Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gewinner des Forschungswettbewerbs "Alternde Räume. Infrastruktur und Nahversorgung" ausgezeichnet

23.06.2009
Die Jury des bundesweiten Forschungswettbewerbs "Alternde Räume. Infrastruktur und Nahversorgung" zeichnete am Montag, den 22. Juni 2009 in Darmstadt fünf Lehrforschungsprojekte aus.

Der von der Schader-Stiftung gemeinsam mit der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt ausgelobte Wettbewerb fand im Rahmen der Initiative "Nationale Stadtentwicklungspolitik" statt und wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert.

Lehrforschungsprojekte an Hochschulen waren aufgerufen, über einen zweijährigen Zeitraum Untersuchungen in "alternden Räumen" vor Ort durchzuführen und konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Mitglieder der zwölf teilnehmenden Forschungsprojekte haben ihre Arbeit und Forschungsergebnisse auf der öffentlichen Fachtagung "Alternde Räume. Infrastruktur und Nahversorgung" am 22. Juni 2009 in Darmstadt vorgestellt.

Unter alternden Räume werden Stadtteile oder ländliche Gebiete verstanden, die ein statistisch höheres Alter der Bewohnerschaft aufweisen. Es sind Gebiete, in denen relativ viele ältere und alte Menschen leben bei vergleichsweise wenigen Kindern / Jugendlichen sowie Vertretern der mittleren Altersklassen. Diesen Räumen fehlt es oft an Angeboten der Infrastruktur und Nahversorgung. In einer automobil und marktwirtschaftlich ausgerichteten Gesellschaft finden sich immer weniger Versorger, die sich der Bewohnerschaft alternder Räume widmen. Die Lehrforschungsprojekte untersuchten Bedingungen von Infrastruktur und Versorgung in den Bereichen Gesundheit, Mobilität und Wirtschaft und formulierten Handlungsergebnisse für die Akteure vor Ort.

Während der Tagung wurden die besten, von einer Fachjury ausgewählten Lehrforschungsprojekte mit einem Geldpreis geehrt. Es wurden ein erster, ein zweiter und drei dritte Preise vergeben. Die Laudatio auf die Preisträger hielt Professor Dr.-Ing. Iris Reuther , Fachgebiet Stadt- und Regionalplanung, Universität Kassel und Kuratorin der Schader-Stiftung.

Der Jury gehörten an: Dieter Emig, Bauverein AG und Mitglied der Darmstädter Runde, Prof. Dr. Charlotte Höhn, ehemalige Direktorin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, Prof. Dr.-Ing. Iris Reuther und Susanne Tatje, Projektbeauftragte Demographische Entwicklungsplanung der Stadt Bielefeld.

Die Preisträger und ihre Arbeiten sind:

1. Preis: "Zukunft trifft Alter. Sicherung von Versorgung und Verkehr in alternden Räumen am Rande der Großstadt"

Technische Universität Dortmund
unter der Leitung von Dipl.-Ing. Micha Fedrowitz und Dipl.-Ing. Florian Krummheuer
Aus der Begründung der Jury:
Das Projekt der Universität Dortmund für drei Siedlungsbereiche der Städte Köln, Bottrop

und Recklinghausen widmet sich unter dem Motto "Zukunft trifft Alter" der Sicherung von Versorgung und Verkehr in Randlagen der Großstädte. Die gut begründete Auswahl der Betrachtungsräume und die sorgfältige Analyse verdeutlichen in prägnanter Weise eher die "Normalfälle" für alternde Räume in großen Teilen von Deutschland. Deshalb würdigt die Jury ausdrücklich die intergenerative Herangehensweise und tiefgründige Bestandsaufnahme der Untersuchung, die plausible Herleitung und schließlich die nuancierten Handlungsempfehlungen für die drei verschiedenen Siedlungsbereiche. Sie werden dem Thema in seiner Tragweite, aber auch in seiner Realität besonders gut gerecht und zeigen einen Weg auf, wie die Entwicklung von "alternden Räumen" genau zu beobachten und angemessen zu begleiten ist.

2. Preis: "Die alternde Siedlergemeinschaft. Allerheiligenberg / Lahnstein"

Technische Universität Kaiserslautern
unter der Leitung von Prof. Dr. Annette Spellerberg
Aus der Begründung der Jury:
Das Projekt der Universität Kaiserslautern für die Siedlergemeinschaft in Allerheiligenberg / Lahnstein widmet sich einem besonderen Fall und einer extremen Konstellation für einen alternden Raum. Die Studierenden haben sich intensiv und damit auch intergenerativ in die Situation vor Ort eingearbeitet und eingebracht. Deshalb gelingt es ihnen besonders gut, für die Siedler und den externen Wohnstandort angemessene und plausible Empfehlungen, wie den besser platzierten Briefkasten, einen Treff in einem leer stehenden Haus, ein Anruftaxi oder ein Infoblatt mit allen wichtigen Adressen für Notfälle zu formulieren. Die Jury hegt viel Sympathie für das engagierte Vorgehen und die mit dem Projekt vorgetragene Haltung im Umgang mit einem Ort und seinen sozialen Realitäten.

3. Preis: "Sicherung der medizinischen Versorgung in Ostholstein"

Technische Universität Dortmund
unter der Leitung von Dipl.-Ing. Anke Bergmann
Aus der Begründung der Jury:
Das Projekt der Universität Dortmund zur medizinischen Versorgung in Ostholstein steht für einen großräumigen regionalen Entwicklungsansatz. Die intergenerative Herangehensweise ist mit den Recherchen vor Ort und der Zukunftswerkstatt in entsprechender Zusammensetzung gut gegeben. Das Konzept basiert auf einer sorgfältigen Bestandsaufnahme sowie einem angemessenen Methodenapparat und mündet in originellen prototypischen Handlungsempfehlungen, wie den Marktreff, die Pflegeschwester mit Videotelefon oder einen Patientenbus. Die Jury würdigt insbesondere den konsequenten Fokus auf die regionale Ebene.

3. Preis: "Demographiebezogenes Entwicklungskonzept für Ründeroth"

Universität Siegen und Fachhochschulen Bochum, Dortmund und Köln
unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Hilde Schröteler-von Brandt und
Prof. em. Dieter Prinz
Aus der Begründung der Jury:
Das demographiebezogene Entwicklungskonzept der Universität Siegen für den Ortsteil Ründeroth der Gemeinde Engelskirchen reagiert vor allem auf die Besonderheiten einer topographisch bewegten Stadtlandschaft und leitet aus der demographischen Situation und Perspektive der Wohnbevölkerung einen städtebaulich intendierten Ansatz ab. Die intergenerative Arbeitsweise im Zusammenhang mit einer intensiven Bestandsaufnahme und Gesprächsführung vor Ort mündet in eine plausible SWOT-Analyse, eine klare Zielformulierung und die gut nachvollziehbaren Projektvorschläge für die Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Nutzbarkeit der öffentlichen Räume. Die Jury würdigt vor allem die Stimmigkeit von Analyse und Konzept.

3. Preis: "When I'm sixty-four: Das Märkische Viertel im Umbruch"

Technische Universität Berlin und Institut für gerontologische Forschung
unter der Leitung von Prof. Dr. Uwe-Jens Walther, Dr. Birgit Wolter und
Dipl.-Soz.-Wiss. Frank Ritterhoff
Aus der Begründung der Jury:
"When I'm sixty-four..." - so betiteln die Autoren der TU Berlin ihr Konzept für das Märkische Viertel im Umbruch, das sich auf einen "Klassiker" des modernen Städtebaus der 1960er Jahre in Berlin bezieht. Die interdisziplinäre und interaktive Bestandsaufnahme wird als umfassend und reflektiert eingeschätzt, da sie neben den demographischen Aspekten einer alternden Wohnbevölkerung auch die Problemlagen von Migranten beleuchtet. Die Jury würdigt ausdrücklich, dass sich die Bearbeiter des Projektes diesem Thema gestellt haben, wobei die Durchdringung dieses Aspektes naturgemäß nicht in allen Positionen tiefgründig sein konnte. Die zahlreichen phantasievollen Handlungsempfehlungen sind detailliert ausgearbeitet worden. Sie sind von der Jury durchaus kontrovers diskutiert worden, da sie neben ihrer Originalität zugleich Fragen nach ihrer Umsetzbarkeit aufwerfen.

Peter Lonitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.schader-stiftung.de
http://www.alternde-raeume.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Red Dot Design Award für die dormakaba 360°City App
09.12.2016 | Kaba GmbH

nachricht Zweimal Gold beim Architects’ Darling Award 2016 für dormakaba
28.11.2016 | Kaba GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau