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Friedmund Neumann Preis 2013 geht an Kieler Immunologen

03.06.2013
Im Jahr 2013 vergibt die Schering Stiftung zum zweiten Mal den mit 10.000 € dotierten Friedmund Neumann Preis für junge Nachwuchswissenschaftler, die herausragende Forschungsergebnisse in der biologischen, chemischen oder medizinischen Grundlagenforschung erzielt haben.

Mit 44 hervorragenden Nominierungen war die Resonanz auf die Preisausschreibung gewaltig und die Entscheidungsfindung umso schwerer. Nach einer intensiven Diskussion im Wissenschaftlichen Ausschuss der Schering Stiftung folgte der Stiftungsrat der Empfehlung, den Friedmund Neumann Preis 2013 an den Immunologen Prof. Dr. med. Sebastian Zeissig zu vergeben.

Zeissig (Jg. 1979) arbeitet an der Klinik für Innere Medizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein und wird mit dem Preis für seine herausragenden Beiträge zum Verständnis der molekularen und immunologischen Grundlagen entzündlicher gastrointestinaler Erkrankungen geehrt.

Sein wissenschaftliches Interesse gilt seit vielen Jahren den pathophysiologischen Grundlagen entzündlicher gastrointestinaler Erkrankungen. Während seiner Promotionsarbeit und einer nachfolgenden wissenschaftlichen Mitarbeit an der Charité Berlin beschäftigte er sich mit den Krankheitsmechanismen bei Morbus Crohn, einer entzündlichen Darmerkrankung, die häufig im Jugendalter beginnt und chronisch verläuft. Er untersuchte dabei die Rolle des intestinalen Epithels, einer Grenzschicht und Barriere zwischen dem körpereigenen Gewebe und der mikrobiellen Darmflora. Im Rahmen dieser Arbeiten konnte er erstmals die Mechanismen der Störung der intestinalen Barrierefunktion und ihren Beitrag zum Krankheitsverlauf bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen aufzeigen und veranschaulichen, wie diese Barriere durch Blockade eines einzelnen Botenstoffes des Immunsystems (TNFalpha) wiederhergestellt werden kann.

Als Postdoktorand an der Harvard Medical School in Boston widmete er sich den immunologischen Aspekten intestinaler Erkrankungen. Dabei konnte er zeigen, dass eine seltene, bislang als Stoffwechselstörung bekannte Erkrankung namens Abetalipoproteinämie mit einer ausgeprägten Störung der Immunabwehr verbunden ist und somit als primäre Immundefizienz eingeordnet werden muss. Diese Beobachtungen sind nicht nur von wissenschaftlichem Interesse, sondern werden vermutlich auch die künftige Therapie dieser Erkrankung beeinflussen.

Im Folgenden widmete sich Sebastian Zeissig der Untersuchung von Erkrankungsmechanismen bei der Hepatitis-B-Virusinfektion und konnte erstmals zeigen, dass lipid-erkennende Immunzellen eine tragende Rolle in der Abwehr des Hepatitis-B-Virus spielen. Diese Erkenntnisse veränderten grundlegend das Verständnis von den zellulären Immunabwehrmechanismen im Rahmen einer Hepatitis-B-Virusinfektion und zeigten neue Möglichkeiten zur Therapie der chronischen Hepatitis auf.

Im Jahr 2010 setzte Zeissig seine wissenschaftliche und klinische Laufbahn als Arbeitsgruppenleiter in der Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein Kiel fort. Dort nahm er 2012 den Ruf auf eine Juniorprofessur für „Immunologische Aspekte intestinaler Barriereerkrankungen” an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel an.

PREISVERLEIHUNG
23. September 2013, 17 Uhr
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Leibnizsaal | Markgrafenstr. 38 | 10117 Berlin

Der Preis wird zusammen mit dem Ernst Schering Preis 2013
der Schering Stiftung verliehen.
Anmeldung unter: anmeldung@scheringstiftung.de

Andrea Bölling | idw
Weitere Informationen:
http://www.scheringstiftung.de

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