Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Strategien gegen bösartige Tumore

09.10.2015

Universität Gießen beteiligt am „Marie Curie Innovative Training Network“ ALKATRAS zur Krebsforschung – Förderung durch die Europäische Union

Neue Strategien gegen Lymphknotenkrebs, Neublastome und Lungenkrebs stehen im Fokus eines neuen von der Europäischen Union (EU) geförderten „Marie Curie Innovative Training Network“. Diese bösartigen Tumore haben die Gemeinsamkeit, dass sie von einem Enzym abhängen: der onkogenen anaplastischen Lymphomkinase (ALK).

Die EU stellt einem europäischen Konsortium mit Beteiligung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) für das Projekt „ALKATRAS: Break free from Cancer“ rund 4 Millionen Euro zur Verfügung, davon entfallen rund 250.000 Euro auf das Gießener Teilprojekt. Die Federführung auf Seiten der JLU liegt bei Prof. Dr. Wilhelm Wößmann und Dr. Christine Damm-Welk aus der Abteilung für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie.

„Innovative Training Networks“ (ITN) sind europäische Netzwerke von Einrichtungen zur strukturierten Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Ziel dieser EU-finanzierten Graduiertenkollegs ist die Erweiterung der wissenschaftlichen und allgemeinen Kompetenzen der Mitglieder innerhalb eines internationalen, interdisziplinären und intersektoralen Forschungs- und Ausbildungsprogramms.

Das Konsortium der europaweit führenden Arbeitsgruppen zur Erforschung bösartiger, ALK-abhängiger Tumoren wird von Dr. Suzanne Turner (Cambridge), Prof. Lukas Kenner und Dr. Olaf Merkel (beide Wien) angeführt. Ziel ist es, die Entwicklung weniger toxischer und effizienterer Therapiestrategien gegen ALK-abhängige Tumoren voranzutreiben.

Die 13 Forschergruppen haben biologische, grundlagenorientierte Schwerpunkte oder betreiben – wie die Gruppe in Gießen – angewandte medizinische Forschung. Sie haben ein kompetitives Trainingsprogramm für 15 internationale PhD-Studierende zusammengestellt, in das auch andere Forschungsorganisationen und Firmen integriert sind.

Der Schwerpunkt liegt in der Erforschung der Mechanismen, die das krebsassoziierte Gen ALK nutzt, um Krebsarten wie Lymphknotenkrebs, Neuroblastome oder Lungenkrebs auszulösen. Durch die Aufklärung der ALK-abhängigen Tumorentstehung lassen sich neue Therapiemöglichkeiten entwickeln. Die Gruppe um Prof. Wößmann und Dr. Damm-Welk arbeitet an der weiteren Aufklärung der körpereigenen Immunantwort gegen ALK.

Dies soll als Grundlage dafür dienen, Patientinnen und Patienten in Zukunft eine spezifische Krebsimpfung oder Immunzelltherapie gegen das ALK-abhängige Lymphom ermöglichen zu können. Das Projekt ist am 1. September 2015 gestartet, die Laufzeit beträgt vier Jahre.

Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA), zu denen die „Innovative Training Networks“ gehören, wurden von der Europäischen Kommission eingerichtet, um die länder- und sektorübergreifende Mobilität und die Karriereentwicklung von Forscherinnen und Forschern sowie F&I-Personal aus Technik und Management zu fördern und die Attraktivität von wissenschaftlichen Laufbahnen zu steigern. Seit 2014 werden die MSCA-Maßnahmen über das Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizont 2020“ finanziert.

Kontakt:
Prof. Dr. Wilhelm Wößmann
Abt. Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Universitätsklinikum Gießen und Marburg
Feulgenstraße 12, 35392 Gießen
Telefon: 0641 985-43462
E-Mail: wilhelm.woessmann@paediat.med.uni-giessen.de

Weitere Informationen:

http://www.erialcl.net
http://www.horizont2020.de/einstieg-msc.htm

Lisa Dittrich | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

nachricht CRTD erhält 1.56 Millionen Euro BMBF-Förderung für Forschung zu degenerativen Netzhauterkrankungen
24.05.2017 | DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien TU Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten