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Einsparung von Tierversuchen: Forschungspreis für künstliche Haut verliehen

09.08.2013
Justiz- und Verbraucherschutzsenator Thomas Heilmann hat heute den Preis des Landes Berlin zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden für Tierversuche an Prof. Dr. Günther Weindl von der Freien Universität Berlin verliehen. Mit dem Preis werden Forschungen ausgezeichnet, die perspektivisch die Zahl der Tierversuche reduzieren helfen.

"Als Berliner Senator freue ich mich natürlich besonders, dass mit Professor Weindl ein Forscher einer Berliner Universität diesen Preis erhält. Wir werden Tierversuche nie ganz abschaffen können, aber Professor Weindls Arbeit zeigt Wege auf, die Zahl zu reduzieren.

Ich gratuliere Professor Weindl und seinem Team sehr herzlich zu diesem Erfolg. Auf dem Weg zur Hauptstadt der Alternativmethoden sind wir damit wieder einen Schritt weiter", erklärte Thomas Heilmann während der Feierstunde im Roten Rathaus.

Der Landespreis für alternative Forschungsmethoden wird zum zweiten Mal verliehen und von der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz, dem Landesamt für Gesundheit und Soziales und dem Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) ausgelobt. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

Nach dem einstimmigen Votum der Jury wurde aus neun Bewerbungen die Arbeit von Prof. Dr. Günther Weindl als Wettbewerbssieger ausgewählt. Ziel der Forschungsarbeiten mit den immunkompetenten Hautmodellen ist es, Versuche an Mäusen und Meerschweinchen zu ersetzen.

Darüber hinaus soll das entwickelte Hautmodell insbesondere in der Grundlagenforschung und in der präklinischen Forschung eingesetzt werden.

Die immunkompetenten Hautmodelle scheinen außerdem als alternative Testmethode bei der Entwicklung und Testung neuer antientzündlicher Wirkstoffe in der Grundlagenforschung und in präklinischen Studien in besonderer Weise geeignet.

Unter der Voraussetzung, dass die Funktionalität der Immunzellen in den Hautkonstrukten zuverlässig und mit hoher Reproduzierbarkeit nachgewiesen werden kann und die Validierung der Hautmodelle abgeschlossen ist, können mit dem in vitro Testsystem in Deutschland mehrere tausend Tiere pro Jahr eingespart werden.

"Hier wird ein exzellentes Projekt gewürdigt, das helfen wird, Tierversuche zu ersetzen. Ich hoffe, dass diese Preisverleihung anderen Wissenschaftlern Ansporn für die Suche nach weiteren Alternativmethoden gibt; denn sie macht deutlich, dass diese Forschung gebraucht und geschätzt wird

- auch von der Pharmaindustrie. Für industrielle Pharmaforscher ist es ein Dilemma, dass sie Tiere beanspruchen müssen, um Menschen und auch anderen Tieren helfen zu können. Aber mit jedem verlässlichen neuen Alternativverfahren gewinnen sie Möglichkeiten, weitere Versuchstiere einzusparen oder weniger zu belasten", sagte Dr. Siegfried Throm, Geschäftsführer Forschung/Entwicklung/Innovation beim vfa.

Der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) unterstützt aus dieser Motivation heraus den Berliner Forschungspreis für Ersatz- und Ergänzungsmethoden seit seiner Einrichtung im Jahr 2011.

Prof. Weindl wurde außerdem der Zusatzpreis des Bündnisses Tierschutzpolitik Berlin in Höhe von 5.000 Euro verliehen.

Professor Günther Weindl, Jahrgang 1976, studierte Pharmazie an der Ludwigs-Maximilians-Universität München, wo er 2004 promoviert wurde. Zwischen 2005 und 2011 war er in Tübingen und Berlin als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Dermatologie und Pharmazie tätig und folgte 2011 dem Ruf der Freien Universität Berlin auf eine Professur am Institut für Pharmakologie.

Ansprechpartner für Nachfragen:

Landesamt für Gesundheit und Soziales, LaGeSo
Silvia Kostner
Tel. 030-90229-1014
silvia.kostner@lageso.berlin.de
Verband der forschenden Pharma-Unternehmen, vfa
Dr. Rolf Hömke
Tel: 030 206 04 - 204
r.hoemke@vfa.de
Freie Universität Berlin
Carsten Wette
Tel: 030 / 838-73189
carsten.wette@fu-berlin.de
Wenn Sie weitere Informationen wünschen:
Dr. Rolf Hömke
Tel: +49 30 20604-204
Fax: +49 30 20604-209
mailto:r.hoemke@vfa.de

Dr. Rolf Hömke | vfa
Weitere Informationen:
http://www.vfa.de
http://www.vfa.de/de/presse/pressemitteilungen/pm-029-2013.html

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