Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie kommunizieren Knochen und Immunzellen?

29.04.2009
DFG fördert interdisziplinäre Forschung zu Osteoimmunologie mit einem Schwerpunktprogramm

Erkrankungen des Knochens und der Gelenke betreffen allein in Deutschland mehr als 10 Millionen Menschen. Dabei scheinen Arthrose, Osteoporose oder Knochenkrebs in erster Linie unser Stützsystem, die Knochen, zu betreffen.

Doch Forscher beobachten seit einiger Zeit, dass auch Zellen und Botenstoffe des Immunsystems eine wichtige Rolle bei diesen Krankheiten spielen. Aber wie sind Knochen- und Immunsystem miteinander verbunden? Mitglieder des Kompetenznetzes Rheuma hatten dieses Thema 2008 gemeinsam mit assoziierten Forschergruppen aus Deutschland bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingereicht. Diese bewilligte nun das neue Schwerpunktprogramm „Osteoimmunologie“.

Beobachtungen legen nahe, dass das Knochensystem und unser „Abwehrorgan“, das Immunsystem, sehr eng miteinander verknüpft sind. So können chronische Entzündungserkrankungen als Folge überschießender Immunreaktionen die Knochen schädigen. Beispiele sind Osteoporose oder Gelenkzerstörungen. Umgekehrt sind Knochen - und hier insbesondere das Knochenmark - ein wichtiger Reifungs- und Rückzugsort für Zellen des Immunsystems. Die genaue Art und Weise, wie sich Knochen und Immunsystem gegenseitig beeinflussen, ist jedoch weitgehend unverstanden und daher Gegenstand des sehr jungen Forschungsgebiets Osteoimmunologie.

Diesen Bereich in Deutschland aufzubauen ist das Ziel des jetzt von der DFG eingerichteten Schwerpunktprogramms, das von Wissenschaftlern aus vier Universitäten initiiert wurde: Sprecher ist Prof. Georg Schett aus Erlangen; Sektionskoordinatoren sind Prof. Thomas Pap aus Münster, Prof. Thomas Kamradt aus Jena sowie Prof. Ulf Müller-Ladner aus Giessen/Bad Nauheim. Die vier Ärzte und Wissenschaftler sind Mitglied im Kompetenznetz Rheuma – der Arbeitsgemeinschaft für Forschungsbelange in der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie.

Ab 2010 können führende Forscher aus der Knochen- und Gelenkforschung sowie der Immunologie im Rahmen des Schwerpunktprogramms Anträge für gemeinsame Projekte stellen. „Wir müssen ganz neue Ansätze entwickeln, um die Wechselwirkung zwischen Knochen und Immunsystem besser zu verstehen. Das erfordert unbedingt die fachübergreifende Kooperation von Immunologie, Rheumatologie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Molekularbiologie sowie Forschern anderer Disziplinen“, sagt Prof. Georg Schett. Und Prof. Thomas Pap, der die Projekte zur Grundlagenforschung koordiniert, ergänzt: „Statt sich auf einzelne Zellen entweder des Knochens oder des Immunsystems zu konzentrieren, geht es um die Kommunikation zwischen diesen Zellen. Nur so werden wir neue therapeutische Ansätze für diese komplexen Erkrankungen entwickeln können.“

Ein Netzwerk für die Rheumaforschung

Das Kompetenznetz Rheuma ist als Arbeitsgemeinschaft seit 2004 in die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) integriert und repräsentiert die Forschungsaktivitäten der Gesellschaft. Wichtigstes Ziel des Forschungsverbunds ist es, den Transfer von Forschungsergebnissen vom Labor zum Krankenbett zu unterstützen und zu beschleunigen. Der zentrale Gedanke ist die Vernetzung aller forschungsaktiven Gruppen in Deutschland miteinander und mit führenden klinischen Gruppen und Zentren in der Rheumatologie, um eine enge Zusammenarbeit von Wissenschaftlern an Forschungsinstituten, Universitätskliniken und rheumatologischen Krankenhäusern sowie niedergelassenen Rheumatologen zu erreichen.

Sandra Wittig | Deutsche Gesellschaft für Rheuma
Weitere Informationen:
http://www.dgrh.de/forschung.html
http://www.dgrh.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics