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Herbert Fischer erhält Preis für Atmosphärenforschung

27.09.2013
Für seine wegweisenden Arbeiten in der Atmosphärenforschung erhält Professor Herbert Fischer den Johannes-Georgi-Preis 2013.

Der Preis gilt als höchste deutsche Auszeichnung in den Geowissenschaften. Verliehen wird er alle drei Jahre von der GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung, dem Dachverband aller geowissenschaftlichen Verbände in Deutschland.

Herbert Fischer, früherer Leiter des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung (IMK) des KIT, gilt als einer der Pioniere der Fernerkundung von atmosphärischen Spurenstoffen, die den Strahlungshaushalt der Erde und damit das Klima sowie die Ozonschicht beeinflussen.

Professor Herbert Fischer bekam den mit 7 000 Euro dotierten Preis im Rahmen der meteorologischen Fachtagung „DACH 2013“ Anfang September in Innsbruck überreicht. „Seine enorme Beharrlichkeit und sein großes Engagement seit mehr als vier Jahrzehnten haben wesentlich dazu beigetragen, dass unser gesamtes Fachgebiet heute so hoch entwickelt und weltweit sichtbar ist,“ sagte Professor Johannes Orphal, Leiter des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Spurengase und Fernerkundung (IMK-ASF) des KIT und wissenschaftlicher Sprecher des KIT-Zentrums Klima und Umwelt, in seiner Laudatio.

In seinen wissenschaftlichen Arbeiten befasst sich Herbert Fischer mit dynamischen und chemischen Prozessen sowie der Ausbreitung elektromagnetischer Strahlung in der Atmosphäre. Ein Schwerpunkt liegt auf der Fernerkundung von Spurenstoffen – Spurengasen und Aerosolen – in der Atmosphäre, die zum Treibhauseffekt auf der Erde beitragen und die Ozonschicht beeinflussen. Herbert Fischer gilt weltweit als einer der Pioniere der Fourier-Transformations-Infrarot-Spektrometrie zur Atmosphären-Fernerkundung. Mithilfe dieser Technologie lässt sich die globale Konzentration von Spurengasen in der Atmosphäre kontinuierlich bestimmen. Fischer entwickelte unter anderem das Instrument MIPAS (Michelson Interferometer for Passive Atmospheric Sounding) für den Einsatz am Boden, in Ballongondeln, Flugzeugen und Satelliten.

„Ich freue mich sehr, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft meine Arbeiten würdigt“, sagte Professor Fischer anlässlich seiner Auszeichnung mit dem Georgi-Preis. Das Preisgeld soll in eine Stiftung einfließen, die Herbert Fischer bei der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft (DMG) zur Förderung von Nachwuchsforschern auf dem Gebiet der Fernerkundung einrichten will.

Herbert Fischer, geboren 1942 in Zweibrücken, studierte Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München, wo er auch promovierte und im Fach Meteorologie habilitierte. 1986 wurde er Leiter des gemeinsamen Instituts für Meteorologie und Klimaforschung (IMK) des damaligen Kernforschungszentrums Karlsruhe und der damaligen Universität Karlsruhe. Am IMK baute er die Bereiche „Spurenstoffe in der Stratosphäre” und „Fernerkundung atmosphärischer Parameter” auf. Herbert Fischer bekleidete zahlreiche nationale und internationale Positionen und Ehrenämter. Derzeit ist er Stellvertretender Vorsitzender der DMG, Vorstandsvorsitzender der Reinhard-Süring-Stiftung sowie Stellvertretender Obmann der Teilsektion Geophysik/Meteorologie der Nationalen Akademie Leopoldina.

Das KIT-Zentrum Klima und Umwelt entwickelt Strategien und Technologien zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen: Dafür erarbeiten 660 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 32 Instituten Grundlagen- und Anwendungswissen zum Klima- und Umweltwandel. Dabei geht es nicht nur um die Beseitigung der Ursachen von Umweltproblemen, sondern zunehmend um die Anpassung an veränderte Verhältnisse.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Thematische Schwerpunkte der Forschung sind Energie, natürliche und gebaute Umwelt sowie Gesellschaft und Technik, von fundamentalen Fragen bis zur Anwendung. Mit rund 9000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter knapp 6000 in Wissenschaft und Lehre, sowie 24 000 Studierenden ist das KIT eine der größten Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Monika Landgraf | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

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