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MHH-Professor erhält den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Leibniz-Forschungsförderpreis

04.12.2009
DFG: Prof. Klein verbindet Grundlagenforschung mit klinischer Praxis auf höchstem Niveau

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat heute Professor Dr. Christoph Klein von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) den Förderpreis im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm zuerkannt, den renommierteste Wissenschaftspreis in Deutschland und auch weltweit eine der angesehensten wissenschaftlichen Auszeichnungen.

Gemeinsam mit acht weiteren Wissenschaftlern wird der Direktor der MHH-Klinik für Kinderheilkunde, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie am 15. März 2010 in Berlin die Auszeichnung und damit eine Förderung von 2,5 Millionen Euro erhalten. "Christoph Klein verbindet medizinische Grundlagenforschung und klinische Praxis auf höchstem Niveau, was in Deutschland immer noch eher selten ist", heißt es in der Begründung.

"Die Auszeichnung ist eine große Ehre für Professor Klein ¬- und für die MHH", sagte MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann, "und sie bestätigt die Berufungspolitik der Hochschule: Professor Klein hat den Leibniz-Preis nur ein Jahr nach seiner Berufung erhalten." Professor Klein erhielt auf dem Flughafen direkt vor dem Abflug in die USA die Nachricht. "Ich freue mich natürlich sehr", sagte er und betonte, dass mit dem Leibniz-Preis die Arbeit seines gesamten Teams ausgezeichnet wird.

Professor Klein (45) hat auf der Grundlage genetischer Analysen verschiedene Gendefekte identifiziert, die schwere und oft tödliche Erkrankungen des Immunsystems auslösen. Dabei beschränkt sich Klein nicht auf die Beschreibung des jeweiligen Gendefekts und Krankheitsbildes, sondern er versucht, stets auch die molekularen Ursachen zu entschlüsseln. Besonders bedeutsam ist seine Entdeckung, dass ein Defekt in der Glucose-6-Phosphatase dazu führt, dass von Geburt an zu wenig oder gar keine der zu den weißen Blutkörperchen gehörenden neutrophilen Granulozyten im Blut zu finden sind. Vor allem Kinder, die an dieser Erbkrankheit leiden, haben bislang kaum Überlebenschancen. Professor Kleins Arbeiten eröffnen dafür neue Therapieaussichten, nicht zuletzt durch die somatische Gentherapie.

Ulm, Harvard und München waren die Stationen von Christoph Kleins akademischer Ausbildung, wobei er neben Medizin auch erfolgreich Philosophie studierte. Seine Ausbildung zum Facharzt für Kinderheilkunde führte ihn nach Paris, Freiburg und wiederum an die Harvard Medical School. Seit 2000 ist Klein an der MHH tätig, zunächst als Oberarzt, Sektionsleiter und Leiter einer DFG-geförderten Klinischen Forschergruppe, seit 2008 als Lehrstuhlinhaber und Direktor der Klinik für Kinderheilkunde, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

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