Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungspreis für "Wundforschung in der Dose": Fondation Le Lous zeichnet RUB-Mediziner aus

16.07.2009
Neue Waffen gegen infizierte chronische Wunden schmieden Bochumer Mediziner um Prof. Dr. Lars Steinsträßer (RUB-Klinikum Bergmannsheil) aus kurzen Eiweißketten, die Fremdkörper erkennen und sofort unschädlich machen können.

Die "Waffenschmiede" ist dabei eine Metalldose, die so genannte Wundkammer, in der man Wundinfektionen kontrolliert hervorrufen, lokal begrenzt ablaufen lassen und experimentell behandeln kann.

Für seine Arbeit "Antibakterielle Aktivität des Designer Host Defense Peptides Novispirin G10 im infizierten Bochumer Wundkammermodell" wurde Steinsträßer jetzt von der Fondation Le Lous mit dem Forschungspreis Medizin 2009 ausgezeichnet.

Der erste Preis ist dotiert mit 7.000 Euro.

Tödliche Wundinfektionen

Wunden, die nicht heilen wollen, sind für die Medizin schwierige Gegner: Einmal besiedelt mit Keimen, denen kein übliches Antibiotikum mehr etwas anhaben kann, werden sie zum Dauerproblem für Patienten und in der Masse auch für das Gesundheitssystem. Für immungeschwächte Patienten wie Schwerbrandverletzte kann eine Wundinfektion tödlich sein. Forscher suchen daher neue Gegenmittel. Viel versprechendes Ausgangsmaterial dafür sind antimikrobielle Peptide: kurze Eiweißketten des angeborenen Immunsystems, die Fremdkörper erkennen und sofort unschädlich machen können. Stattet man gesunde Hautzellen mit dem genetischen Bauplan für diese Peptide aus, können sie sie für den Rest ihrer Lebensdauer selbst herstellen und so die Heilung chronischer Wunden beschleunigen. Für den Einbau der genetischen Information in die Hautzellen machen sich die Forscher Viren zunutze.

Wundkammer ermöglicht standardisierte Tests

Um die Wirksamkeit verschiedener solcher Peptide untersuchen zu können, greifen die Forscher auf ein von Prof. Steinsträßer entwickeltes und patentiertes Wundkammermodell zurück. In einer solchen Wundkammer aus Titan lassen sich Infektionen lokal begrenzt auslösen und unter natürlichen Bedingungen behandeln. Die sog. BO-Chamber besteht aus einem Titanring, der binnen einer Woche in eine zuvor passgenau präparierte Wunde in der Haut einheilt. Die Wundkammer ist mit einem Schraubverschluss luftdicht und keimfrei abgeschlossen, so dass keine unerwünschte Infektion entsteht. Durch ein Schlauchsystem können die Forscher Wundflüssigkeit entnehmen oder Medikamente in die Wunde bringen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Lars Steinsträßer, Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Berufsgenossenschaftliche Kliniken Bergmannsheil Bochum, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, 44789 Bochum, Tel. 0234/302-3442, lars.steinstraesser@rub.de

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet
02.12.2016 | Universität zu Lübeck

nachricht Ohne erhöhtes Blutungsrisiko: Schlaganfall innovativ therapieren
02.12.2016 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie