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KT Jeang Retrovirology Award für AIDS-Forscher Prof. Frank Kirchhoff

22.08.2016

Der bekannte Ulmer AIDS-Forscher Prof. Frank Kirchhoff wird für seine bisherigen wissenschaftlichen Leistungen mit dem KT Jeang Retrovirology Award ausgezeichnet. Der Leibniz-Preisträger erforscht die Entstehungsgeschichte des AIDS-Erregers und sucht in menschlichen Körperflüssigkeiten nach HIV-Hemmern und -Verstärkern.

Der Ulmer AIDS-Forscher Professor Frank Kirchhoff, Leiter des Instituts für Molekulare Virologie, kann seinen zahlreichen Auszeichnungen den „KT Jeang Retrovirology Award“ hinzufügen. Anders als viele Nachwuchspreise wird diese Auszeichnung an Forscher in der Mitte ihrer Karriere verliehen.


Prof. Frank Kirchhoff leitet das Ulmer Institut für Molekulare Virologie

Foto: Eberhardt/Uni Ulm

In mehr als 25 Jahren hat Kirchhoff wichtige Erkenntnisse zum HI-Virus gewonnen: Unter anderem untersucht der Biologe die Entstehungsgeschichte des Immundefizienz-Virus, der wohl in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts von Primaten auf den Menschen übergegangen ist.

Kirchhoff konnte beispielsweise zeigen, warum lediglich die HIV-Untergruppe M eine Pandemie ausgelöst hat. Ein besseres Verständnis der Krankheitsentstehung und körpereigener Verteidigungsstrategien könnte den Weg zu neuen Therapien weisen.

Mit Forscherkollegen sucht Frank Kirchhoff zudem in menschlichen Körperflüssigkeiten nach HIV-Hemmern und -Verstärkern. Dazu haben die Wissenschaftler 2013 das Ulmer Zentrum für Peptidpharmazeutika (U-PEP) gegründet. Zu den bisher größten Erfolgen zählt die Entdeckung des Peptids „VIRIP“, das die Verankerung des HI-Virus an der Wirtszelle unterbindet.

Im Gegensatz dazu verstärken an Kirchhoffs Institut entdeckte Fibrillen im Sperma die Infektiosität des Erregers. Aus diesen Erkenntnissen ergeben sich womöglich Anhaltspunkte für nebenwirkungsarme Medikamente.

Professor Kirchhoff (Jahrgang 1961) forscht seit 2001 an der Universität Ulm. Im Jahr 2009 ist er mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet worden und er wurde Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.

Drei Jahre später erhielt Kirchhoff einen ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats über 1,9 Millionen Euro. Seit einiger Zeit engagiert er sich zudem im neuen Forschungsgebiet Bio-Quantenwissenschaften, an der Universität Ulm vertreten durch die Gruppe BioQ um Professor Martin Plenio.

Der mit 2000 britischen Pfund dotierte KT Jeang Retrovirology Award wird seit 2005 vergeben und ist seit zwei Jahren nach dem verstorbenen Mitgründer der Fachzeitschrift „Journal of Retrovirology“ benannt.

Ausführliche Beschreibung der Forschungsleistung von Prof. Kirchhoff:
http://retrovirology.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12977-016-0286-5

Weitere Informationen: Prof. Dr. Frank Kirchhoff: frank.kirchhoff@uni-ulm.de

Annika Bingmann | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de/

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