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Haagen-Smit-Preis für Aerosolforscher

09.12.2014

Europäisches Team mit TROPOS-Beteiligung wird für Überblicksartikel ausgezeichnet

Der Hagen-Smit-Preis für Aerosolforscher geht an ein internationales Forscherteam mit Beteiligung des TROPOS für eine Überblicksarbeit zu den chemischen Eigenschaften von Aerosolpartikeln in Europa. Das Team hatte 2004 Daten von verschiedenen Messstationen quer über den Kontinent ausgewertet. Darunter befindet sich auch die TROPOS-Station in Melpitz bei Leipzig. In den letzten zehn Jahren wurde diese Publikation über 400 Mal zitiert und ist inzwischen zu einem Standardwerk geworden.


TROPOS-Messstation Melpitz: Filtersammler für Wochenproben im Winter 2004.

Foto: Gerald Spindler/TROPOS


TROPOS-Messstation Melpitz: Filtersammler im Winter 2010.

Foto: Gerald Spindler/TROPOS

Der Hagen-Smit-Preis wird seit 2001 für besondere Publikationen verliehen, die im Journal „Atmospheric Environment“ veröffentlicht worden. Benannt wurde der Preis zu Ehren von Prof. Arie Jan Haagen-Smit, einem Pionier auf dem Gebiet der Luftverschutzungsforschung und erstem Chefredakteur des “International Journal of Air Pollution”, einem Vorläufer des Journals „Atmospheric Environment“. Der niederländische Chemiker Haagen-Smit prägte den Begriff Smog. Mit dem Preis soll exzellente Wissenschaft präsentiert und dadurch zu weiteren herausragenden Forschungsleistungen angeregt werden.

Die Auswahl traf in diesem Jahr ein internationales Komitee von Wissenschaftlern aus sechs Ländern. „Ihre Beiträge sind von den Gutachtern als wirklich wegweisend eingestuft worden. Die hohe Qualität von Beiträgen wie diesem ist es, die „Atmospheric Environment“ zu einem wichtigen Journal auf diesem Gebiet macht“, lobt der Chefredakteur Dr. Hanwant Singh vom NASA Ames Research Center die Publikation.

„Diese Ehrung freut uns sehr, da hier unsere intensive internationale Kooperation gewürdigt wird“, sagt Prof. Alfred Wiedensohler vom TROPOS, der 2004 die Publikation damals mit initiiert hatte. Seit 2012 ist er einer der drei Chefredakteure des Journals, war aber am Auswahlprozess nicht beteiligt und wurde daher von der Preisvergabe überrascht.

Einer der 24 Standorte in Europa, von denen die Forschenden die chemischen Eigenschaften des Feinstaubes der Größenordnungen unter 2,5 Mikrometer (PM2.5) und unter 10 Mikrometer (PM10) auswerteten, war Melpitz. Die TROPOS-Forschungsstation liegt im sächsischen Tiefland bei Torgau an der Elbe und ist inzwischen eine international anerkannte regionale Hintergrund-Messstation.

Seit 2013 ist Melpitz offiziell Bestandteil des globalen Erdbeobachtungssystems der Weltmeteorologieorganisation WMO. In Deutschland gibt es insgesamt nur drei dieser Regionalstationen des Global Atmospheric Watch (GAW). Mit der offiziellen Aufnahme als Regionalstation hatte die WMO die langjährigen Arbeiten des TROPOS zur Erforschung von Feinstaub und Spurengasen gewürdigt.

In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt ist die Station auch in das europäische EMEP-Programm zur Beobachtung des Ferntransports von Schadstoffen integriert. Außerdem ist sie Teil des europäischen wissenschaftlichen Infrastruktur Netzwerkes ACTRIS sowie des deutschen Ultrafein-Aerosolmessnetzes GUAN.

„Die Forschungsstation Melpitz ist repräsentativ für die Luftverschmutzung in Zentral-Europa Unsere Station ist ebenfalls repräsentativ für große Teile des sächsischen Tieflandes und darüber hinaus für Ostdeutschland“, schildert Stationsleiter Dr. Gerald Spindler vom TROPOS die Bedeutung der Messungen. Die Forscher wollen dort die bodengebundenen in-situ-Messungen in Zukunft noch durch Fernerkundungsmethoden ergänzen.
Tilo Arnhold

Weitere Infos:
Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS)
Prof. Alfred Wiedensohler, Leiter der Abteilung Experimentelle Aerosol- und Wolkenmikrophysik
Tel. +49-341-2717-7062
http://www.tropos.de/institut/ueber-uns/mitarbeitende/alfred-wiedensohler/
und
Dr. Gerald Spindler, Verantwortlicher für die Forschungsstation Melpitz
Telefon: +49 341-2717-7027
http://www.tropos.de/institut/ueber-uns/mitarbeitende/gerald-spindler/
und
Dr. Konrad Müller, Chemiker
Telefon: +49 341-2717-7030
http://www.tropos.de/institut/ueber-uns/mitarbeitende/konrad-mueller/
sowie
Tilo Arnhold, TROPOS-Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49-341-2717-7189
http://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/

Publikation:
Jean-P. Putaud, Frank Raes, Rita Van Dingenen, Erika Brüggemann,
M.-Cristina Facchini, Stefano Decesari, Sandro Fuzzi, Robert Gehrig,
Cristoph Hüglind, Paolo Laje, Gundi Lorbeer, Willy Maenhaut,
Nikolaos Mihalopoulos, Konrad Müller, Xavier Querol, Sergio Rodriguez,
Jürgen Schneider, Gerald Spindler, Harry ten Brink, Kjetil Torseth,
Alfred Wiedensohler (2004): A European aerosol phenomenology 2: chemical
characteristics of particulate matter at kerbside, urban, rural and background sites in Europe. Atmos. Environ., 38, 16, 2579-2595, 2004.
http://dx.doi.org/10.1016/j.atmosenv.2004.01.041

Links:
Haagen-Smit Prize:
http://www.elsevier.com/awards/global/haagen-smit-prize
TROPOS-Forschungsstation Melpitz
http://www.tropos.de/forschung/grossprojekte-infrastruktur-technologie/koordinierte-beobachtungen-und-netzwerke/tropos-forschungsstation-melpitz

Das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, die 89 selbständige Forschungseinrichtungen verbindet. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an.
Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Institute pflegen intensive Kooperationen mit den Hochschulen – u.a. in Form der WissenschaftsCampi - , mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem maßstabsetzenden transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 17.000 Personen, darunter 7.900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,5 Milliarden Euro. http://www.leibniz-gemeinschaft.de


Weitere Informationen:

http://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/details/haagen-smit-preis-fuer-aerosolforscher/

Tilo Arnhold | TROPOS

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