Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Multilaterale Forschungsförderung: Wissenschaftler aus G8-Staaten können gemeinsam Mittel einwerben

01.02.2010
Förderorganisationen aus wichtigsten Industrienationen starten Pilotausschreibung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den wichtigsten Industrienationen können ab sofort im Rahmen einer neuen Förderinitiative gemeinsam Forschungsprojekte auflegen und dafür Mittel einwerben.

Die großen Forschungsförderorganisationen der G8-Staaten - die G8-HORCs - haben jetzt unter Federführung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine erste multilaterale Ausschreibung begonnen, die sich im Bereich des sogenannten "Exascale Computing" mit den schnellsten Großrechnern der kommenden Generation befasst. An der Pilotausschreibung können sich Forscherinnen und Forscher aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Kanada, Russland und den USA beteiligen.

Das Besondere an der G8-HORCs-Initiative: Anders als bislang müssen die Wissenschaftler ihre Fördergelder nicht mehr einzeln in jedem Land und bei einer Vielzahl von Organisationen beantragen, sondern nur noch einmal gemeinsam bei einer federführenden Organisation. Und statt in jedem Land gesondert - und damit insgesamt mitunter mehr als zehn Mal - werden die Förderanträge nur in einem zweistufigen Verfahren begutachtet. Auch bei der Zahlung der Fördermittel stimmen sich die beteiligten Organisationen untereinander ab. Auf diese Weise sollen multilaterale Forschungsprojekte ermöglicht werden, die ansonsten aufgrund administrativer Hürden oder unterschiedlicher Fördermechanismen wesentlich erschwert oder gar nicht zustande kommen würden.

"Mit unserer Initiative betreten wir Neuland in der multilateralen Forschungsförderung", kommentierte DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner in Bonn den Start der ersten Ausschreibung. Längst schon könnten viele wissenschaftliche Fragestellungen nur noch in internationalen Kooperationen Erfolg versprechend bearbeitet werden. Diese zu fördern, sei dann relativ gut möglich, wenn Forscherinnen und Forscher aus wenigen Staaten beteiligt seien, in denen es zudem ähnliche Förderverfahren gebe. Im entstehenden Europäischen Forschungsraum gebe es beispielsweise gute Erfahrungen mit dem "Lead-Agency-Verfahren", das die DFG mit ihren Partnerorganisationen in der Schweiz, Österreich und Luxemburg praktiziere. Außerhalb Europas ließen sich etwa Kooperationen von deutschen, chinesischen und russischen Forschungsteams gut an. "Wenn aber die Zahl der beteiligten Länder steigt und die formalen und administrativen Unterschiede zwischen den Förderorganisationen zu groß sind, stoßen solche Kooperationen oft an ihre Grenzen. Hier setzt die G8-Initiative an, mit möglichst geringem administrativen Aufwand und gleichzeitig möglichst hohen Qualitätsstandards", betonte der DFG-Präsident, der im vergangenen Jahr das neue Verfahren seinen Kolleginnen und Kollegen an der Spitze der großen Förderorganisationen vorgeschlagen hatte.

Die nun gestartete erste Ausschreibung ist im Bereich des "Exascale Computing" angesiedelt und hat die Rechenleistung im Fokus, die innerhalb des kommenden Jahrzehnts bei den dann weltweit schnellsten Großrechnern zu erwarten ist. Sie werden in der gleichen Zeit bis zu tausendmal mehr Rechenoperationen ausführen können als die derzeit schnellsten Rechner. Dabei ist die Bereitstellung dieser Rechenleistung, aber auch ihre effiziente Nutzung eine enorme wissenschaftliche Herausforderung, bei der sich die jetzigen Herangehensweisen nicht einfach übertragen lassen. Im Rahmen der G8-Initiative sollen deshalb multilaterale Forschungsprojekte gefördert werden, die sich mit der Erforschung und Nutzung "exascale"-tauglicher Anwendungssoftware befassen - damit die verfügbare Rechenleistung für wissenschaftliche und gesellschaftliche Fragestellungen genutzt werden können.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den sieben Staaten, die gemeinsam an diesen Fragestellungen arbeiten wollen, sollen bis Anfang Mai dieses Jahres zunächst Skizzen ihrer Projekte zentral bei der DFG einreichen. Aus diesen Skizzen wählt ein international besetztes Gremium die Erfolg versprechendsten Projekte aus, die dann ihre eigentlichen Förderanträge einreichen sollen. Diese werden anschließend federführend in dem Land begutachtet, in dem die wissenschaftliche Koordination des jeweiligen Projekts liegt. Die anderen Förderorganisationen, mit denen das Verfahren jeweils individuell abgestimmt wird, erkennen das Ergebnis der jeweiligen Begutachtung an. Insgesamt sollen ab Februar 2011 acht bis zehn multilaterale Konsortien für zwei bis drei Jahre gefördert werden, wobei jede beteiligte Organisation pro Jahr circa 500 000 Euro zur Verfügung stellt.

Nach demselben Muster sollen bis 2012 zunächst drei Ausschreibungen mit einem vorgegebe-nen Thema gestartet werden. Mit ihnen soll auch das gemeinsame Vorgehen der Förderorganisationen erprobt werden. Mittelfristig setzen die G8-HORCs jedoch auf gemeinsam geförderte Projekte ohne thematische Vorgaben. "Die besten Ideen kommen immer aus der Wissenschaft selbst", betonte DFG-Präsident Kleiner. "Deshalb sollen dann auch unsere multilateralen Initiativen für alle Themen offen sein."

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zur Initiative und die Ausschreibung finden sich unter:
www.dfg.de/g8-initiative
Ansprechpartner in der DFG-Geschäftsstelle:
für die Initiative allgemein und die G8-HORCs:
Dr. Jörg Schneider, Tel. +49 228 885-2346, Joerg.Schneider@dfg.de
Ansprechperson für das Lead-Agency-Verfahren:
Dr. Achim Haag, Tel. +49 228 885-2460, Achim.Haag@dfg.de
Ansprechpersonen für inhaltliche Fragen:
Dr. Marcus Wilms, Tel. +49 228 885-2471, Marcus.Wilms@dfg.de
Dr. Gerit Sonntag, Tel. +49 228 885-2499, Gerit.Sonntag@dfg.de

Marco Finetti | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de
http://www.dfg.de/g8-initiative

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics