Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsministerium fördert Start in die Selbständigkeit mit rund 1,3 Millionen Euro jährlich

12.12.2014

„Junge Innovatoren“ in Karlsruhe, Stuttgart und Villingen-Schwenningen — Fokus auf Digitalisierung, Energieeffizienz und Gesundheit

„Innovation beginnt mit Forschung. Aber Innovation braucht auch Perspektiven. Wir unterstützen junge Wissenschaftler dabei, sich mit einer innovativen Gründungsidee in Baden-Württemberg selbständig zu machen“, sagt Ministerin Bauer.

Wesentliche Impulse für Innovationen verdankt Baden-Württemberg der Forschung an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Land. Mit dem Programm „Junge Innovatoren“ unterstützt das Wissenschaftsministerium den Mut, mit innovativen Ideen auch den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen.

„Aus den Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Landes heraus sollen neue Unternehmen entstehen, die den Markt mit zukunftsträchtigen Produkten und Dienstleistungen bereichern“, so Ministerin Theresia Bauer.

Das Forschungsministerium fördert daher zehn neue Existenzgründungsvorhaben am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), an der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart, der Universität Stuttgart sowie dem Institut für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V. in Villingen-Schwenningen. Zudem werden elf bereits laufende Existenzgründungsvorhaben weitergefördert.

„Mit dem Programm haben wir bereits mehr als 220 Unternehmensgründungen aus Baden-Württemberg zu einem gelungen Start verholfen. Mit ihrer Fokussierung der Gebiete Digitalisierung, Energieeffizienz sowie Gesundheit sind die neu geförderten Projekte auf zukunftsträchtigen Feldern unterwegs und sollen diese Erfolgsgeschichte fortsetzen“, betonte Bauer.

Die neu in das Programm aufgenommenen Vorhaben:

Karlsruhe
SearchHaus: Das Gründerteam von SearchHaus entwickelt eine spezifische Suchmaschine, mit der große Datenbanken anhand einfacher Stichwortsuche schnell und ohne Expertenwissen durchsucht werden können. Dabei sollen Zusammenhänge in den Daten erkannt und von intelligenten Algorithmen genutzt werden, um selbst komplexe Informationsbedürfnisse zu bedienen. Der Datenzugang soll dadurch insgesamt einfacher gestaltet werden und die Geschäftsprozesse in zahlreichen (Web-) Applikationen von Firmen und Privatleuten beschleunigen.

Das PriceNow Gründerteam entwirft eine einfach zu bedienende Bestandskunden-Marketing-Maschine speziell für den E-Commerce. Die dafür entwickelte Computer-Engine (Geniously) soll eingesetzt werden, um dem Kunden anstelle der derzeit üblichen Spam-Nachrichten, eine Informationsmail mit individuellen Preis- und Werbeangeboten zuzustellen. Diese Technik, welche bisher nur von großen Online-Händlern angewendet wird, soll durch die innovative Software-Engine nun auch kleineren Onlinehändlern angeboten werden.

Das Ziel des Gründervorhabens Ineratec ist es, schlüsselfertige, containerbasierte Kompaktanlagen für die dezentrale chemische Umwandlung von Gas aus biogenen und nicht biogenen Quellen in speicherfähige Wertprodukte zu konzipieren, zu bauen und zu vertreiben. Je nach Quelle des Gases kann es sich um fast Treibhausgas-neutrale Kraftstoffe mit hervorragenden Eigenschaften für den Motor bis hin zu wertvollen chemischen Ausgangsprodukten handeln, die dann regional und bedarfsgerecht hergestellt werden. Langfristig sollen dadurch die vorhandenen Rohstoffe noch effizienter genutzt werden.

Die Rüdenauer 3D Technology GmbH (R3D Tech) plant die Entwicklung einer universell einsetzbaren, intuitiv verständlichen 3D-Visualisierungssoftware, die den fach- und anbieterübergreifenden Informationsaustausch ermöglichen soll. Dadurch sollen selbst komplexe Bewegungs- und Prozessabläufe sowie das Zusammenspiel von vernetzten Systemen visuell erleb- und analysierbar werden. Obwohl die Kommunikationssoftware zunächst im produzierenden Gewerbe eingesetzt werden soll, sind weitere Anwendungsbereiche, z.B. in der wissenschaftlichen Kommunikation, denkbar.

MobiSafety: In diesem Gründervorhaben soll ein mobiles Anwendertool für die Feuerwehr und weitere Einrichtungen des Zivilschutzes entwickelt werden, um Konzeption, Koordination und Durchführung von Rettungseinsätzen effektiver zu gestalten. Dabei hilft das Gerät, kritische Situationen anhand von Standardprozeduren besser einzuschätzen und minimiert dadurch das Gefährdungspotential für die Rettungskräfte. Zudem werden die oftmals noch papier-basierten Informationsmedien (Stadtkarten, Rohrleitungspläne, Handlungsanweisungen) in einer zentralen Datenbank komprimiert und für die Anwendung in einem mobilen Endgerät optimiert.

Stuttgart, Universität
EKU Power Drives: Ziel dieses Gründervorhabens ist es, umweltfreundliche Gas-elektrische Antriebssysteme als alternative Antriebe für mobile, industrielle Anwendungen mit hohen Antriebsleistungen zu entwickeln. Dabei soll eine innovative Steuermechanik die Bereiche Energiemanagement und Antriebsregelung energieeffizienter miteinander verknüpfen. Das Gründungsteam setzt hier auf die Verbesserung von bereits etablierten, aber oftmals sehr energieintensiven Gas- und Elektromotoren und entwickelt ergänzend dazu passgenaue Lösungen für das Energiemanagement und die Steuerung dieser Anlagen.

Das Gründervorhaben e-buddy zielt darauf, die Mobilität der Menschen im Alltag durch technische Hilfsmittel zu verbessern. Dazu sollen Rollatoren mit einer intuitiven Steuerung und einem elektrischen Antrieb versehen werden. So werden das Schieben bergauf oder das Überwinden von Hindernissen erheblich erleichtert. Gleichzeitig sorgt das e-buddy System durch den Einbau einer automatischen Bremse auch für sicheren Stand auf abschüssigem Gelände. Neben der privaten Anwendung soll e-buddy auch als Trainingsgerät in der Reha eingesetzt werden.

Stuttgart, HdM
Pag.es: Mit dem vom pag.es-Gründerteam entwickelten Publishing System sollen zukünftig automatisch Magazine erstellt werden können, die einfach zu bedienen sind und sich dabei in Größe und Auflösung flexibel an jedes mobile Endgerät (Smartphone, Tablet) anpassen. Eine einfache Handhabung und verschiedene vorgefertigte Designvorlagen sollen dazu beitragen, dass die Magazine ohne großen Aufwand individuell gestalten werden können. Das fertige Endprodukt kann anschließend als App oder als Webversion für den Browser veröffentlicht werden.

SPOTGUN: Das Gründungsteam von Spotgun entwickelt eine Second Screen Applikation, mit der man in einer TV-Werbepause ein interaktives Game live gegen andere Mitspieler spielt. Nachdem man die entsprechende Produktmarke erraten und diese schneller als die Mitspieler eingegeben hat, erhält man eine weitere Quizfrage zum TV-Spot, die nur dann beantwortet werden kann, wenn der Werbespot aufmerksam angeschaut wurde. Als Gewinn werden vom werbetreibenden Partner diverse Preise zur Verfügung gestiftet. Insgesamt soll Fernsehwerbung dadurch interaktiver und spannender gestaltet werden.

Villingen-Schwenningen
Verapido Medical spezialisiert sich in ihrem Gründungsvorhaben auf die Entwicklung von sicheren und möglichst schmerzarmen Geräten zur Injektion und Infusion von flüssigen Arzneimitteln und Flüssigkeiten in oder unter die Haut. Weiterhin sollen innovative Injektionsvorrichtungen mit präziser, individueller Tiefeneinstellung für die Injektion von Medikamenten und eine innovative Infusionsvorrichtung für die schnellere Rehydration bei Flüssigkeitsmangel entwickelt werden.


Information für die Redaktionen:
Das Programm „Junge Innovatoren“ ist ein seit langem überaus erfolgreiches Instrument zur Unterstützung von Existenzgründerinnen und Existenzgründern aus den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Landes. Baden-Württemberg hat damit 1995 bundesweit die Vorreiterrolle für die Förderung von Existenzgründungen aus dem wissenschaftlichen Bereich übernommen. Die bislang geförderten Initiativen umfassen ein breites Spektrum, das insbesondere zukunftsträchtige Felder umfasst, wie beispielsweise Optoelektronik, Biotechnologie, Medizintechnik, Solartechnik, Automatisierungstechnik und Mechatronik.

Voraussetzung für die Unterstützung der Vorhaben ist stets, dass sie die Entwicklung innovativer Produkte und Verfahren in Baden-Württemberg beinhalten. Gefördert wird nicht die Existenzgründung als solche, sondern die gezielte Vorbereitung darauf. Die Gründerinnen und Gründer erhalten eine finanzielle Unterstützung zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes und ein begleitendes Coaching durch praxiserfahrene Personen. Darüber hinaus können sie die Infrastruktur der jeweiligen Hochschule bzw. Forschungseinrichtung nutzen.

Online: www.junge-innovatoren.de

Biljana Bojic | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie