Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hormonforschung für Schlaganfall- und Schizophrenie-Patienten

16.07.2010
Promotionspreis der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft vergeben

Den von der TSB Technologiestiftung Berlin gestifteten Promotionspreis der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft erhält in diesem Jahr die Biotechnologin Dr. Christel Bonnas. Sie hat zunächst in Mäusen und dann auch bei Menschen neue Varianten des Hormons Erythropoietin entdeckt und sich mit dem möglichem Einsatz zur Behandlung akuter und chronischer neurologischer Erkrankungen bei Schlaganfall- und schizophrenen Patienten beschäftigt.

Für das alt bekannte Hormon Erythropoietin konnte bereits in zahlreichen Studien gezeigt werden, dass es neben seiner Funktion als essentieller Regulator für die Bildung roter Blutkörperchen auch Zell-schützende Funktionen im neuronalen Gewebe und in Herzmuskelzellen hat. Christel Bonnas konnte in ihrer Arbeit nachweisen, dass auch ihre neu entdeckten Erythropoietin -Varianten das Überlebe von Nervenzellen fördern, ihre blutbildende Funktion aber verloren haben. Diese Ergebnisse lassen erwarten, dass die neuen Erythropoietin-Varianten zur Behandlung von chronischen neurodegenerativen und psychiatrischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Morbus Parkinson oder Schizophrenie eingesetzt werden könnten, bei denen eine Langzeittherapie mit Erythropoietin aufgrund seiner blutbildende Funktion zu gefährlichen thrombotischen Komplikationen führen würde.

Die Arbeit, die der Neurologe Professor Dr. Andreas Meisel vom NeuroCure Clinical Research Center der Charité – Universitätsmedizin Berlin für den Preis vorgeschlagen hatte, zählt für den Gutachter Professor Dr. Gerd Kempermann „zu den besten, die ich überhaupt je gelesen habe“.

Die Preisverleihung fand in einem festlichen Rahmen im Anschluss an die Jahreshauptversammlung der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft statt. Das Preisgeld von 2.500 Euro übergab der TSB-Vorstandvorsitzende Norbert Quinkert. Er zeigte sich beeindruckt davon, dass bereits drei Patente angemeldet werden konnten, die auf die Promotion zurückzuführen sind. „Die Arbeit von Frau Bonnas ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, dass die exzellente Forschung und Entwicklung der Hauptstadtregion in die Anwendung kommt und Innovationen begründet.“

Auch der Vorstandsvorsitzende der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft Professor Dr. med. Hans-Peter Berlien ist zufrieden. „Die Resonanz auf unsere Ausschreibung war in diesem Jahr sehr erfreulich. Insgesamt gingen acht Arbeiten ein. Es freut mich, dass auch zwei Vorschläge aus Brandenburg dabei waren. Alle Arbeiten erfüllten das Kriterium, mit Auszeichnung gewertet worden zu sein und belegen die Exzellenz der Wissenschaft in der Hauptstadtregion.“

Die 29jährige Preisträgerin, die zwischenzeitlich als Wissenschaftlerin in die pharmazeutische Industrie gewechselt ist und sich mit Fragestellungen zur Therapie von Brustkrebs beschäftigt, freut sich sehr über den Preis. „Ich möchte mich bei meinen Doktorvätern Prof. Dr. Josef Priller und Prof. Dr. Andreas Meisel für eine spannende und aufregende Zeit bedanken.“

Kontakt:
TSB Technologiestiftung Berlin
Frauke Nippel
Tel. 030/46 302 504
nippel@tsb-berlin.de
http://www.tsb-berliln.de
Berliner Wissenschaftliche Gesellschaft e.V.
Geschäftsstelle Petra Roloff
Tel. 030/2832267
mail@bwg-berlin.de
http://www-bwg-berlin.de

Frauke Nippel | idw
Weitere Informationen:
http://www.tsb-berliln.de
http://www-bwg-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht 1,5 Mio. Euro für das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW)
05.12.2016 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht 4,6 Mio. Euro für Cloud Computing-Gemeinschaftsprojekt „Cloud Mall BW“
05.12.2016 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen

05.12.2016 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Neue Arten in der Nordsee-Kita

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Alter beeinflusst den Mikronährstoffgehalt im Blut

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie