Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektronische Bremssysteme für Automobile: Absolventenpreis geht an Ingenieur-Informatikerin

04.05.2015

In ihrer Bachelor-Thesis aus dem Bereich der Automobilinformatik untersuchte Kristina Zubac das Verhalten von Multicore-basierten Steuergeräten für elektronische Bremssysteme wie z. B. ABS und das elektronische Stabilitätsprogramm ESP und zeigte die Grenzen der derzeitigen Spezifikation auf.

In den Geräten der neuesten Generation kommen Mikroprozessoren mit mehreren Rechenkernen zum Einsatz; die Kommunikation innerhalb solcher Mikroprozessoren bildete einen Schwerpunkt in ihrer Abschlussarbeit. Zubac, Absolventin im Bachelor-Studiengang Ingenieur-Informatik an der Frankfurt University of Applied Sciences (FRAU-AUS), hat für ihr Engagement innerhalb der Hochschule sowie ihre herausragenden Studien- und Prüfungsleistungen den Absolventenpreis des Fördervereins der Hochschule erhalten.

Zubac arbeitete in der Bachelor-Thesis unter besonderer Berücksichtigung der neuesten Kommunikationsstan-dards, der sogenannten AUTOSAR Spezifikation 4.x. Dafür konfigurierte und generierte sie die für die Kommunikation notwendigen AUTOSAR-Schnittstellen und zeigte durch Laufzeitmessungen die Grenzen der derzeitigen Spezifikation in Hinsicht auf Laufzeit, RAM- und ROM-Verbrauch auf.

Seit dem Herbst 2014 führt Frau Zubac Ihre Untersuchungen im Rahmen eines for¬schungsorientierten „Master of Science by Research"-Studiums an der University of Huddersfield in Zusammenarbeit mit der Frankfurt University of Applied Sciences fort. „Es ist sehr erfreulich, dass Kristina Zubac ihre Untersuchungen aus der Bachelor-Arbeit in einem Masterstudium fortführt.

Im Rahmen ihrer Master-Arbeit wird sie das Zeitverhalten der internen Abläufe in Steuergeräten mit mehreren Prozessoren untersuchen. Das ist ein hochaktuelles Thema, welchen eventuell sogar in die Weiterentwicklung des AUTOSAR-Standards einfließen kann“, so Prof. Dr. Karsten Schmidt vom Fachbereich Informatik und Ingenieurwissenschaften, der die Bachelor-Arbeit betreute.

Die 24-jährige Kristina Zubac, gebürtige Frankfurterin mit kroatischen Wurzeln, behauptete sich erfolgreich in einem noch von Männern dominierten Studiengang. Sie beschäftigte sich schon in der Jugend mit Computern und legte im Abitur eine Informatik-Prüfung ab. Bei ihrer Studienwahl nahm sie sich ihren Bruder als Vorbild, der einen ingenieurwissenschaftlichen Studiengang gewählt hatte.

„Ich wollte keine reine Informatik studieren, sondern einen Mix aus Informatik und Ingenieurwissenschaften. Die Frankfurt UAS sprach mich sofort an, weil hier das Studium sehr praxisnah ausgerichtet ist“, erklärt Zubac. „Nach dem Master-Studium könnte ich mir vorstellen, in die Automobilbranche zu gehen, um bei der Entwicklung von Multicore-fähiger Software mitzuwirken. Mein Wissen in einer Doktorarbeit zu vertiefen, wäre ebenfalls eine Option. Oder ich verbinde beides miteinander.“

Bereits während Ihres Bachelorstudiums fiel Zubac zum einen durch sehr gute Leistungen, zum anderen durch ein überdurchschnittliches Engagement auf. Besonders hervorzuheben ist Ihr Einsatz im Rahmen des „MentorinnenNetzwerk für Frauen in Naturwissenschaft und Technik“, in dem sie das Projekt „Spannende Chemie" für Mädchen¬ aus der Oberstufe mit organisierte, um angehende Abiturientinnen für MINT-Studiengänge zu begeistern. Darüber hinaus beteiligte sich am Girls' Day maßgeblich am Projekt „Rechner bauen" und trat als Repräsentantin ihres Studiengangs auf.

Der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, Rüdiger Gaffal (Siemens AG), überreichte den Preis im Rahmen der Absolventenfeier des Clusters Elektrotechnik; er ist mit 500 Euro Preisgeld und einer einjährigen kostenfreien Mitgliedschaft im Förderverein dotiert.

Die Abschlussarbeit mit dem Titel „Performanceanalyse einer AUTOSAR-basierten Interprozessor-Kommunikation in einer Multicore-fähigen Software“ wurde mit der Note sehr gut (1,3) bewertet. Ihr Studium beendete Zubac mit der Note gut (1,6). Zubac wurde von den Professor(inn)en als sehr gute und engagierte Studierende wahrgenommen. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main würdigte die herausragende wissenschaftliche Begabung und das gesellschaftliche Engagement von Zubac bereits 2013 und nahm sie in vierte Generation der MainCampus-Stipendiaten auf.

Der Förderverein der Hochschule zeichnet mit dem Absolventenpreis gute bis sehr gute Abschlussnoten aus und honoriert soziales oder kulturelles Engagement innerhalb der Hochschule und/oder aktive Beteiligung der Preisträger in Gremien der Frankfurt UAS. Der Absolventenpreis kann einmal pro Fachbereich und Semester vergeben werden.

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 2: Informatik und Ingenieurwissenschaften, Prof. Dr. Karsten Schmidt, Telefon: 069/1533-2219, E-Mail: schmidtk@fb2.fra-uas.de

Informationen zum Studiengang Ingenieur-Informatik: https://www.frankfurt-university.de/index.php?id=4068; Achtung dieser Studiengang läuft aus und nimmt keine neuen Studierenden mehr auf, Informationen zum Nachfolgestudiengang Informationssystemtechnik: https://www.frankfurt-university.de/index.php?id=5728

Sarah Blaß | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics