Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Humboldtpreisträgerin erforscht an der Uni Greifswald den Erreger der Legionärskrankheit

29.04.2013
Professorin Carmen Buchrieser aus dem Institut Pasteur (Paris) erhält in diesem Jahr einen der begehrten Gay-Lussac-Humboldt-Preise.

Sie will das Preisgeld nutzen, um am Institut für Mikrobiologie der Universität Greifswald sowie am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin zum Erreger der Legionärskrankheit, Legionella pneumophila, zu forschen. Nominiert wurde Professorin Buchrieser von Professor Michael Hecker aus Greifswald. Die feierliche Preisverleihung findet Anfang Juni 2013 in Berlin statt.

Der deutsch-französische Wissenschaftspreis wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung an französische Wissenschaftler verliehen, deren Forschungsergebnisse das eigene Fachgebiet maßgeblich geprägt haben. Die Preisträger können mit Fachkollegen an einem selbst gewählten Forschungsprojekt in Deutschland arbeiten.

Das Institut Pasteur in Paris gilt als eines der international führenden Grundlagenforschungszentren für Biologie und Medizin. Unter anderem berät es die Regierung in Frankreich und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in medizinischen Sachfragen. Professorin Carmen Buchrieser leitet am Institut Pasteur eine infektionsbiologische Abteilung und gilt als führend auf dem Gebiet der Infektionsbiologie und Genomics pathogener Bakterien. Zu ihren deutschen Kollegen hat sie bereits schon lange gute Kontakte, besonders nach Würzburg (Professor Jörg Hacker), aber auch nach Greifswald (Professor Michael Hecker).

Zurzeit sucht Privatdozentin Dr. Dörte Becher in Greifswald gemeinsam mit Carmen Buchrieser nach Veränderungen von Proteinen, die durch eine Infektion von menschlichen Zellen mit dem Erreger der Legionärskrankheit, Legionella pneumophila, ausgelöst werden. Diese Arbeiten sollen jetzt gezielt fortgeführt und ausgebaut werden. Die Greifswalder Arbeitsgruppe hat im Rahmen eines BMBF geförderten Projektes gemeinsam mit Wissenschaftlern in Braunschweig und Wernigerode die Proteomanalyse dieses gefährlichen Erregers im Blickfeld.

Der Humboldt-Forschungspreis führt eine weltweit anerkannte Wissenschaftlerin aus Paris nach Greifswald. „Ein Grund dafür ist sicher die einmalige Konstellation, die die Verbindung der Infektionsbiologie der Legionellen mit der Expertise der Greifswalder Proteomforscher ausmacht. Unsere Arbeitsgruppe in Greifswald hat bereits seit einigen Jahren ganz verschiedene Krankheitserreger mit Methoden der Proteomanalyse erfolgreich bearbeitet. Der ganzheitliche Blick auf das Proteininventar und damit auf auf die Lebensweise der Erreger der Legionärskrankheit wird helfen, zu neuen Erkenntnissen über das pathogene Bakterium und über seine Wechselwirkung mit dem Patienten zu gelangen. Ziel wird sein, den Erreger am Ende besser bekämpfen zu können“, so Professor Michael Hecker vom Institut für Mikrobiologie der Universität Greifswald.

Beispielsweise haben die Arbeitsgruppen Buchrieser und Hecker/Engelmann im Network of Excellence Europathogenomics zusammengearbeitet. Dieses Forschungsnetzwerk wurde durch das sechste Rahmenprogramm der Europäischen Union gefördert und führt mehr als 50 führende Gruppen der Pathogenomics in Europa unter Leitung von Jörg Hacker zusammen. Die Greifswalder Wissenschafter hatten dort die Proteomics pathogener Bakterien zu vertreten.
Der deutsch-französische Gay-Lussac-Humboldt-Preis wurde 1982 erstmals verliehen. Mit ihm sollen herausragende Forscher ausgezeichnet werden, die die deutsch-französische Zusammenarbeit befördert haben. Der Preis wird vom französischen Hochschul- und Forschungsministerium an deutsche Forscher vergeben, von deutscher Seite vergibt die Alexander von Humboldt-Stiftung (Bonn) an französische Forscher, die von deutschen Wissenschaftlern vorgeschlagen werden. Mit dem Gay Lussac-Humboldt-Forschungspreis ist ein Preisgeld von 60.000 Euro verbunden.

Weitere Informationen
Alexander von Humboldt Stiftung http://www.humboldt-foundation.de/
Institut Pasteur http://www.pasteur.fr/ip/easysite/pasteur/en
Abteilung von Professorin Buchrieser http://www.pasteur.fr/recherche/unites/Bbi/

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Michael Hecker
Institut für Mikrobiologie
Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 15
17487 Greifswald
Telefon 03834 86-4200
hecker@uni-greifswald.de

Jan Meßerschmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-greifswald.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin
12.12.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Jenaer Wissenschaftler für Prostatakrebs-Forschung ausgezeichnet
11.12.2017 | Universitätsklinikum Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik