Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erna-Scheffler-Förderpreis für zwei Forscherinnen des KIT

12.06.2015

Der Erna-Scheffler-Förderpreis 2015 geht an die Elektrotechnik-Ingenieurin Dr. Petra Thoma und die Physikerin Ines Reinartz vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Mit dem Preis zeichnet der Soroptimist Club Karlsruhe zum zehnten Mal Forscherinnen für eine herausragende wissenschaftliche Leistung am KIT aus. Die Auszeichnung ist benannt nach der ersten Bundesverfassungsrichterin in Deutschland, Dr. Erna Scheffler, die als Anwältin der Frauenrechte gilt. Zur Preisverleihung am Freitag, 19. Juni, um 17 Uhr im Bundesverfassungsgericht sind Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich eingeladen.

Die alle zwei Jahre verliehene Auszeichnung ist aufgeteilt in einen mit 4 000 Euro dotierten Preis für eine Dissertation und einen mit 1 000 Euro dotierten Preis für eine Masterarbeit. Den Dissertationspreis erhält Dr. Petra Thoma für ihre an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik des KIT angefertigte Arbeit „Ultra-fast YBa2Cu3O7-x direct detectors for the THz frequency range“.

Darin beschreibt sie die Entwicklung von Direktdetektoren für den Terahertz-Frequenzbereich, basierend auf Dünnschichten des Hochtemperatur-Supraleiters YBCO (Yttrium-Barium-Kupferoxid) mit einer zeitlichen Auflösung im Pikosekundenbereich sowie ihre Einbettung in ein neu entwickeltes ultraschnelles Auslesesystem.

Die Terahertzstrahlung liegt zwischen der Infrarot- und der Mikrowellenstrahlung. In diesem Frequenzbereich können Astrophysiker wichtige Informationen über die Entstehung von Galaxien und Sternen erlangen. Weitere Anwendungen der Terahertzstrahlung liegen in der Medizintechnik und der Sicherheitstechnik.

Elektronenspeicherringe wie ANKA, die Synchrotronstrahlungs¬quelle am KIT, stellen eine der wenigen leistungsstarken gepulsten Quellen für Terahertzstrahlung dar. Allerdings sind die Pulse extrem schnell – sie liegen im Bereich von wenigen Pikosekunden (eine Pikosekunde entspricht einer Billionstelsekunde). Um die Terahertzpulse aufzunehmen und darzustellen, sind ultraschnelle Detektoren erforderlich.

Petra Thoma hat solche Detektoren auf der Basis des Hochtemperatur-Supraleiters YBCO entwickelt. Bei Supraleitern handelt es sich um Materialien, die unterhalb einer bestimmten Temperatur keinen elektrischen Widerstand mehr aufweisen. Diese sogenannte Sprungtemperatur ist für Hochtemperatur-Supraleiter relativ hoch – für YBCO etwa minus 180 Grad Celsius –, sodass sie sich kostengünstig mit flüssigem Stickstoff kühlen lassen. YBCO erlaubt überdies eine hohe zeitliche Auflösung.

Die winzigen Detektoren bestehen aus nanostrukturierten YBCO-Schichten, die nur 30 Nanometer dick sind. Petra Thoma hat die Detektoren in ein Detektionssystem eingebettet und die realen Pulsdauern im Terahertzbereich an ANKA gemessen.

Den Erna-Scheffler-Förderpreis für eine Masterarbeit erhält Ines Reinartz für ihre an der Fakultät für Physik des KIT verfasste Arbeit „Simulation of FRET Dyes with native structure-based models“. Sogenannte Förster Resonanz Energie Transfer (FRET)-Experimente liefern wertvolle Informationen über die Dynamik und die Bewegungen von Biomolekülen und damit über deren komplexes Wechselspiel. Bei FRET-Experimenten lassen sich Regionen der Biomoleküle mit speziellen Farbstoffen markieren und dadurch ihre Abstände messen.

Ergänzend bieten Computersimulationen als eine Art atomar aufgelöstes Mikroskop einen einzigartigen Einblick in die molekulare Ebene des Lebens. Ines Reinartz hat in ihrer Masterarbeit am Steinbuch Centre for Computing (SCC) des KIT FRET-Farbstoffe in entsprechende Computersimulationen integriert. Dies verbessert die Interpretation von FRET-Messungen durch Daten aus den Simulationen und erlaubt, ein noch detaillierteres Bild der Dynamik und damit auch der Funktion der untersuchten Biomoleküle zu entwickeln.

Für die Verleihung des Erna-Scheffler-Förderpreises 2015 am Freitag, 19. Juni, um 17 Uhr im Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Professor Andreas Voßkuhle, die Schirmherrschaft übernommen. Das Grußwort spricht Professorin Doris König, Richterin des Bundesverfassungsgerichts.

Hinweis zur Anmeldung: Aus Sicherheitsgründen ist es erforderlich, dass Medienvertreter sich unter Angabe des Namens, Vornamens und des Geburtsdatums bis Mittwoch, 17. Juni 2015, anmelden unter:

presse@bundesverfassungsgericht.de

Bitte bringen Sie für die Einlasskontrolle Ihren Personalausweis mit.

Über den Soroptimist Club Karlsruhe

Soroptimist International (SI) ist die weltweit größte internationale Organisation berufstätiger Frauen. Sie wurde 1921 in Oakland, Kalifornien/USA gegründet und ist heute mit rund 81 000 Mitgliedern und rund 3 100 Clubs in 117 Ländern der Welt vertreten. In Deutschland bestehen derzeit 209 Clubs mit mehr als 6 400 Mitgliedern. Soroptimistinnen engagieren sich für die Verbesserung der rechtlichen, sozialen und beruflichen Stellung der Frau. Ihr Name ist abgeleitet von lateinisch „sorores ad optimum“ und bedeutet soviel wie „Schwestern, die das Beste wollen“. Der Club Karlsruhe besteht seit 1963; Gründungspräsidentin war Dr. Erna Scheffler. Heute hat der Club Karlsruhe rund 40 Mitglieder, die verschiedene Berufe und Tätigkeiten vertreten.

Weiterer Kontakt:
Margarete Lehné, Pressereferentin, Tel.: +49 721 608-48121, Fax: +49 721 608-43658, E-Mail: margarete.lehne@kit.edu

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vereint als selbständige Körperschaft des öffentlichen Rechts die Aufgaben einer Universität des Landes Baden-Württemberg und eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft. Seine drei Kernaufgaben Forschung, Lehre und Innovation verbindet das KIT zu einer Mission. Mit rund 9 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 24 500 Studierenden ist das KIT eine der großen natur- und ingenieurwissenschaftlichen Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas.

Diese Presseinformation ist im Internet abrufbar unter: http://www.kit.edu

Monika Landgraf | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope
20.10.2017 | Freie Universität Berlin

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

ASEAN Member States discuss the future role of renewable energy

17.10.2017 | Event News

World Health Summit 2017: International experts set the course for the future of Global Health

10.10.2017 | Event News

Climate Engineering Conference 2017 Opens in Berlin

10.10.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise