Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie mathematische Modelle bei der Rohstoffsuche helfen

26.08.2013
Felix Chayes Prize 2013 geht ans Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie

Der Geologe Dr. Raimon Tolosana-Delgado vom Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf erhält den diesjährigen Felix Chayes Prize des Internationalen Verbandes für mathematische Geowissenschaften (IAMG).

Er wird ausgezeichnet für seine mathematischen Modelle zur Entwicklung von Gesteinen und Sedimenten; sie geben Hinweise auf Erdöl- sowie andere Rohstofflagerstätten. Der mit 7.000 $ dotierte Preis wird auf der Jahrestagung des Verbandes vom 2. bis 6. September 2013 in Madrid, Spanien, verliehen.

Bei Raimon Tolosana-Delgado ist die Freude besonders groß, weil er den Felix Chayes Prize in seinem Heimatland Spanien erhält. Der Wissenschaftler arbeitet seit Oktober 2012 am HIF. Er absolvierte Studium und Promotion an verschiedenen spanischen Universitäten, durchsetzt von einem halbjährigen Forschungsaufenthalt an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Danach arbeitete er mehrere Jahre an der Georg-August-Universität Göttingen und an der Polytechnischen Universität Katalonien, eine der größten technischen Unis in Spanien.

Raimon Tolosana-Delgado nutzt statistische Berechnungsmethoden, um zu untersuchen, wie Gesteine entstehen sowie bestimmte Formen von Sedimenten, welche sich durch Erosion und Transport von Gestein durch Gletscher und Flüsse bilden. Gesteine und Sedimente sind die Quelle für viele Rohstoffe der Erde, seien es Energieträger wie z.B. Erdöl oder mineralische und metallhaltige Ressourcen. Dafür spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle, z.B. hohe Drücke und Temperaturen; aber auch das Klima oder die Umgebung wirken sich auf die Bildung von Rohstofflagerstätten aus. „Wenn wir diese Bedingungen verstehen und modellieren können, hilft uns das abzuschätzen, wo sich auf der Erde Rohstofflagerstätten befinden“, sagt er. Um die Entstehung von Rohstoffen geht es dem spanischen Wissenschaftler im engeren Sinn. „Mein Ziel ist es, allgemeine Modelle zu entwickeln, die für verschiedene Rohstoffe gelten.“

Bisher beschäftigte er sich hauptsächlich mit den Eigenschaften und der Entwicklung von Sedimenten sowie den dabei ablaufenden chemischen Prozessen. Sie sind besonders wichtig für die Entstehung von Erdöllagerstätten. Ähnliche Daten braucht man aber auch, um zu wissen, in welchem Gestein es Minerale gibt, die möglicherweise wertvolle Industrierohstoffe enthalten. „Quantitative mathematische Modelle könnten in Zukunft hilfreich sein, um die Erkundung von Lagerstätten zu verbessern und zu beurteilen, ob eine Rohstoffquelle bedeutend oder zu klein ist. Sie könnten auch deswegen wichtig sein, weil die oberflächennahen und auffälligen Lagerstätten weitgehend aufgebraucht sind und man zukünftig größere Tiefen erkunden muss“, so der Forscher. Die Modelle können aber auch helfen, effizientere Methoden zur Gewinnung von Rohstoffen zu entwickeln.

Hintergrund Felix Chayes Prize:

Er wird an Wissenschaftler verliehen, die Herausragendes auf dem Gebiet der mathematischen Petrologie (Wissenschaft der Gesteine) geleistet haben, und erinnert an den amerikanischen Geologen Felix Chayes (1916 – 1993). Das Preisgeld in Höhe von 7.000 $ wird durch die Familie von Felix Chayes gestiftet; der Preis wird auf den Tagungen des Internationalen Verbandes für mathematische Geowissenschaften (IAMG) verliehen. Der diesjährige Preisträger, Raimon Tolosana-Delgado, gehört dem Beirat des Verbandes an; er hält einen Hauptvortrag auf der nächsten Konferenz im September 2013 in Madrid. Zudem gelang es ihm gemeinsam mit Prof. Helmut Schaeben (Institut für Geophysik und Geoinformatik der TU Bergakademie Freiberg) und Prof. Gerald van den Boogaart (Abteilung Modellierung und Bewertung am Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie) die IAMG-Tagung 2015 ins sächsische Freiberg zu holen.

Weitere Informationen:
Dr. Raimon Tolosana-Delgado
Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie am HZDR
Tel.: 0351 260 4415
r.tolosana@hzdr.de
Pressekontakt:
Dr. Christine Bohnet
Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR)
Pressesprecherin
Tel.: 0351 260 2450
c.bohnet@hzdr.de
Das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) hat das Ziel, innovative Technologien für die Wirtschaft zu entwickeln, um mineralische und metallhaltige Rohstoffe effizienter bereitzustellen und zu nutzen sowie umweltfreundlich zu recyceln. Es wurde im Jahr 2011 gegründet, gehört zum Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf und wird in enger Kooperation mit der TU Bergakademie Freiberg aufgebaut.

Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) forscht auf den Gebieten Gesundheit, Energie und Materie und betreibt dazu fünf Großgeräte mit teils einmaligen Experimentiermöglichkeiten, die auch externen Nutzern zur Verfügung stehen. Es hat vier Standorte in Dresden, Leipzig, Freiberg und Grenoble und beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter, davon ca. 450 Wissenschaftler inklusive 160 Doktoranden.

An der TU Bergakademie Freiberg in Sachsen, der deutschen Ressourcenuniversität, wird entlang der Wertschöpfungskette in den vier Themengebieten Geo, Material, Energie und Umwelt für eine nachhaltige Stoff- und Energiewirtschaft gelehrt und geforscht.

Dr. Christine Bohnet | idw
Weitere Informationen:
http://www.hzdr.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise