Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Förderpreis für Max Planck Nachwuchswissenschaftlerin

28.10.2008
Wie funktioniert ein Insektengehirn? Dr. Silke Sachse, Neurobiologin am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena, erhält 1,3 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für den Aufbau ihrer eigenen Forschergruppe.

Silke Sachse ist in Deutschland eine von fünf Wissenschaftlerinnen, die von internationalen Gutachtern für die Förderung von begabten Neurowissenschaftlerinnen vorgeschlagen wurde.

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zugewiesenen 1,3 Millionen Euro dienen der Bezahlung von Wissenschaftlern und technischer Assistenz, der Anschaffung von Spezialgeräten und dem laufenden Betrieb in den neu einzurichtenden Laboren. Das von Silke Sachse geleitete Projekt wird fünf Jahre dauern. Erforscht werden die Nervenzellen im Gehirn von Fruchtfliegen.

Mithilfe spezieller fluoreszierender Proteine und Zwei-Photonen-Laserscanning-Mikroskopie wird die Aktivität der Insektenhirne beobachtet und gemessen. Im Vordergrund steht der Geruchssinn und auf welche Weise dieser im Gehirn des Insekts abgebildet wird. Die dabei neu zu entwickelnden Messmethoden und erzielten Ergebnisse lassen sich auf die Gehirn- und Nervenfunktionen anderer Tiere bis hin zum Menschen übertragen.

Die Berlinerin Silke Sachse (34) studierte Biologie an der Freien Universität Berlin und erhielt ihr Diplom im Fachgebiet Neurobiologie. In derselben Disziplin wurde sie promoviert. Danach war sie 3 Jahre als Postdoktorand an der Rockefeller University in New York, USA, tätig. Im Jahr 2003 gewann sie den Till Photonics Technologie-Preis für die Entwicklung neuer Methoden in den Neurowissenschaften. Seit August 2006 ist sie Gruppenleiterin im Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in der Abteilung Evolutionäre Neuroethologie von Prof. Dr. Bill Hansson.

Eine Besonderheit in Silke Sachses Projekt wird nicht nur das Studium der Gehirn-Aktivierung in Insekten nach verschiedenen Stimuli, z.B. Geruchswahrnehmung über die Antennen, sein. Ihre neusten Befunde zeigen, dass bestimmte Reize auch dazu führen können, dass Gehirnbereiche kurzzeitig stillgelegt werden. "Dies bedeutet, dass ein Befehl, den das Gehirn z.B. an Gliedmaßen, Flügel oder Mundwerkzeuge erteilt, sehr wahrscheinlich das Resultat von aktivierten und abgeschalteten Hirnbereichen ist. Das macht die Erforschung des Gehirns zwar komplizierter, aber eben auch spannender", so Silke Sachse.

Um die Karrierechancen von Frauen in den Neurowissenschaften zu verbessern, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen. Aus über 70 Bewerbungen wurden fünf Wissenschaftlerinnen ausgewählt, von denen jede eine Förderung von über einer Million Euro erhalten wird. Silke Sachse ist die einzige Insektenbiologin in dieser Gruppe. Ihre Kolleginnen in Hamburg, Bonn, Mainz und München beschäftigen sich u.a. mit der Schmerzwahrnehmung beim Menschen, Rückenmarksfunktionen oder der Reizweiterleitung über die Synapsen der Nervenzellen.

Das Max-Planck-Institut für chemische Ökologie:
Chemische Ökologie ist eine junge Disziplin der Biologie. Wechselwirkungen, schädliche wie nützliche, werden durch chemische Signale zwischen Lebewesen vermittelt. Das Max-Planck-Institut für chemische Ökologie erforscht die Struktur und Funktion der Moleküle, die das Wechselspiel zwischen Pflanzen, Insekten und Mikroben steuern, und erzielt Erkenntnisse über Wachstum, Entwicklung, Verhalten und Ko-Evolution pflanzlicher und tierischer Arten. Ergebnisse dieser biologischen Grundlagenforschung werden für Naturstoffanalysen, moderne Umweltforschung und zeitgemäße Agrikulturverfahren genutzt. Das Institut verfügt über Forschungsgewächshäuser, Klimakammern, Insektenzuchtanlagen, Geruchsdetektionssysteme, Windtunnel, neurophysiologische Analyseverfahren und Freilandstationen.

Weitere Informationen:

Dr. Silke Sachse, MPI chemische Ökologie, Hans-Knöll-Straße 8, 07745 Jena
Tel.: 03641 - 57 1416, ssachse@ice.mpg.de
Prof. Dr. Bill S. Hansson, MPI chemische Ökologie, Hans-Knöll-Straße 8, 07745 Jena

Tel.: 03641 - 57 1401, hansson@ice.mpg.de

Bildmaterial:
Angela Overmeyer M.A., MPI chemische Ökologie, Hans-Knöll-Straße 8, 07745 Jena
Tel.: 03641 - 57 2110, overmeyer@ice.mpg.de

Dr. Jan-Wolfhard Kellmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ice.mpg.de/han/home/home_de.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops