Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hackerangriffe: Kaiserslauterer Forscher entwickeln Sicherheitstechniken für die Industrie

02.03.2017

Seit neue Techniken mit der Industrie 4.0 Einzug in Fabrikhallen halten, sind zuverlässige Kommunikationsinfrastrukturen und Cybersicherheit für die deutsche Industrie wichtig. Unstrittig gibt es hier Handlungsbedarf.

Mit welchen Techniken die Industrie Angriffe auf ihre Netze frühzeitig erkennen und verhindern kann, daran arbeiten Forscher um Professor Dr. Hans Schotten an der TU Kaiserslautern. Die Arbeiten finden auch im Rahmen des neuen Großprojekts „Industrial Communication for Factories“, IC4F, statt. Hierbei dreht sich alles um zuverlässige und sichere Kommunikations- und Computertechniken für die Industrie.


Professor Dr. Hans Schotten

Foto: TU Kaiserslautern

Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Vorhaben mit 12,5 Millionen Euro, davon gehen rund 500.000 Euro nach Kaiserslautern.

Ob Schadsoftware, die ganze Fabrikhallen lahmlegt, oder Cyberangriffe, die Daten zu Konstruktionsplänen ausspähen – nur jedes zweite Unternehmen des produzierenden Gewerbes in Deutschland hat laut einer Studie des Digital-Branchenverbands Bitcom einen Notfallplan für einen Cyberangriff parat. Dabei entsteht der Wirtschaft durch solche Datendiebstähle und Spionageattacken jedes Jahr ein Schaden von 22 Milliarden Euro.

Professor Dr. Hans Schotten, der an der TU Kaiserslautern den Lehrstuhl für Funkkommunikation und Navigation innehat und auch Wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern ist, entwickelt Techniken, die Konzerne vor solchen Szenarien schützen sollen. „Wir nutzen beispielsweise sogenannte Anomalieerkennungsverfahren. Mit diesen untersuchen wir große Datenbanksysteme von Unternehmen nach Auffälligkeiten“, sagt Schotten.

Ziel dabei sei es unter anderem, wirkliche Angriffe von anderen, vielleicht unkritischeren Störungen zu unterscheiden, um unnötige Ausfallzeiten in der Produktion zu vermeiden. „Es kommt immer wieder vor, dass etwa Umweltbedingungen, wie zum Beispiel Luftfeuchtigkeit, die Arbeit von Maschinen beeinflusst oder dass Abnutzung die Qualität der Produktionsprozesse beeinträchtigt“, fährt Schotten fort.

„Diese Störungen führen zu veränderten Meldungen in den Systemen. Solche Daten müssen wir von anderen Auffälligkeiten unterscheiden, um wirkliche Angriffe sehr früh zu erkennen.“ Darüber hinaus arbeiten die Wissenschaftler daran, Funkverbindungen zu unterbinden, mit denen Datendiebe Unternehmen ausspähen möchten. „Für kleine und mittelständische Unternehmen brauchen wir vor allem Techniken, die bezahlbar und einfach in der Handhabe sind“, so der Professor.

Im Rahmen des IC4F-Projektes, das am 1. März gestartet ist, wird das Team um Professor Schotten solche Sicherheitstechniken für deutsche Industrieunternehmen entwickeln. Koordiniert wird das Gesamtvorhaben am Heinrich-Hertz-Institut und der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung in Berlin. Ziel ist es, digitale Techniken für die verarbeitende Industrie zu entwickeln. Dazu zählen beispielsweise neuartige Kommunikations- und Computernetzwerke.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Vorhaben im Rahmen des PAiCE-Programms (Platforms Additive Manufacturing Imaging Communication Engineering), das die Digitalisierung in der Wirtschaft voranbringen soll.

An dem Projekt sind neben den Berliner und Kaiserslauterer Forschern auch die Technische Universität Berlin und die Universität Stuttgart beteiligt sowie Partner aus der Industrie: Robert Bosch, Deutsche Telekom, Gesellschaft für Produktionssysteme, brown-iposs, MAG IAS, Nokia Solutions and Networks, Alcatel-Lucent Deutschland, rt-solutions.de, Schindler Fenster + Fassaden, Siemens und STILL.

Die Pressemeldung zum IC4F-Gesamtprojekt finden Sie unter https://www.hhi.fraunhofer.de/presse-medien/nachrichten/2017/projektstart-indust...

Fragen beantwortet:
Prof. Dr.-Ing. Hans Schotten
Funkkommunikation und Navigation
E-Mail: schotten[at]eit.uni-kl.de
Tel.: 0631 205-3595

Katrin Müller | Technische Universität Kaiserslautern
Weitere Informationen:
http://www.uni-kl.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften