Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Förderperiode des SPP 1386 - Strom aus Wärme

20.11.2012
Die zweite Förderperiode für das DFG-Schwerpunktprogramm 1386 ist angelaufen.

Hier forschen Wissenschaftler an Materialien, die Temperaturunterschiede in elektrischen Strom umsetzen können. Fünf Mitglieder des Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) sind erneut beteiligt.

Ziel des Schwerpunktprogramms (SPP) 1386 "Nanostrukturierte Thermoelektrika: Theorie, Modellsysteme und kontrollierte Synthese" ist es, neue thermoelektrische Systeme mit nanostrukturierten Materialien zu entwickeln. Sie sind langfristig wesentlich effizienter als klassische Systeme.

Solche Generatoren können Wärmeunterschiede in elektrischen Strom umsetzen und so zu einer nachhaltigen Energieversorgung beitragen. Als besonders vielversprechend gelten Materialien, die aus nur wenige Nanometer großen Partikeln aufgebaut sind. Denn sie ermöglichen es, zwei im Allgemeinen schlecht vereinbare Eigenschaften miteinander zu kombinieren: Diese Materialien leiten den elektrischen Strom sehr gut, Wärme dagegen nur schlecht. Nur so bleibt der benötigte Temperaturunterschied lange genug bestehen. Bereits jetzt werden thermoelektrische Prototypen zum Beispiel an Industrieschornsteinen oder an Autoauspuffen eingesetzt.

Im SPP 1386 werden nun für weitere drei Jahre 18 Projekte gefördert, an denen bundesweit 36 Arbeitsgruppen beteiligt sind. Fünf dieser Gruppen gehören zum Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen. Dr. Gabi Schierning, Prof. Dr. Roland Schmechel, Dr. Hartmut Wiggers und Prof. Dr. Dietrich Wolf sind Leiter des Projekts „Silizium- und Germanium-Nanokomposite“ innerhalb des Teilbereichs „Silizium-Germanium-basierte Materialien“.

Das Team um Wiggers stellt speziell für diese Anwendung zugeschnittene Nanopartikel her, in den Arbeitsgruppen Schierning und Schmechel entstehen aus diesen Partikeln kompaktierte Festkörper für den thermoelektrischen Einsatz. Wolf und seine Mitarbeiter gehen in ihren theoretischen Simulationen dem Elektronen- und Wärmetransport in den Proben näher auf den Grund. Dabei arbeiten die Teams natürlich eng zusammen: Die Ergebnisse aus seinen theoretischen Berechnungen gibt Wolf direkt an die anderen Projektleiter weiter, sodass diese ihre Proben umgehend anpassen und optimieren können.

Prof. Dr. Peter Kratzer ist Leiter des Projektes „Selbstorganisierte Nanokristalle in einer Halbleiter-Matrix“. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Johannes-Kepler-Universität Linz forscht seine Arbeitsgruppe an nanostrukturierten Halbleitern, die durch epitaktisches Wachstum entstehen, vereinfacht gesagt also durch die Entstehung von Kristall auf Kristall. Während die österreichischen Kollegen den praktischen Part übernehmen, analysiert das Team um Kratzer die elektrischen Eigenschaften des Materials in der Theorie.

Insgesamt vier Doktorandenstellen an der UDE werden durch das Schwerpunktprogramm finanziert.

Hinweis für die Redaktion:
Das Foto eines Generators (Fotonachweis: CENIDE) stellen wir Ihnen unter folgendem Link zur Verfügung: http://www.uni-due.de/de/presse/pi_fotos.php

Bildunterschrift: Thermoelektrischer Generator, der in der Arbeitsgruppe von Dr. Gabi Schierning entstanden ist. Jede der kleinen Halbleitersäulen zwischen den Platten besteht aus einer unvorstellbar großen Zahl von Nanopartikeln. Sie sind zwar miteinander verbunden, aber nicht verschmolzen, um eine möglichst große Oberfläche zu gewährleisten..

Weitere Informationen: http://www.spp1386thermoelectrics.de/

Redaktion: Birte Vierjahn, Tel. 0203/379-8176

Katrin Koster | idw
Weitere Informationen:
http://www.spp1386thermoelectrics.de/
http://www.uni-due.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie