Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Engineering Unit Ruhr erhält 1,2 Millionen Euro

30.09.2008
Neue Hochleistungswerkstoffe aus Bochum und Dortmund
RUB und TU verdichten Metall-Pulver-Gemische

Neue, extrem leistungsfähige Verbundwerkstoffe entwickeln die Ruhr-Universität Bochum und die Technische Universität Dortmund in einem Projekt, das das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für drei Jahre mit 1,2 Millionen Euro an den Hochschulen fördert.

Zwei weitere Forschergruppen der Fachhochschule Köln und des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM, Dresden) und sechs Industrieunternehmen sind an diesem Projekt beteiligt.

Herzstück ist eine so genannte Kondensator-Entladungs-Sinteranlage, die am Lehrstuhl für Werkstofftechnik der RUB (Prof. Dr. Werner Theisen) entsteht: Mit Hilfe von Stromstößen und Druck können die Forscher an dieser Anlage Metall-Pulver-Gemische zu Hochleistungswerkstoffen verdichten, ohne die einzelnen Bestandteile zu schmelzen.

Metal-Matrix-Composites an der Ruhr

Durch keramikartige Hartstoffe angereicherte Metall-Pulver sind widerstandsfähiger und haben einen deutlich geringeren Verschleiß. An diesen "Metal-Matrix-Composites" forschen die Werkstofftechniker der RUB und der TU Dortmund unter dem Dach der Engineering Ruhr zukünftig gemeinsam. Während die Gruppe um Prof. Theisen verschleißbeständige Werkstoffe optimiert, liegt der Schwerpunkt von Prof. Wolfgang Tillmann am Lehrstuhl für Werkstofftechnologie der TU Dortmund auf diamanthaltigen Schneidwerkzeugen für Beton und Gestein. Dabei geht es jeweils darum, leistungsfähige Gefüge zu konzipieren, indem die Forscher Hartstoffe und Metallmatrix exakt abstimmen auf die Beanspruchung im praktischen Einsatz.

Eine neue Technologie macht's möglich

Möglich ist dieser Fortschritt durch die neue Kurzzeit-Sintertechnologie: Damit lassen sich Hartstoff-Metallmatrix-Kombinationen weitgehend ohne flüssige Phase herstellen. Gezielte Stromstöße reichen, um Metall-Pulver zu einem neuen Stoff miteinander zu verbinden, ohne die einzelnen Bestandteile nennenswert zu durchwärmen. Die Technologie erlaubt es auch, Nanopulver zu verarbeiten, weil dadurch die vorteilhaften feinen Korngrößen beibehalten werden können.

Partner im WING-Programm

Mit insgesamt 4,5 Millionen Euro fördert das BMBF drei Jahre lang Forschungsprojekte in seinem Programm "Werkstoffinnovationen für Industrie und Gesellschaft" (WING), darunter das Verbundprojekt unter Federführung der Universitäten Bochum und Dortmund. Die Maschinenbau-Fakultäten beider Universitäten haben sich im März 2007 als "Engineering Unit Ruhr" strategisch zusammengeschlossen und damit ihre enge Kooperation in Forschung und Lehre intensiviert.

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Werner Theisen, Lehrstuhl für Werkstofftechnik, Fakultät für Maschinenbau der RUB, Tel. 0234/32-25964, E-Mail: werner.theisen@rub.de

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Tillmann, Technische Universität Dortmund, Fakultät Maschinenbau, Lehrstuhl für Werkstofftechnologie, Tel.: 0231/755-2583, E-Mail: wolfgang.tillmann@udo.edu

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

nachricht CRTD erhält 1.56 Millionen Euro BMBF-Förderung für Forschung zu degenerativen Netzhauterkrankungen
24.05.2017 | DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien TU Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten