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Förderung der Göttinger Teilchenphysik um drei Jahre verlängert

12.06.2012
Forschungsschwerpunkt aus BMBF-Exzellenzprogramm wird mit etwa 2,4 Millionen Euro unterstützt

Die experimentelle Teilchenphysik an der Universität Göttingen wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für weitere drei Jahre mit etwa 2,4 Millionen Euro gefördert.

Die Forschergruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Arnulf Quadt untersucht die Physik des schwersten bisher bekannten Elementarteilchens, des sogenannten Top-Quarks. Außerdem suchen die Physiker nach supersymmetrischen Teilchen, die als möglicher Baustein für die dunkle Materie im Universum gelten.

Zudem befassen sie sich mit der Frage nach dem Ursprung der Masse von Teilchen und damit nach dem Higgs-Boson. Seit 2007 sind die Göttinger Physiker im Forschungsschwerpunkt 101 aus dem Exzellenzprogramm des BMBF – einem deutschlandweiten Verbund – am Großexperiment ATLAS mit dem Teilchenbeschleuniger am europäischen Forschungszentrum CERN in Genf beteiligt. Untersucht werden dabei die Ergebnisse hochenergetischer Kollisionen von Wasserstoffkernen.

Die Göttinger Wissenschaftler sind gemeinsam mit Wissenschaftlern aus aller Welt an Forschungsvorhaben am größten Teilchenbeschleuniger der Welt beteiligt, dem Large Hadron Collider (LHC). Sie befassen sich hier mit zentralen physikalischen Fragen zum Materiezustand des Universums kurz nach dem Urknall. Unter anderem sollen Eigenschaften des Top-Quarks und seine Wechselwirkungen mit anderen Teilchen mit hoher Präzision vermessen werden. Schwerpunkte der Forschung in Göttingen sind neben der Datenanalyse und der Entwicklung von strahlenharten, schnellen hybriden Pixeldetektoren für die Teilchenphysik auch die Entwicklung und der Betrieb des Grid-Computings, einem Konzept zum weltweit verteilten und vernetzten Rechnen.
Erstmals mit den Fördergeldern des BMBF unterstützt wird die experimentelle Forschung Göttinger Wissenschaftler am II. Physikalischen Institut zur Materie-Antimaterie-Asymmetrie mit dem Belle-Experiment. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Ariane Frey ist an einem Experiment in Japan beteiligt, um durch noch präzisere Messungen neue Erkenntnisse über die Entwicklung des Universums nach dem Urknall zu gewinnen. Hierfür entwickeln die Göttinger Wissenschaftler einen neuartigen und hochpräzisen Pixeldetektor zur Vermessung der Flugbahn von Elementarteilchen nahe ihrem Entstehungsort.

Darüber hinaus ist es Juniorprofessor Dr. Steffen Schumann vom II. Physikalischen Institut gelungen, den Standort Göttingen in den deutschlandweiten BMBF-Theorieverbund der Teilchenphysik aufzunehmen. Somit steht auch ihm die nationale Verbundforschung offen. Schwerpunkte seiner Arbeit sind unter anderem Studien der Quantenchromodynamik und die Phänomenologie der Physik jenseits des Standardmodells.

„Der international sichtbare Forschungsverbund des BMBF, einem Sonderforschungsbereich der Deutschen Forschungsgemeinschaft vergleichbar, war in den vergangenen drei Jahren sehr erfolgreich. Besonders unsere hoch motivierten und gut ausgebildeten Studierenden sowie Doktorandinnen und Doktoranden waren im internationalen Vergleich äußerst erfolgreich und konnten sich mit ihren wissenschaftlichen Leistungen durchsetzen. Die Förderung des Standortes Göttingen wurde deutlich erweitert“, ist Prof. Quadt begeistert.

Hinweis an die Redaktionen:
Pressebilder aus dem ATLAS-Experiment am CERN sind im Internet unter http://www.atlas.ch/photos/index.html zu finden.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Arnulf Quadt
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Physik – II. Physikalisches Institut
Friedrich-Hund-Platz 1, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-7635, Fax (0551) 39-4493
E-Mail: aquadt@uni-goettingen.de

Thomas Richter | idw
Weitere Informationen:
http://www.ph2.physik.uni-goettingen.de/

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