Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Journalistenpreis 2013 des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin geht an zwei Hörfunkbeiträge

21.03.2013
Dr. Thomas Liesen und Claudia Gürkov sind die Preisträger des Journalistenpreises „Evidenzbasierte Medizin in den Medien“, der im Rahmen der 14. Jahrestagung des DNEbM am 15. März 2013 verliehen wurde.

Mit dem Ziel, die Qualität im Medizinjournalismus zu fördern, hat das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) den Journalistenpreis „Evidenzbasierte Medizin in den Medien“ ins Leben gerufen.

Dieser Preis, der im Rahmen der 14. Jahrestagung am 15. März 2013 bereits zum fünften Mal vergeben wurde, zeichnet journalistische Arbeiten aus, die in deutschsprachigen Medien die Prinzipien der Evidenzbasierten Medizin umsetzen.

Den Journalistenpreis des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin 2013 teilen sich Dr. Thomas Liesen und Claudia Gürkov.

Dr. Thomas Liesen ist es mit dem Hörfunkbeitrag „Geheimsache Pillentest – Wie Studienergebnisse verschleiert werden“, gesendet bei „Wissenschaft im Brennpunkt“ des Deutschlandfunks am 03.06.2013, gelungen, in einer journalistisch ansprechenden und gut hörbaren Form herauszuarbeiten, worauf man bei Studien achten muss, um deren Aussagefähigkeit einzuschätzen. Angereichert mit vielen Beispielen zur Studienlage der medikamentösen Behandlung verschiedener Erkrankungen macht der Autor mit klaren Botschaften deutlich, dass die Aussage „Studien haben gezeigt...“ per se noch keine Bedeutung hat. Laien gehen oft davon aus, dass die Zulassung eines Medikaments gleichzeitig bedeutet, dass der Nutzen hoch und die Gefährdung gering ist. Eindrücklich wird im Beitrag dargestellt, dass diese Schlussfolgerung ein gefährlicher Irrtum sein kann.

Der Hörer erfährt, dass es eine selektive Publikation von Studien mit dem gewünschten Ergebnis gibt und negative Daten unter Verschluss gehalten und an entsprechende Organisationen zur Überprüfung des Nutzens von Behandlungen, wie zum Beispiel an das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, erst auf Nachdruck herausgegeben werden. Die Jury ist der Ansicht, dass es dem Autor klar, gut recherchiert und mit vielen Beispielen belegt gelungen ist, die Problematik des Publikationsbias für ein Laienpublikum anschaulich zu erklären.

Ebenfalls mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde Claudia Gürkov für Ihren Hörfunkbeitrag „Krebs - Das Geschäft mit der Hoffnung“, der am 26.03.2012 vom Bayerischen Rundfunk Bayern 2 ausgestrahlt wurde.

Dass evidenzbasierte Medizin zu Patientensicherheit beitragen kann und ärztliche Therapiefreiheit nicht bedeutet, dass alles möglich ist, ist das Credo von Claudia Gürkov. Sie hat sich in ihrem Beitrag „Geschäft mit der Hoffnung“ mit der so genannten Tumorspezifischen Immuntherapie („TSIT“) befasst. In Claudia Gürkovs Beitrag kommen Angehörige von Krebspatienten zu Wort, die für diese Therapie viel Geld bezahlt haben: Sie erzählen, welche Hoffnungen sie in die Behandlungen gesetzt hatten und dann am Ende doch enttäuscht wurden. Die erhoffte Heilung blieb aus – hohe Rechnungen kamen trotzdem. Claudia Gürkov hat auch mit Fachleuten gesprochen, die deutliche Worte fanden: Belege für einen Nutzen der Therapien gäbe es keine. Der Beitrag ist eine Warnung: Gerade für verzweifelte Patientinnen und Patienten empfiehlt es sich, nach wissenschaftlichen Beweisen für eine Therapie zu suchen und nicht einfach auf mündliche Aussagen zu vertrauen.

Frau Gürkov hat in einem schwierigen Gebiet gründlich recherchiert und ein großes Maß an Mut und Beharrlichkeit bewiesen. Dieser prämierte Beitrag ist bereits der zweite Anlauf, den Frau Gürkov - immer mit dem Anwalt im Nacken - nahm. Von Anfang an war versucht worden Ihre Berichterstattung zu verhindern, auch mit Klageandrohungen.

Aber Frau Gürkov blieb am Ball. Sie stellt klar heraus, wie in den geschilderten Fällen „ärztliche Therapiefreiheit“ entgegen aller Grundsätze der evidenzbasierten Medizin regelrecht missbraucht wird.

Die Jury ist der Auffassung, dass Frau Gürkovs Arbeit hervorragend deutlich macht, wie wichtig evidenzbasierte Medizin für den Schutz und die Sicherheit von Patientinnen und Patienten ist.

Karsta Sauder | idw
Weitere Informationen:
http://www.ebm-netzwerk.de/journalistenpreis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE