH

nachricht Wie lassen sich künstliche Lungen implantieren?
06.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie