Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geballte Kompetenz für IT-Sicherheit

23.10.2015

Bund verdreifacht Forschungsförderung für CISPA im Saarland / Wanka: "Sicher und selbstbestimmt das Internet und die digitale Welt nutzen können"

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird das Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit CISPA (Center for IT-Security, Privacy and Accountability) an der Universität des Saarlandes in den nächsten vier Jahren mit rund 16 Millionen Euro fördern. Damit kann das CISPA seine Forschungsaktivitäten weiter ausbauen.

An dem im Jahr 2011 gegründeten Zentrum forschen mehr als 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Themen rund um die IT-Sicherheit und den Schutz der Privatsphäre, beispielsweise neue Verschlüsselungsverfahren für das Bezahlen oder für das Verschicken von Nachrichten im Internet. Über die aktuellen Forschungsschwerpunkte informiert sich Bundesministerin Johanna Wanka gemeinsam mit der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer bei ihrem heutigen Besuch am Campus Saarbrücken.

"Wir müssen uns und unsere Daten besser schützen können. Um sicher und selbstbestimmt das Internet und die digitale Welt nutzen zu können, brauchen wir neue Instrumente, die für die Menschen leicht zu bedienen sind. Saarbrücken spielt dabei eine wichtige Rolle und ist in den vergangenen Jahren zu einem der größten und leistungsstärksten Standorte für IT-Sicherheitsforschung in Europa geworden.

Diese Entwicklung ist beeindruckend und daher verdreifachen wir auch unsere Unterstützung", sagt Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. CISPA ist eines von drei Kompetenzzentren zur IT-Sicherheitsforschung, das vom BMBF seit 2011 mit insgesamt rund 5,4 Millionen Euro gefördert wurde.

"Wir sind stolz und hocherfreut, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung die hervorragende Sicherheitsforschung im Saarland anerkennt und künftig noch stärker fördern wird", hebt die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hervor.

"Auch das Saarland hat seinen Beitrag dazu geleistet, die Sicherheitsforschung durch Investitionen in ein Gebäude sowie zusätzliche Professuren zu stärken." Die Ministerpräsidentin verweist dabei auch auf die Bedeutung der politischen Zusammenarbeit, um den Herausforderungen der IT-Sicherheit nachhaltig begegnen zu können.

"Dank der Vermittlung durch die saarländische Landesregierung arbeitet das CISPA bereits mit den europäischen Sicherheitsbehörden zusammen. Wir werden zukünftig eine gemeinsame europäische Strategie finden müssen, um grenzüberschreitende Infrastrukturen wie zum Beispiel das Internet nachhaltig schützen zu können. Eine gemeinsame europäische Forschungsagenda in der IT-Sicherheit ist ein wichtiger Baustein dafür. Gelebt wird diese bereits jetzt in der engen Kooperation zwischen dem französischen Institut National de Recherche en Informatique et Automatique (INRIA) und dem CISPA."

Michael Backes, Professor für Informationssicherheit und Kryptografie an der Saar-Uni und Direktor des CISPA, unterstreicht, dass durch die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung unseres Lebens auch die Möglichkeiten und Konsequenzen von Angriffen exponentiell wachsen. "Die IT-Sicherheitsforschung darf nicht darauf reduziert werden, dass sie sich ein Katz- und Mausspiel mit den Angreifern liefert."

Es reiche nicht aus, nur die Symptome in den Blick zu nehmen und einen Hackerangriff nach dem anderen abzuwehren. "Wir müssen neue Wege gehen, um einen digitalen Schutz in einer immer stärker vernetzten Welt zu ermöglichen. Es gilt, neuartige Systeme und Infrastrukturen zu erforschen, die verlässliche Sicherheitsgarantien bereits in ihrem Design verankern", so Backes.

Auch in der Datenverarbeitung müsse man neue Pfade beschreiten, damit die Bürger in einem ersten Schritt verstehen könnten, welche Konsequenzen die Preisgabe ihrer Daten habe, um ihnen dann als weiteren Schritt möglichst wieder die Hoheit über ihre eigenen Daten zu geben. "Beides ist nur mit langfristig orientierter Grundlagenforschung zu realisieren", sagt Backes.

Das CISPA legt die Forschungsschwerpunkte auf "Verlässliche, sichere Computersysteme", "Freie, verantwortliche Interaktion unter Wahrung der Privatsphäre" und den "Schutz persönlicher Daten in der digitalen Welt". Gearbeitet wird beispielsweise an Apps, die Nutzer besser über die Bedeutung von Rechtefreigaben aufklären. Ein weiteres Beispiel ist die Erforschung einer Entwicklungsumgebung für Programmierer, die Datenschutz von vornherein berücksichtigt. Am CISPA beteiligt sind sowohl die Universität des Saarlandes, die Max-Planck-Institute für Informatik und für Softwaresysteme als auch das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz.

Die vom BMBF geförderten Kompetenzzentren für IT-Sicherheit in Saarbrücken, Darmstadt und Karlsruhe haben sich zu wichtigen Impulsgebern der IT-Sicherheitsforschung entwickelt. Aus diesem Grund erhöht das BMBF seine Förderung der Zentren auf rund 40 Millionen Euro für die nächsten vier Jahre. Die Kompetenzzentren sind Teil des Forschungsrahmenprogramms der Bundesregierung "Selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt 2015-2020". Das Programm setzt die Ziele der "Neuen Hightech-Strategie – Innovationen für Deutschland" um, mit der die Bundesregierung aus Ideen Innovationen macht und Verbindungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft knüpft. So werden Zukunftschancen und die Arbeitsplätze von morgen geschaffen.

Weitere Informationen finden Sie unter:
https://www.bmbf.de/de/sicher-in-der-digitalen-welt-849.html
www.kompetenz-it-sicherheit.de/cispa
https://cispa.saarland/

Pressereferat | BMBF Newsletter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie