Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ERC-Grant für Roland Mitric

09.02.2015

Toller Erfolg für Roland Mitric: Mit Fördermitteln von 1,5 Millionen Euro kann der Professor seine Forschung über die Energie- und Ladungstransferdynamik in komplexen Molekülen und Nanostrukturen weiter vorantreiben. Diese Arbeiten sind für die Solartechnologie von Belang.

Professor Roland Mitric, Inhaber des Lehrstuhls für Theoretische Chemie an der Universität Würzburg, wird mit einem hochrangigen Preis des Europäischen Forschungsrates (ERC) ausgezeichnet. Der 39-jährige Forscher bekam vor einigen Tagen mitgeteilt, dass ihm ein „Consolidator Grant“ in Höhe von 1,5 Millionen Euro zugesprochen wird.


Ein Multiporphyrin-Array, an dem kleine Metall-Nanocluster angelagert sind: An solchen und anderen Strukturen forscht Roland Mitric.

(Bild: Lehrstuhl für Theoretische Chemie, Uni Würzburg)

Diese Art von Preis vergibt der ERC an „besonders aussichtsreiche Forschungstalente“. Die millionenschwere Förderung wird über die kommenden fünf Jahre verteilt. Mit dem Geld kann Mitric sein Team deutlich personell vergrößern und mit neuer Rechentechnik ausstatten.

Ziel: Licht noch effizienter in Strom umwandeln

Woran der Chemieprofessor arbeitet? Letzten Endes zielt seine Forschung darauf ab, die Solartechnologie voranzubringen, Licht noch effizienter in elektrischen Strom umzuwandeln. Als Theoretiker macht Mitric dafür keine realen Experimente mit greifbaren Materialien. Stattdessen modelliert und simuliert er diverse Vorgänge am Computer.

Wie funktionieren komplex gebaute Moleküle, die Lichtenergie „sammeln“ können? Wie nehmen sie die Energie auf, wie transportieren sie sie weiter, wie wandeln sie sie in elektrischen Strom um? Welche Prozesse sind dabei wichtig, wie kann man den ganzen Vorgang effizienter machen? All diesen Fragen gehen die Wissenschaftler mit leistungsfähigen Computern und ausgefeilten Simulationsprogrammen nach.

„Unsere theoretischen Erkenntnisse sind für die experimentierenden Kollegen ganz wichtig“, sagt Mitric, „sie können damit viel zielgerichteter an verbesserten Materialien zur Energieumwandlung arbeiten.“ Denn ohne theoretische Modelle lasse sich nicht wirklich verstehen, welche molekular-energetischen Prozesse zum Beispiel in einer Solarzelle ablaufen.

Komplexe Farbstoffmoleküle und Nanostrukturen

Auf den Computermonitoren in Mitrics Arbeitsgruppe sind derzeit vor allem Multiporphyrin-Arrays – kompliziert aufgebaute Farbstoffmoleküle, die zu größeren Verbänden verknüpft sind – sowie tubulare J-Aggregate zu sehen. Letztere sind röhrenförmige Strukturen, die sich wiederum zu präzisen geometrischen Mustern anordnen lassen und zum Beispiel an plasmonische Metall-Nanostrukturen gebunden werden können.

„Bislang haben wir relativ einfache Lichtsammel-Moleküle modelliert“, sagt der Professor. Mit dem Geld vom ERC will er seine Forschung auf weitaus komplexere Systeme bis hin zu Nanostrukturen ausweiten. „Plasmon-Exciton-Hybride“ ist ein Fachbegriff dafür: Dahinter verbergen sich zum Beispiel schachbrettartig angeordnete Nanostrukturen aus Metall, kombiniert mit röhrenförmigen Farbstoffmolekülen. Derartige Anordnungen lassen energetische Eigenschaften erwarten, die vielleicht für Fortschritte in der Solartechnologie sorgen.

Werdegang von Professor Mitric

Roland Mitric, 1976 in Ravensburg geboren, hat Chemie und Physik studiert und schloss seine Promotion im Jahr 2003 an der Humboldt-Universität in Berlin ab. Schon seine Dissertation fand viel Anerkennung: Sie wurde mit dem Adlershofer-Preis, dem Fischer-Nernst-Preis und dem Tibutrius-Anerkennungspreis ausgezeichnet.

Ab 2009 leitete Professor Mitric am Institut für theoretische Physik der Freien Universität Berlin eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Von dort wechselte er im April 2013 an die Uni Würzburg: Er folgte einem Ruf auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Theoretische Chemie.

Kontakt

Prof. Dr. Roland Mitric, Institut für Physikalische Chemie, Universität Würzburg, T (0931) 31-85135, roland.mitric@uni-wuerzburg.de

Weitere Informationen:

http://www.phys-chemie.uni-wuerzburg.de/arbeitsgruppen/prof_dr_roland_mitric/sta... Zur Homepage von Professor Roland Mitric
http://www.uni-wuerzburg.de/ueber/universitaet/persoenlichkeiten/ercgrants/ Weitere ERC-Preisträger der Uni Würzburg

Robert Emmerich | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten